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2305 Ergebnisse.
Wildtierforschung in der Schule und zu Hause erleben - Bildung für nachhaltige Entwicklung mittels Forschungskisten für Schüler:innen.
Experiencing wildlife research at school and at home - Education for sustainable development through research kits for pupils.
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Lotte Cäcilie Striewe; Dr. Bianca Unger; Dr. Friederike Gethöffer; Franziska Schöttes
Laufzeit: Januar 2022 bis Juni 2023
Drittmittelprojekt: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), 115.800 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) befasst sich mit einer Vielzahl veterinärmedizinischer und biologischer Fragestellungen bei verschiedenen Wildtierarten. Hierzu gehören beispielsweise die Habitatnutzung, Reproduktion, Nahrungsökologie, die Infektionserkrankungen bei Wildtieren, Auswirkungen von anthropogenen Aktivitäten sowie ihr Schutz und das Management ihres Lebensraumes. Das ITAW hat große Erfahrung bei der Bearbeitung von nationalen und internationalen Forschungsprojekten. Neben Projekttagen im Institut, Vorlesungen im Rahmen der "Kinder-Uni", Teilnahme an Messen zur Berufsbildung oder interaktiven Infoständen an diversen Events führt das ITAW eine Vielzahl an Aktivitäten in diesen Bereichen durch. Umweltbildung spielt seit jeher eine große Rolle und spiegelt sich z.B. in langjährigen Kooperationen mit lokalen Schulen wider. Ein wichtiger Aspekt gerade der internationalen Projekte zur Meeresforschung, zum Teil unter EU-Förderung, ist die Entwicklung von Kommunikationsmaterial, welches sich auch an Schülerinnen und Schüler (SuS) richtet. Im Projekt "Marine Mammals Science Education" wurden 2018 erstmalig Expeditionsboxen zum Thema Meeressäugetiere erstellt, die vom ITAW und von allen Projektpartner:innen in In- und Ausland erfolgreich eingesetzt wurden (www.marine-mammals.com). Gefördert durch die Volks-Wagen-Stiftung in Zusammenarbeit mit Kooperationsschulen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind inzwischen weitere Kisten entwickelt und erprobt worden. Sie behandeln Themen wie Parasiten, Viren sowie Knochen und Schädel und sind an verschiedene Themen des Biologie-Unterrichts angelehnt. Diese ersten Forschungskisten können im Rahmen von Schulprojekten am ITAW über die TiHo-Internetseite ausgeliehen werden und ermöglichen selbstständiges und aktives Lernen im Präsenzunterricht, siehe:

https://www.tiho-hannover.de/forschungskisten

Im Rahmen des angestrebten Projektes werden neue Forschungskisten zu verschiedenen Wildtier- und Umweltthemen entwickelt und Schulen für Präsenz- und Onlineunterricht zur Verfügung gestellt. Diese Kisten enthalten Experimente, Lehrmaterial, digitale Materialien (z.B. Filme, PPTs) sowie Informationen für ein "home-exploring". Weiterhin ist die individuelle Bearbeitung einzelner Themen im Rahmen des Homeschoolings für zwei verschiedene Altersgruppen, u.a. durch vielfältige kreative Arbeitsformen Bestandteil der Kisten. Interviews mit wissenschaftlichen Expert:innen sind ebenso vorgesehen wie die digitale Verbreitung von Vorträgen im Rahmen der Kinder-Uni. Im Rahmen des Wissenschaftstransfers ist an eine Auswahl aus aktuellen Forschungsergebnissen und -methoden zu folgenden sechs Themenschwerpunkten gedacht:

- Bioakustik - Kommunikation von Wildtieren
- Barrieren für Wildtiere zu Land und zu Wasser
- Effekte der Landwirtschaft auf Niederwildarten
- Gefahren und Schutzmöglichkeiten für den Fischotter
- Mikroplastik in Wildtieren
- Invasive Arten - z.B. Waschbär, Marderhund, Wollhandkrabbe

