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2311 Ergebnisse.
GIS-gestützte Analyse der raumzeitlichen Auswirkungen von Restriktionen durch die COVID-19-Pandemie auf die Wertschöpfungskette der Geflügelfleischproduktion
GIS-based analysis of the spatiotemporal impact of COVID-19 pandemic restrictions on the poultry meat production value chain.
Projektverantwortliche: Tobias Nolte; Anne-Katrin Jacobs; Nicole Kemper; Christian Visscher
Laufzeit: Februar 2022 bis März 2023
Drittmittelprojekt: QS-Wissenschaftsfonds, 28.229 EUR
Kliniken/Institute:
Wissenschaft für innovative und nachhaltige Geflügelhaltung
Projektdetails:
Das Projekt soll wichtige Fragestellungen bezüglich der raumzeitlichen Auswirkungen von Restriktionen durch die Covid-19-Pandemie auf die Prozesskette der Geflügelfleischerzeugung beantworten. Es werden Daten aus der Primärproduktion, Strukturanalysen sowie Schlachtbefunddaten, gemeldeten Zoonosen in der deutschen Bevölkerung sowie Restriktionen durch die Pandemie verknüpft, um Signifikanzen und Zusammenhänge abzuleiten. Hieraus werden wichtige Aussagen generiert, welche die Resilienz gegenüber massiven Eingriffen der integrierten Prozessketten im globalen Welthandel thematisieren und bewerten.
Das Forschungsvorhaben soll insbesondere nachweisen, ob die Verringerung der gemeldeten Campylobacter-Enteritiden in der Bevölkerung während der Pandemie am veränderten Vorkommen des Erregers in der Primärproduktion, an Prozessabläufen bei der Geflügelschlachtung, am geänderten Konsumverhalten oder anderen Faktoren lag. Die Restriktionen der Covid-19-Pandemie werden mit in die Synthese der Ergebnisse einbezogen.
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Integrierte One-Health-Überwachung der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel (IT-AMR)
Integrated One Health Surveillance for Antimicrobial Resistance (IT-AMR)
Projektverantwortliche: Prof. Dr. L. Kreienbrock; Dr. S. Brogden
Laufzeit: Oktober 2022 bis September 2023
Drittmittelprojekt: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 27.998 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Biometrie Epidemiologie und Informationsverarbeitung
Projektdetails:
Antibiotikaresistenzen stellen weltweit ein wachsendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar, sind aber vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) eine besondere Herausforderung. Zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz, ist es zwingend notwendig, dieser im Sinne des One-Health-Ansatzes zu begegnen. Das Ziel des Projektes ist es, ein harmonisiertes Protokoll für die Überwachung von Daten zur Antibiotikaresistenz in einem integrierten One-Health-Ansatz für Menschen, Tiere und die Umwelt zu entwickeln und die Daten aus allen drei One-Health-Bereichen direkt miteinander zu verknüpfen. Ferner sollen die Übertragungswege von Antibiotikaresistenzen oder Resistenzgenen bewertet werden, um Maßnahmen zur Resistenzübertragung und Entwicklung von Resistenzen ergreifen zu können. Die Förderung des Aufbaus einer internationalen Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Subsahara-Afrika diente dem Ausbau der Kooperation durch Vor-Ort-Besuche, Diskussionen über derzeit verwendete Protokolle und der Identifizierung von möglichen Herausforderungen.
Kooperationspartner:

- Department of Disease Control, School of Veterinary Medicine University of Zambia, Lusaka, Zambia

- Department of Disease Control & Environmental Health, Makerere University School of Public Health, Kampala, Uganda

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Modul: Game over für Risiken am Arbeitsplatz - VetSafetyGame: Das Spiel zur Arbeitssicherheit und Infektionsschutz in der Tiermedizin - Innovation plus 2022/23 Nr. 48
Module: Game over for risks in the workplace - VetSafetyGame: The game for occupational safety and infection protection in veterinary medicine - Innovation plus 2022/23 No. 48
Projektverantwortliche: von Köckritz-Blickwede, Maren
Laufzeit: März 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur , 50.000 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Biochemie
Research Center for Emerging Infections and Zoonoses
Projektdetails:
Tierärzt:innen und ihre Beschäftigten tragen bei der Arbeit ein relativ hohes Unfallrisiko, egal ob in der Klinik, im Diagnostiklabor oder in der Forschung. Reduzieren lassen sich die berufs-bedingten Unfall- und Erkrankungsrisiken am Arbeitsplatz durch systematische Prävention. Nur wer die konkreten Risiken und Belastungen kennt, kann diese minimieren. Sicherheit und Gesundheit im Studium, langfristig später dann bei der Arbeit, sind die Bereiche, um die sich hier alles drehen soll. Erfahrungsgemäß sind Arbeitssicherheit und Infektionsschutz nicht die beliebtesten Themen, und werden häufig erst als relevant erachtet, wenn ein Risikofaktor akut erkannt oder sich ein Unfall bereits ereignet hat.
Das Ziel dieses Projektes ist es, eine spielbasierte und kollaborative Lehrveranstaltung zu ge-nerieren, welche mittels interaktiven und digitalen Elementen sowie einer Workshop-basierten Präsenzveranstaltung das Thema der aktiven Arbeitssicherheit anhand einprägsamer Praxis-beispiele vermitteln und so die Teilnehmer:innen während des ganzen Studiums begleiten soll. Damit soll ein tiefgreifendes Verständnis mit langanhaltendem Lernerfolg erzeugt werden.
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Liganden von Integrinen für die Therapie gegen COVID-19
Ligands of integrins for therapy against COVID-19
Projektverantwortliche: von Köckritz-Blickwede, Maren
Laufzeit: Januar 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: TU München, 158.232 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Biochemie
Research Center for Emerging Infections and Zoonoses
Projektdetails:
Wir stellen die Hypothese auf, dass die Stabilisierung des Gefäßsystems durch niedrig dosierte Liganden zur Aktivierung des Integrins αvβ3 positive Auswirkungen auf COVID-19-infizierte Patienten haben sollte. Wir untersuchen hier die Auswirkungen des synthetischen Liganden Cylengitid und 29P für Integrin αvβ3 in einem Tiermodell von SARS-CoV-2-infizierten Hamstern, in dem die Zerstörung des Gefäßsystems in Verbindung mit der Bildung von extrazellulären Neutrophilenfallen bereits dokumentiert wurde.
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Untersuchung von Verhaltens- und akustischen Reaktionen von Walen auf seismische Untersuchungen in der Antarktis
Investigation of behavioural and acoustic responses of cetaceans to seismic surveys in Antarctica
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Johannes Baltzer
Laufzeit: Juli 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Umweltbundesamt, 264.210 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Das Umweltbundesamt (UBA) ist nach dem Gesetz zur Ausführung des Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag (AUG) die nationale Genehmigungsbehörde für alle Tätigkeiten in der Antarktis, die von Deutschland aus organisiert werden oder von Deutschland ausgehen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach dem AUG ist für alle angezeigten Aktivitäten im Geltungsbereich des Antarktis-Vertrages eine Umweltprüfung durch das UBA als Vollzugsbehörde durchzuführen.
Um die Topographie und geologische Zusammensetzung des Meeresbodens zuverlässig zu bestimmen, werden seismische Untersuchungen mit Airguns (Luftpulsern) durchgeführt. Diese Geräte senden Schallwellen mit sehr hohen Schallpegeln aus. Die Datenbasis ist bislang unzureichend, um mögliche Auswirkungen auf die marine Fauna beurteilen zu können.
Das Ziel dieses Projektes ist es, die Auswirkungen einer geowissenschaftlichen, seismischen Untersuchung mit Airguns im Rahmen der Expedition "WAIS-BELL" (PS 134) im Jahr 2022/23 auf Wale in der Antarktis in situ zu bewerten. Hierbei wird eine Verhaltensreaktionsstudie durchgeführt, die einen multidisziplinären Ansatz umfasst, der visuelle Erfassungsmethoden und passiv akustisches Monitoring (PAM) miteinander kombiniert.
Im Rahmen des Projektes sollen Daten über die Verteilung, Habitatnutzung und mögliche Verhaltensreaktionen von Walen in ihrem antarktischen Nahrungsgebiet in einer ungestörten und akustisch gestörten Situation generiert werden. Die Arbeiten werden während seismischer Untersuchungen in der Amundsen- und Bellingshausensee durchgeführt und erfolgen in enger Zusammenarbeit zwischen der TiHo, JASCO und der AWI-Geophysikgruppe in deren Untersuchungsprogramm.
Die Lärmbelastung und die Vokalisierungen von Walen werden mit Hilfe eines autonomen akustischen Aufnahmesystems (AMAR) aufgezeichnet, das die Identifizierung, Lokalisierung und Verfolgung vokalisierender Individuen ermöglicht. Durch visuelle Erfassungsmethoden (Helikopter, autonome Drohne, ggf. Brücke oder Krähennest des FS Polarstern) werden Daten über die Verteilung und Verhaltensreaktionen während der seismischen Untersuchung sowie Habitatnutzung der Wale während der Transits hin zum und aus dem Untersuchungsgebiet gesammelt. Die Ergebnisse werden einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, potentielle Effekte von seismischen Untersuchungen mit Airguns auf Wale zu bewerten und wichtige Informationen für das Management anthropogener Aktivitäten im Antarktisvertragsgebiet liefern.
Resultate:

Ziel des Projekts war die Bewertung der Auswirkungen seismischer Airgun-Untersuchungen während der Expedition PS134 (WAIS-BELL) auf antarktische Wale. Dazu wurde ein multidisziplinäres Monitoringkonzept entwickelt, das visuelle Methoden mit passiver Akustik kombinierte, um Verhaltensreaktionen, Vermeidungsdistanzen und mögliche Maskierung von Walvokalisierungen zu untersuchen.

Schiffsgestützte Beobachtungen durch Marine Mammal Observer (MMO) und ein Validierungsteam erwiesen sich als zuverlässigste Mitigationsmaßnahme. Die Vergleichsstudie zeigte, dass 2 MMO nahezu die gleiche Sichtungsleistung wie 3 MMO erreichten. Aus allen Schiffssichtungen wurde ein Vermeidungsradius von 3,4 km (Airguns aktiv) gegenüber 1,2 km (Airguns inaktiv) ermittelt. Einschränkungen bestanden durch Wetter, Nachtbedingungen und nicht einsehbare Bereiche am Heck. Das Infrarot (IR)-Kamerasystem registrierte zwar zusätzliche Sichtungen, war aber durch technische Probleme, hohe Luftfeuchtigkeit und einen großen toten Winkel begrenzt; dennoch wird ein Update empfohlen, da es besonders bei Dunkelheit nützlich ist. Flugsurveys mit Helikopter erweiterten den Beobachtungsradius erheblich (bis 90 km) und lieferten wertvolle Informationen zur Artenverteilung, eignen sich aber nicht für Echtzeit-Mitigation. Die eingesetzte Drohne zeigte nach technischen Problemen Potenzial für zukünftiges Echtzeit-Monitoring, konnte jedoch noch nicht voll evaluiert werden.