Anhand dieser Forschungsthemen aus Veterinärmedizin und Biologie lernen SuS durch Eigenarbeit Forschungstätigkeiten und wissenschaftliche Untersuchungsmethoden kennen.
Resultate:

Forschungskisten zu veterinärmedizinischen und biologischen Fragestellungen bei verschiedenen Wildtierarten wurden erstellt. Science Transfer Mission (STM) verleiht die Forschungskisten für die TiHo über die Seite www.forschungskiste.com. Es stehen "echte" Forschungskisten mit Experimenten und Lehrmaterial sowie digitale Forschungskisten nur mit Lehrmaterial bereit.

http://www.forschungskiste.com/unterrichtsmaterial

Kooperationspartner:

Dr. Kirstin Poremba, Schule am Meer (SaM), 25761 Büsum

Katrin Wollny-Goerke, Meeresmedien, 22397 Hamburg

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GIS-gestützte Analyse der raumzeitlichen Auswirkungen von Restriktionen durch die COVID-19-Pandemie auf die Wertschöpfungskette der Geflügelfleischproduktion
GIS-based analysis of the spatiotemporal impact of COVID-19 pandemic restrictions on the poultry meat production value chain.
Projektverantwortliche: Tobias Nolte; Anne-Katrin Jacobs; Nicole Kemper; Christian Visscher
Laufzeit: Februar 2022 bis März 2023
Drittmittelprojekt: QS-Wissenschaftsfonds, 28.229 EUR
Kliniken/Institute:
Wissenschaft für innovative und nachhaltige Geflügelhaltung
Projektdetails:
Das Projekt soll wichtige Fragestellungen bezüglich der raumzeitlichen Auswirkungen von Restriktionen durch die Covid-19-Pandemie auf die Prozesskette der Geflügelfleischerzeugung beantworten. Es werden Daten aus der Primärproduktion, Strukturanalysen sowie Schlachtbefunddaten, gemeldeten Zoonosen in der deutschen Bevölkerung sowie Restriktionen durch die Pandemie verknüpft, um Signifikanzen und Zusammenhänge abzuleiten. Hieraus werden wichtige Aussagen generiert, welche die Resilienz gegenüber massiven Eingriffen der integrierten Prozessketten im globalen Welthandel thematisieren und bewerten.
Das Forschungsvorhaben soll insbesondere nachweisen, ob die Verringerung der gemeldeten Campylobacter-Enteritiden in der Bevölkerung während der Pandemie am veränderten Vorkommen des Erregers in der Primärproduktion, an Prozessabläufen bei der Geflügelschlachtung, am geänderten Konsumverhalten oder anderen Faktoren lag. Die Restriktionen der Covid-19-Pandemie werden mit in die Synthese der Ergebnisse einbezogen.
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Resistenzentwicklung von Glaesserella-parasuis-Isolaten aus der Rotinediagnostik seit 2006
Development of antimicrobial resistance of Glässerella-parasuis-Isolates from routine diagnostics since 2006
Projektverantwortliche: Isabel Hennig-Pauka; Lothar Kreienbrock; Maria Hartmann; Isabeau Wiencek; Jörg Merkel
Laufzeit: Januar 2022 bis Dezember 2023
Kliniken/Institute:
Außenstelle für Epidemiologie (Bakum)
Institut für Biometrie Epidemiologie und Informationsverarbeitung
Institut für Mikrobiologie Zentrum für Infektionsmedizin
Projektdetails:
Die Häufigkeiten gegen die unterschiedlichen antibiotischen Wirkstoffklassen resistenter Glässerella parasuis Isolate werden über die Jahre 2006-2021 verglichen.
Resultate:

Wiencek I, Hartmann M, Merkel J, Trittmacher S, Kreienbrock L, Hennig-Pauka I. Temporal Patterns of Phenotypic Antimicrobial Resistance and Coinfecting Patho-gens in Glaesserella parasuis Strains Isolated from Diseased Swine in Germany from 2006 to 2021. Pathogens 2022; 11: 721. doi: 10.3389/fvets.2021.802570