Das Autonomous Long-Term Observatory (ALTO)-System mit integriertem AMAR sollte Informationen zu Vokalisierung und Verhalten vor, während und nach seismischen Aktivitäten liefern, zeichnete jedoch aufgrund einer technischen Fehlfunktion keine Daten auf, trotz grundsätzlich hoher Eignung dieser Technologie. Das im Streamer integrierte PAM-System QuietSea™ produzierte überwiegend Fehlalarme. Von vielen detektierten Ereignissen stellte sich nur eine einzige automatische Erkennung als echte Walvokalisierung heraus. Gründe könnten Maskierung durch Schiffslärm, Luftblasenbarriere hinter dem Schiff sowie fehlende Kalibrierung sein.

Keine Methode allein ermöglicht ein vollständiges, zuverlässiges Monitoring unter allen Bedingungen. Schiffsgestützte visuelle Beobachtungen bleiben momentan die effektivste Mitigationsmaßnahme. IR-Systeme, Drohnen und akustische Systeme benötigen technische Weiterentwicklungen, können aber langfristig wertvolle Ergänzungen darstellen, insbesondere zum Monitoring bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder unter Wasser. Für ein robustes Schutz- und Mitigationskonzept sind kombinierte, weiter optimierte Monitoringansätze notwendig.

Kooperationspartner:

JASCO Applied Sciences

Prof. Rochelle Constantine und Tane van der Boon (MAUI63 project New Zealand)

Dr. Brandon Southall (Southall Environmental Associates, Inc., SEA)

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Habitatnutzung des Schweinswals in einem Gebiet mit starker anthropogener Nutzung
Habitat use of harbour porpoise in an area of heavy anthropogenic use
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Johannes Baltzer
Laufzeit: Februar 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Deutsche Wild Tier Stiftung, Hamburg, 8.415 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Der Schweinswal (Phocoena phocoena) ist die in deutschen Gewässern einzige vorkommende Art, die unter anderem durch die FFH-Richtlinien als Anhang II und IV Art geschützt ist. Schweinswale kommen vor allem küstennah vor, wodurch es sehr große Überschneidungen seines Habitats mit anthropogenen Aktivitäten gibt. Die daraus resultierenden Belastungen für den Schweinswal reichen von Lärmverschmutzung, der Konkurrenz um Beutefische bis hin zu unbeabsichtigten Beifängen in der Stellnetzfischerei. Das Gebiet der Eckernförder Bucht in der westlichen deutschen Ostsee zeichnet sich durch einen hohen Grad von anthropogener Nutzung aus und birgt somit ein hohes Störungspotential für Schweinswale. Die Stellnetzfischerei ist in diesem Gebiet weit verbreitet, die die Fischereimethode mit den meisten unbeabsichtigten Beifängen darstellt. Im Gebiet um Eckernförde herrscht zudem ein hohes Schifffahrtsvorkommen, da es sich um eine recht schmale Bucht handelt aus der viele Fischereifahrzeuge auslaufen, sich dort ein Hafen und Übungsplatz der Bundeswehr befindet und hier ein Hochgebiet touristischer Aktivitäten liegt.
Um effektive Maßnahmen zum Schutz des Schweinswals zu entwickeln, ist es zunächst erforderlich die Habitatnutzung von Schweinswalen in diesem Gebiet zu untersuchen. Im westlichen Teil der deutschen Ostsee wird durch das ITAW seit Frühjahr 2021 ein akustisches Monitoring durchgeführt, das jedoch im Bereich der Eckernförder Bucht eine Lücke aufweist. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens soll eine Monitoring-Station in der Eckernförder Bucht ausgebracht werden, die diese Lücke sinnvoll schließen kann. Die Messstation soll im Frühjahr mit einem CPOD ausgestattet werden, der nach etwa 3 Monaten ausgetauscht wird, um dann insgesamt über etwa 6 Monate Daten zum Schweinswalvorkommen zu erheben. Gleichzeitig werden anthropogene Schalleinträge mit einem Unterwasserschallrekorder ermittelt. Die Daten zum Schweinswal Vorkommen sollen mit dem Auftreten von anthropogenem Lärm korreliert werden.
Resultate:

Seit 2021 wurde zum ersten Mal ein kontinuierliches akustisches Monitoring von Schweinswalen in der schleswig-holsteinischen Ostsee zwischen der Flensburger Förde und der Eckernförder Bucht initiiert. Im Jahr 2023 kam eine weitere Messstation hinzu, die das Monitoringnetz nach Süden hin erweitert. Insgesamt werden fünf Messstationen (Holnis, Bredgrund, Schleisand, Damp und Waabs) betrieben, welche mit Klickdetektoren (C-PODs) ausgestattet sind, um die Echoortungslaute (Klicks) von Schweinswalen aufzuzeichnen. Durch das Monitoring konnten akustische Daten über das Vorkommen und die jahreszeitliche Präsenz von Schweinswalen gewonnen werden.

Neben echten Schweinswalklicks wurden vermehrt künstliche Schweinswalklicks von akustischen Warngeräten aufgezeichnet. Die Warngeräte werden als Porpoise Alerting Devices (PALs) bezeichnet und in der Stellnetzfischerei eingesetzt, um Schweinswale durch die Aussendung künstlicher, schweinswalähnlicher Klicksignale vor Netzen zu warnen und Beifang zu reduzieren.

PAL-Signale machten bezogen auf die Gesamtzahl der detektierten Klicks nur einen vergleichsweise geringen Anteil aus. Ihre Bedeutung liegt jedoch weniger in der absoluten Klickanzahl als in ihrer zeitlichen Präsenz über viele Tage hinweg. Im Untersuchungsgebiet der westlichen Ostsee wurde eine außergewöhnlich hohe zeitliche Präsenz von PALs festgestellt. An den Stationen Bredgrund und Waabs wurden in den Jahren 2023 und 2024 jeweils über 100 bis teilweise nahezu 200 Tage mit aktiven PALs registriert. Bei dieser hohen Einsatzdauer muss von einem stark anthropogen beeinflussten Habitat ausgegangen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass C-PODs nur einen Detektionsradius von weniger als 200 m abdecken. Mögliche großräumige Vergrämungseffekte oder Verhaltensänderungen der Schweinswale außerhalb dieses Radius können mit den vorliegenden Daten nicht erfasst werden. Der tatsächliche Einfluss von PALs könnte somit räumlich deutlich größer sein als im Monitoring sichtbar. Die Auswertung des C-POD-PAL-Arrays zeigte eindeutig, dass Schweinswale während aktiver PAL-Phasen signifikant weniger Klicklaute aussenden. Dies deutet auf Vermeidungsreaktionen oder eine Unterdrückung der Echoortungsaktivität hin. Damit widersprechen die Ergebnisse der Annahme, PALs hätten ausschließlich eine neutrale Warnfunktion, und weisen vielmehr auf potenziell abschreckende Effekte hin.

Zusätzlich zur PAL-Problematik wurde die Präsenz von Schweinswalen während der Sprengkampagnen der Bundeswehr in den Jahren 2022 bis 2024 an den Messstationen Schleisand und Damp in der Nähe des Untersuchungsgebiets Schönhagen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Schweinswal-Detektionen während der Sprengungen reduziert waren und erst eine gewisse Zeit nach einer Sprengung wieder auftraten. Der Zeitraum nach Sprengungen könnte dabei von der Sprengladung abhängen.

Die Ergebnisse des Schweinswal-Monitorings in der westlichen Ostsee zeigen, dass PALs nicht nur das akustische Monitoring technisch beeinflussen, sondern auch messbare Verhaltensänderungen bei Schweinswalen hervorrufen. Gebiete mit langanhaltender PAL-Präsenz müssen daher als stark anthropogen beeinflusste Habitate bewertet werden.

Die Kombination aus kontinuierlichem Monitoring, PAL-Filterung, modellbasierter Analyse und der Betrachtung akuter Störereignisse wie Sprengungen liefert eine wichtige Grundlage für Management- und Schutzmaßnahmen im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). Eine Fortführung und Weiterentwicklung des Monitorings sind notwendig, um langfristige Trends und kumulative Effekte besser bewerten zu können.