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Dr-Feed (Digit-Real-Feed): Die praktische Tierernährung digital angeboten
Dr-Feed (Digit-Real-Feed): The practical animal nutrition offered digitally
Projektverantwortliche: Dr. Julia Hankel; Prof. Dr. Christian Visscher
Laufzeit: Januar 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 49.500 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierernährung
Projektdetails:
Ergänzung der klassischen Lehre in Präsenz durch die Entwicklung digitaler, jederzeit verfügbarer Inhalte.
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Frauenhofer ITEM- Therapeutische Behandlung gegen SARS-CoV-2 mit inhaliertem VHH von BiondVax - Wirksamkeitsprogramm bei Hamstern
Frauenhofer ITEM- Therapeutic treatment against SARS-CoV-2 with inhaled VHH from BiondVax - Efficacy program in hamsters
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Maren von Köckritz-Blickwede
Laufzeit: September 2022 bis September 2023
Drittmittelprojekt: Frauenhofer ITEM, 278.466 EUR
Kliniken/Institute:
Research Center for Emerging Infections and Zoonoses
Projektdetails:
Frauenhofer ITEM-Therapeutische Behandlung gegen SARS-CoV-2 mit inhaliertem VHH von BiondVax - Wirksamkeitsprogramm bei Hamster
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Untersuchung von Verhaltens- und akustischen Reaktionen von Walen auf seismische Untersuchungen in der Antarktis
Investigation of behavioural and acoustic responses of cetaceans to seismic surveys in Antarctica
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Johannes Baltzer
Laufzeit: Juli 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Umweltbundesamt, 264.210 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Das Umweltbundesamt (UBA) ist nach dem Gesetz zur Ausführung des Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag (AUG) die nationale Genehmigungsbehörde für alle Tätigkeiten in der Antarktis, die von Deutschland aus organisiert werden oder von Deutschland ausgehen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach dem AUG ist für alle angezeigten Aktivitäten im Geltungsbereich des Antarktis-Vertrages eine Umweltprüfung durch das UBA als Vollzugsbehörde durchzuführen.
Um die Topographie und geologische Zusammensetzung des Meeresbodens zuverlässig zu bestimmen, werden seismische Untersuchungen mit Airguns (Luftpulsern) durchgeführt. Diese Geräte senden Schallwellen mit sehr hohen Schallpegeln aus. Die Datenbasis ist bislang unzureichend, um mögliche Auswirkungen auf die marine Fauna beurteilen zu können.
Das Ziel dieses Projektes ist es, die Auswirkungen einer geowissenschaftlichen, seismischen Untersuchung mit Airguns im Rahmen der Expedition "WAIS-BELL" (PS 134) im Jahr 2022/23 auf Wale in der Antarktis in situ zu bewerten. Hierbei wird eine Verhaltensreaktionsstudie durchgeführt, die einen multidisziplinären Ansatz umfasst, der visuelle Erfassungsmethoden und passiv akustisches Monitoring (PAM) miteinander kombiniert.
Im Rahmen des Projektes sollen Daten über die Verteilung, Habitatnutzung und mögliche Verhaltensreaktionen von Walen in ihrem antarktischen Nahrungsgebiet in einer ungestörten und akustisch gestörten Situation generiert werden. Die Arbeiten werden während seismischer Untersuchungen in der Amundsen- und Bellingshausensee durchgeführt und erfolgen in enger Zusammenarbeit zwischen der TiHo, JASCO und der AWI-Geophysikgruppe in deren Untersuchungsprogramm.
Die Lärmbelastung und die Vokalisierungen von Walen werden mit Hilfe eines autonomen akustischen Aufnahmesystems (AMAR) aufgezeichnet, das die Identifizierung, Lokalisierung und Verfolgung vokalisierender Individuen ermöglicht. Durch visuelle Erfassungsmethoden (Helikopter, autonome Drohne, ggf. Brücke oder Krähennest des FS Polarstern) werden Daten über die Verteilung und Verhaltensreaktionen während der seismischen Untersuchung sowie Habitatnutzung der Wale während der Transits hin zum und aus dem Untersuchungsgebiet gesammelt. Die Ergebnisse werden einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, potentielle Effekte von seismischen Untersuchungen mit Airguns auf Wale zu bewerten und wichtige Informationen für das Management anthropogener Aktivitäten im Antarktisvertragsgebiet liefern.
Resultate:

Ziel des Projekts war die Bewertung der Auswirkungen seismischer Airgun-Untersuchungen während der Expedition PS134 (WAIS-BELL) auf antarktische Wale. Dazu wurde ein multidisziplinäres Monitoringkonzept entwickelt, das visuelle Methoden mit passiver Akustik kombinierte, um Verhaltensreaktionen, Vermeidungsdistanzen und mögliche Maskierung von Walvokalisierungen zu untersuchen.

Schiffsgestützte Beobachtungen durch Marine Mammal Observer (MMO) und ein Validierungsteam erwiesen sich als zuverlässigste Mitigationsmaßnahme. Die Vergleichsstudie zeigte, dass 2 MMO nahezu die gleiche Sichtungsleistung wie 3 MMO erreichten. Aus allen Schiffssichtungen wurde ein Vermeidungsradius von 3,4 km (Airguns aktiv) gegenüber 1,2 km (Airguns inaktiv) ermittelt. Einschränkungen bestanden durch Wetter, Nachtbedingungen und nicht einsehbare Bereiche am Heck. Das Infrarot (IR)-Kamerasystem registrierte zwar zusätzliche Sichtungen, war aber durch technische Probleme, hohe Luftfeuchtigkeit und einen großen toten Winkel begrenzt; dennoch wird ein Update empfohlen, da es besonders bei Dunkelheit nützlich ist. Flugsurveys mit Helikopter erweiterten den Beobachtungsradius erheblich (bis 90 km) und lieferten wertvolle Informationen zur Artenverteilung, eignen sich aber nicht für Echtzeit-Mitigation. Die eingesetzte Drohne zeigte nach technischen Problemen Potenzial für zukünftiges Echtzeit-Monitoring, konnte jedoch noch nicht voll evaluiert werden.

Das Autonomous Long-Term Observatory (ALTO)-System mit integriertem AMAR sollte Informationen zu Vokalisierung und Verhalten vor, während und nach seismischen Aktivitäten liefern, zeichnete jedoch aufgrund einer technischen Fehlfunktion keine Daten auf, trotz grundsätzlich hoher Eignung dieser Technologie. Das im Streamer integrierte PAM-System QuietSea™ produzierte überwiegend Fehlalarme. Von vielen detektierten Ereignissen stellte sich nur eine einzige automatische Erkennung als echte Walvokalisierung heraus. Gründe könnten Maskierung durch Schiffslärm, Luftblasenbarriere hinter dem Schiff sowie fehlende Kalibrierung sein.

Keine Methode allein ermöglicht ein vollständiges, zuverlässiges Monitoring unter allen Bedingungen. Schiffsgestützte visuelle Beobachtungen bleiben momentan die effektivste Mitigationsmaßnahme. IR-Systeme, Drohnen und akustische Systeme benötigen technische Weiterentwicklungen, können aber langfristig wertvolle Ergänzungen darstellen, insbesondere zum Monitoring bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder unter Wasser. Für ein robustes Schutz- und Mitigationskonzept sind kombinierte, weiter optimierte Monitoringansätze notwendig.

Kooperationspartner:

JASCO Applied Sciences

Prof. Rochelle Constantine und Tane van der Boon (MAUI63 project New Zealand)

Dr. Brandon Southall (Southall Environmental Associates, Inc., SEA)

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Habitatnutzung des Schweinswals in einem Gebiet mit starker anthropogener Nutzung
Habitat use of harbour porpoise in an area of heavy anthropogenic use
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Johannes Baltzer
Laufzeit: Februar 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Deutsche Wild Tier Stiftung, Hamburg, 8.415 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Der Schweinswal (Phocoena phocoena) ist die in deutschen Gewässern einzige vorkommende Art, die unter anderem durch die FFH-Richtlinien als Anhang II und IV Art geschützt ist. Schweinswale kommen vor allem küstennah vor, wodurch es sehr große Überschneidungen seines Habitats mit anthropogenen Aktivitäten gibt. Die daraus resultierenden Belastungen für den Schweinswal reichen von Lärmverschmutzung, der Konkurrenz um Beutefische bis hin zu unbeabsichtigten Beifängen in der Stellnetzfischerei. Das Gebiet der Eckernförder Bucht in der westlichen deutschen Ostsee zeichnet sich durch einen hohen Grad von anthropogener Nutzung aus und birgt somit ein hohes Störungspotential für Schweinswale. Die Stellnetzfischerei ist in diesem Gebiet weit verbreitet, die die Fischereimethode mit den meisten unbeabsichtigten Beifängen darstellt. Im Gebiet um Eckernförde herrscht zudem ein hohes Schifffahrtsvorkommen, da es sich um eine recht schmale Bucht handelt aus der viele Fischereifahrzeuge auslaufen, sich dort ein Hafen und Übungsplatz der Bundeswehr befindet und hier ein Hochgebiet touristischer Aktivitäten liegt.
Um effektive Maßnahmen zum Schutz des Schweinswals zu entwickeln, ist es zunächst erforderlich die Habitatnutzung von Schweinswalen in diesem Gebiet zu untersuchen. Im westlichen Teil der deutschen Ostsee wird durch das ITAW seit Frühjahr 2021 ein akustisches Monitoring durchgeführt, das jedoch im Bereich der Eckernförder Bucht eine Lücke aufweist. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens soll eine Monitoring-Station in der Eckernförder Bucht ausgebracht werden, die diese Lücke sinnvoll schließen kann. Die Messstation soll im Frühjahr mit einem CPOD ausgestattet werden, der nach etwa 3 Monaten ausgetauscht wird, um dann insgesamt über etwa 6 Monate Daten zum Schweinswalvorkommen zu erheben. Gleichzeitig werden anthropogene Schalleinträge mit einem Unterwasserschallrekorder ermittelt. Die Daten zum Schweinswal Vorkommen sollen mit dem Auftreten von anthropogenem Lärm korreliert werden.
Resultate:

Seit 2021 wurde zum ersten Mal ein kontinuierliches akustisches Monitoring von Schweinswalen in der schleswig-holsteinischen Ostsee zwischen der Flensburger Förde und der Eckernförder Bucht initiiert. Im Jahr 2023 kam eine weitere Messstation hinzu, die das Monitoringnetz nach Süden hin erweitert. Insgesamt werden fünf Messstationen (Holnis, Bredgrund, Schleisand, Damp und Waabs) betrieben, welche mit Klickdetektoren (C-PODs) ausgestattet sind, um die Echoortungslaute (Klicks) von Schweinswalen aufzuzeichnen. Durch das Monitoring konnten akustische Daten über das Vorkommen und die jahreszeitliche Präsenz von Schweinswalen gewonnen werden.

Neben echten Schweinswalklicks wurden vermehrt künstliche Schweinswalklicks von akustischen Warngeräten aufgezeichnet. Die Warngeräte werden als Porpoise Alerting Devices (PALs) bezeichnet und in der Stellnetzfischerei eingesetzt, um Schweinswale durch die Aussendung künstlicher, schweinswalähnlicher Klicksignale vor Netzen zu warnen und Beifang zu reduzieren.