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Digestibility of Nutrients
-
Projektverantwortliche: Prof. Dr. C. Visscher; Dr. J. Hankel
Laufzeit: Februar 2022 bis Januar 2023
Drittmittelprojekt: Industrie (Veterinärpharmazeutika und Impfstoffe), 567.421 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierernährung
Projektdetails:
-
Details anzeigen
Tierwohl als Dimension von Nachhaltigkeit 2
Animal welfare as a dimension of sustainability 2
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Peter Kunzmann; Andrea Nelke
Laufzeit: Mitte 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Rentenbank, 90.000 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierhygiene Tierschutz und Nutztierethologie
Projektdetails:
Ziel des Projektes ist es, Tierwohl als feste Größe in Nachhaltigkeitskonzepten zu integrieren. Dies geschieht auf konzeptioneller Ebene und anhand von Fallstudien zu ausgewählten Nutztierarten.
Resultate:

Anhand eines der entstandenen Modelle können wir aufzeigen, dass Tierwohl ein Schutzgut unter vielen anderen Nachhaltigkeitsgütern ist, jedoch aufgrund seines kategorialen Unter-schiedes nicht als gleichwertiges Element neben den anderen Nachhaltigkeitsdimensionen in ein Nachhaltigkeitskonzept implementiert werden kann. Eine "echte" Integration von Tierwohl als konstitutiver Bestandteil konnte uns somit nicht gelingen, jedoch eine sinnvolle Positionie-rung über die soziale Dimension der Nachhaltigkeit als Verbindungsglied.

Da eine Entscheidung im Falle von Zielkonflikten trotz kategorialen Unterschiedes abverlangt wird, haben wir als Vorschlag zum Umgang mit dieser Problematik ein Reflexionsmodell ent-worfen, das als Grundlage für die Gewichtung im Falle von Wertvorzugsentscheidungen dienen kann. Die Anwendbarkeit haben wir an einem konkreten Beispiel detailliert aufgezeigt.

Insgesamt haben wir uns klar von anderen Konzepten im aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs ab-grenzen können, unter anderem durch die begründete Auswahl an Argumenten, die aus ethi-scher Sicht gelten können.

Das absolute Ziel der Nachhaltigkeitsdebatte im Zusammenhang mit Tierhaltung und Tierwohl ist an der Diskurslage nicht eindeutig ablesbar, so dass durch Beisteuern gültiger Ar-gumente weiterhin eine Motivation zur Beteiligung besteht.

Der Entwurf eines Modells mit hohem Konkretisierungsgrad, das Tierwohl angemes-sen berücksichtigt, ist derzeit dadurch erheblich limitiert, dass objektiv erfassbare Schwellen-werte wissenschaftlich noch nicht erforscht oder festgelegt worden sind, die wiederum von der angewandten Ethik zwecks Begründung sinnvoll aufgegriffen werden könnten.

Nach wie vor sehen wir das Potenzial einer weiteren Konkretisierung durch Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, insbesondere der Nutztierethologie, die für die Benennung tierartspe-zifischer Ansprüche unerlässlich ist.

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Umgang mit Haustieren in den sozialen Medien
Dealing with pets on Social Media
Projektverantwortliche: Stumpf, Alina; Fels, Michaela; Kemper, Nicole
Laufzeit: Juni 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 110.550 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierhygiene Tierschutz und Nutztierethologie
Projektdetails:
Die sozialen Medien nehmen einen rasant wachsenden Stellenwert in der Kommunikation der Menschen ein. Werden unwissentlich oder unkritisch tierschutzrelevante Inhalte ins Internet gestellt, nachgeahmt oder geteilt, erreichen diese potenziell eine breite Masse von Menschen in allen Bevölkerungsschichten. Das geplante Projekt soll einen gesellschaftlichen Diskurs zum Thema Tierschutz in den sozialen Medien anregen, der auf wissenschaftlicher Grundlage basiert. Ziel ist die Aufklärung potenzieller Nutzer über Ausdrucksverhalten und Bedürfnisse der Tiere sowie die potenzielle Tierschutzrelevanz verschiedener Darstellungen. Hierfür werden unterschiedliche Funktionsgruppen wie Universitäten, Schulen, die Tierärzteschaft, der Zoofachhandel sowie die (Print-)Medien eingebunden.
Resultate:

Eine gezielte Recherche nach Haustiervideos mit Tierleid fand auf den Plattformen TikTok, Instagram und YouTube statt. Hierbei wurden zahlreiche Videos mit Tierschutzrelevanz gefunden, welche entsprechend ihrer Inhalte kategorisiert wurden. Die wissenschaftliche Analyse des Tierverhaltens in den Videos bildete die Basis der Ermittlung der Tierschutzrelevanz. In 82,4% der analysierten Videos zeigten die Tiere Stressanzeichen. In 53,3% der Videos bestanden für die Tiere Verletzungsgefahren, und in 29,7% der Videos konnte Schmerz bei den Tieren vermutet werden. Die Ergebnisse einer Online-Umfrage mit 3.256 Teilnehmenden zeigten, dass 98.5% der Befragten bereits Kontakt zu Tiervideos hatten. 41.7% der Befragten gaben an, dass sie nie/fast nie selbst nach Tiervideos suchten und 73.8% gaben an, oft/sehr oft Tiervideos durch die Algorithmen der Plattformen vorgeschlagen zu bekommen. Diverse Print- und Online-Medien berichteten über den Zukunftsdiskurs (z.B. Spiegel, Zeit (Leo), Hannoversche Allgemeine und diverse Fachzeitschriften). Zusätzlich gaben die Projektverantwortlichen Interviews in Radio, Fernsehen sowie in einem Podcast. Des Weiteren wurden der Öffentlichkeit Poster, Flyer, Logos sowie GIFS und PDF-Dateien zur Verfügung gestellt. Verschiedene Funktionsgruppen wurden als Multiplikatoren durch Vorträge auf Veranstaltungen und Lehrangebote für Schulen eingebunden.

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Nahrungsmittel der Zukunft- Insekten
Future Foods - Insects
Projektverantwortliche: Dr. Nils Grabowski; Dr. Juliane Hirnet; Prof. Dr. Madeleine Plötz
Laufzeit: September 2022 bis August 2023
Drittmittelprojekt: Stiftung Innovation in der Hochschullehre, Projektförderung Freiraum, 144.160 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit
Projektdetails:
Der Konsum essbarer Insekten ist sowohl Jahrtausende alte Traditionen in vielen Regionen der Welt wie auch Novum in den Regionen, in denen sie bislang kaum konsumiert werden, z.B. Europa. Die kommerzielle Zucht entlastet natürliche Populationen, führt zu kontrollierter Qualität und schafft neue Verdienstmöglichkeiten. Da sie in großen Gruppen gezüchtet werden, benötigen sie dieselbe Aufmerksamkeit hinsichtlich Tiergesundheit und Tierwohl wie andere Nutztiere, und das wurde bisher nicht praktiziert.
Ziel des Projektes ist, Tiermedizin- und Biologiestudierende auf dieses Arbeitsfeld vorzubereiten. In Semestermodulen lernen Erstere, wie man integrale Bestandsbetreuung auf einem Insektenbetrieb durchführt und Letztere, wie man bisher ungenutzte Arten auf die Verwendung als Nutztier prüft. Jedes Studierendenteam erhält die Aufsicht über eine Insektencharge, die sie betreuen. Dadurch werden die Kursteilnehmer*innen zu kompetenten Ansprechpartnern für Landwirt*innen.
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