PAL-Signale machten bezogen auf die Gesamtzahl der detektierten Klicks nur einen vergleichsweise geringen Anteil aus. Ihre Bedeutung liegt jedoch weniger in der absoluten Klickanzahl als in ihrer zeitlichen Präsenz über viele Tage hinweg. Im Untersuchungsgebiet der westlichen Ostsee wurde eine außergewöhnlich hohe zeitliche Präsenz von PALs festgestellt. An den Stationen Bredgrund und Waabs wurden in den Jahren 2023 und 2024 jeweils über 100 bis teilweise nahezu 200 Tage mit aktiven PALs registriert. Bei dieser hohen Einsatzdauer muss von einem stark anthropogen beeinflussten Habitat ausgegangen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass C-PODs nur einen Detektionsradius von weniger als 200 m abdecken. Mögliche großräumige Vergrämungseffekte oder Verhaltensänderungen der Schweinswale außerhalb dieses Radius können mit den vorliegenden Daten nicht erfasst werden. Der tatsächliche Einfluss von PALs könnte somit räumlich deutlich größer sein als im Monitoring sichtbar. Die Auswertung des C-POD-PAL-Arrays zeigte eindeutig, dass Schweinswale während aktiver PAL-Phasen signifikant weniger Klicklaute aussenden. Dies deutet auf Vermeidungsreaktionen oder eine Unterdrückung der Echoortungsaktivität hin. Damit widersprechen die Ergebnisse der Annahme, PALs hätten ausschließlich eine neutrale Warnfunktion, und weisen vielmehr auf potenziell abschreckende Effekte hin.

Zusätzlich zur PAL-Problematik wurde die Präsenz von Schweinswalen während der Sprengkampagnen der Bundeswehr in den Jahren 2022 bis 2024 an den Messstationen Schleisand und Damp in der Nähe des Untersuchungsgebiets Schönhagen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Schweinswal-Detektionen während der Sprengungen reduziert waren und erst eine gewisse Zeit nach einer Sprengung wieder auftraten. Der Zeitraum nach Sprengungen könnte dabei von der Sprengladung abhängen.

Die Ergebnisse des Schweinswal-Monitorings in der westlichen Ostsee zeigen, dass PALs nicht nur das akustische Monitoring technisch beeinflussen, sondern auch messbare Verhaltensänderungen bei Schweinswalen hervorrufen. Gebiete mit langanhaltender PAL-Präsenz müssen daher als stark anthropogen beeinflusste Habitate bewertet werden.

Die Kombination aus kontinuierlichem Monitoring, PAL-Filterung, modellbasierter Analyse und der Betrachtung akuter Störereignisse wie Sprengungen liefert eine wichtige Grundlage für Management- und Schutzmaßnahmen im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). Eine Fortführung und Weiterentwicklung des Monitorings sind notwendig, um langfristige Trends und kumulative Effekte besser bewerten zu können.

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Chytridiomykose in Amphibienpopulationen - Evaluation, Gefährdungspotenzial und Implikationen für den Artenschutz in Schleswig-Holstein
Chytridiomycosis in amphibian populations - risk evaluation, threats and conservation implications in Schleswig-Holstein
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Lotte Striewe
Laufzeit: Mai 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, 98.692 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Die beiden invasiven Pilze Batrachochytrium dendrobatidis (im Folgenden Bd genannt) und B. salamandrivorans (im Folgenden Bsal genannt) stammen ursprünglich aus Asien. Bd kann nachweislich mehr als 700 Arten von Amphibien aller drei Ordnungen (Schwanzlurche, Froschlurche, Schleichenlurche) infizieren und zu klinischen Erkrankungen bis zum Tod der Tiere führen. Klinische Erkrankungen, wie charakteristische Hautveränderungen, treten nicht immer auf, sodass die Chytridiomykose in vielseitiger Gestalt auftritt und schwer zu fassen ist. Bsal kommt außerhalb Asiens bislang nur in Europa vor. Hier wurde er erstmals 2013 in den Niederlanden beschrieben, wo der Pilz mit einem Rückgang von mehr als 95% der Feuersalamander-Population (Salamandra salamandra) seit 2010 assoziiert wird.
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, über einen Zeitraum von zwei Jahren ein umfassenderes Bild der Verbreitung der invasiven Pilze Bd und Bsal in Schleswig-Holstein zu bekommen. Dabei werden verschiedene wildlebende Frosch- und Schwanzlurche untersucht, die möglichst nebeneinander in gemeinsamen Habitaten in Schleswig-Holstein vorkommen. Die Probennahmen selbst erfolgen mittels sterilen Hauttupfern, was eine besonders tierverträgliche Methode darstellt. Im Anschluss an die Beprobung werden die Tiere am Fundort wieder freigelassen. Sofern möglich sollen im Anschluss erste Hinweise auf saisonale, regionale und artspezifische Auffälligkeiten herausgearbeitet werden, die wiederum Implikationen für Folgestudien haben werden.

Folgende Fragestellungen sollen bearbeitet werden:
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis von Bd und Bsal und Krankheitssymptomen oder sogar einem vermehrten Auftreten von Totfunden?
- Welche Arten zeigen typischerweise Krankheitssymptome? Welche Arten
sind ohne Krankheitsanzeichen (subklinisch) infiziert, fungieren als asymptomatische Carrier oder haben eine Reservoirfunktion?
- Gibt es regionale Unterschiede in der Vorkommenshäufigkeit (Prävalenz) der Erreger?

Aufgrund der akuten Gefährdungssituation der in Schleswig-Holstein beheimateten Amphibien sollten angewandte Artenschutzmaßnahmen darauf abzielen, eine zusätzliche
Gefährdung der beheimateten Amphibienarten durch Infektionskrankheiten wie Bd und Bsal gering zu halten. Deshalb sollen die Ergebnisse der Studie außerdem dazu dienen, zukünftige Artenschutzprojekte, wie z. B. Wiederansiedlungs- und Managementmaßnahmen, zu verbessern.
Resultate:

Abschlussbericht an das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

https://www.tiho-hannover.de/fileadmin/57_79_terr_aqua_Wildtierforschung/79_Buesum/downloads/Berichte/2023_Amphibien_Abschlussbericht_MEKUN.pdf

Kooperationspartner:

Christoph Leineweber, Rachel Marschang (LABOKLIN GmbH)

97688 Bad Kissingen


Christian Winkler (Arbeitskreis Herpetofauna der FÖAG)

24582 Bordesholm


Patrick Pohlmann (Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung)

24145 Kiel Wellsee


Arne Drews (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume)

24220 Flintbeck

Details anzeigen
Tierwohl als Dimension von Nachhaltigkeit 2
Animal welfare as a dimension of sustainability 2
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Peter Kunzmann; Andrea Nelke
Laufzeit: Mitte 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Rentenbank, 90.000 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierhygiene Tierschutz und Nutztierethologie
Projektdetails:
Ziel des Projektes ist es, Tierwohl als feste Größe in Nachhaltigkeitskonzepten zu integrieren. Dies geschieht auf konzeptioneller Ebene und anhand von Fallstudien zu ausgewählten Nutztierarten.
Resultate:

Anhand eines der entstandenen Modelle können wir aufzeigen, dass Tierwohl ein Schutzgut unter vielen anderen Nachhaltigkeitsgütern ist, jedoch aufgrund seines kategorialen Unter-schiedes nicht als gleichwertiges Element neben den anderen Nachhaltigkeitsdimensionen in ein Nachhaltigkeitskonzept implementiert werden kann. Eine "echte" Integration von Tierwohl als konstitutiver Bestandteil konnte uns somit nicht gelingen, jedoch eine sinnvolle Positionie-rung über die soziale Dimension der Nachhaltigkeit als Verbindungsglied.

Da eine Entscheidung im Falle von Zielkonflikten trotz kategorialen Unterschiedes abverlangt wird, haben wir als Vorschlag zum Umgang mit dieser Problematik ein Reflexionsmodell ent-worfen, das als Grundlage für die Gewichtung im Falle von Wertvorzugsentscheidungen dienen kann. Die Anwendbarkeit haben wir an einem konkreten Beispiel detailliert aufgezeigt.

Insgesamt haben wir uns klar von anderen Konzepten im aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs ab-grenzen können, unter anderem durch die begründete Auswahl an Argumenten, die aus ethi-scher Sicht gelten können.

Das absolute Ziel der Nachhaltigkeitsdebatte im Zusammenhang mit Tierhaltung und Tierwohl ist an der Diskurslage nicht eindeutig ablesbar, so dass durch Beisteuern gültiger Ar-gumente weiterhin eine Motivation zur Beteiligung besteht.

Der Entwurf eines Modells mit hohem Konkretisierungsgrad, das Tierwohl angemes-sen berücksichtigt, ist derzeit dadurch erheblich limitiert, dass objektiv erfassbare Schwellen-werte wissenschaftlich noch nicht erforscht oder festgelegt worden sind, die wiederum von der angewandten Ethik zwecks Begründung sinnvoll aufgegriffen werden könnten.

Nach wie vor sehen wir das Potenzial einer weiteren Konkretisierung durch Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, insbesondere der Nutztierethologie, die für die Benennung tierartspe-zifischer Ansprüche unerlässlich ist.

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Umgang mit Haustieren in den sozialen Medien
Dealing with pets on Social Media
Projektverantwortliche: Stumpf, Alina; Fels, Michaela; Kemper, Nicole
Laufzeit: Juni 2022 bis Dezember 2023
Drittmittelprojekt: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 110.550 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierhygiene Tierschutz und Nutztierethologie
Projektdetails:
Die sozialen Medien nehmen einen rasant wachsenden Stellenwert in der Kommunikation der Menschen ein. Werden unwissentlich oder unkritisch tierschutzrelevante Inhalte ins Internet gestellt, nachgeahmt oder geteilt, erreichen diese potenziell eine breite Masse von Menschen in allen Bevölkerungsschichten. Das geplante Projekt soll einen gesellschaftlichen Diskurs zum Thema Tierschutz in den sozialen Medien anregen, der auf wissenschaftlicher Grundlage basiert. Ziel ist die Aufklärung potenzieller Nutzer über Ausdrucksverhalten und Bedürfnisse der Tiere sowie die potenzielle Tierschutzrelevanz verschiedener Darstellungen. Hierfür werden unterschiedliche Funktionsgruppen wie Universitäten, Schulen, die Tierärzteschaft, der Zoofachhandel sowie die (Print-)Medien eingebunden.
Resultate:

Eine gezielte Recherche nach Haustiervideos mit Tierleid fand auf den Plattformen TikTok, Instagram und YouTube statt. Hierbei wurden zahlreiche Videos mit Tierschutzrelevanz gefunden, welche entsprechend ihrer Inhalte kategorisiert wurden. Die wissenschaftliche Analyse des Tierverhaltens in den Videos bildete die Basis der Ermittlung der Tierschutzrelevanz. In 82,4% der analysierten Videos zeigten die Tiere Stressanzeichen. In 53,3% der Videos bestanden für die Tiere Verletzungsgefahren, und in 29,7% der Videos konnte Schmerz bei den Tieren vermutet werden. Die Ergebnisse einer Online-Umfrage mit 3.256 Teilnehmenden zeigten, dass 98.5% der Befragten bereits Kontakt zu Tiervideos hatten. 41.7% der Befragten gaben an, dass sie nie/fast nie selbst nach Tiervideos suchten und 73.8% gaben an, oft/sehr oft Tiervideos durch die Algorithmen der Plattformen vorgeschlagen zu bekommen. Diverse Print- und Online-Medien berichteten über den Zukunftsdiskurs (z.B. Spiegel, Zeit (Leo), Hannoversche Allgemeine und diverse Fachzeitschriften). Zusätzlich gaben die Projektverantwortlichen Interviews in Radio, Fernsehen sowie in einem Podcast. Des Weiteren wurden der Öffentlichkeit Poster, Flyer, Logos sowie GIFS und PDF-Dateien zur Verfügung gestellt. Verschiedene Funktionsgruppen wurden als Multiplikatoren durch Vorträge auf Veranstaltungen und Lehrangebote für Schulen eingebunden.

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