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2308 Ergebnisse.
Therapieentwicklung
Therapy development
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Richter Assencio
Laufzeit: Anfang 2025 bis Ende 2026
Drittmittelprojekt: Biotech, 260.000 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Pharmakologie Toxikologie und Pharmazie
Projektdetails:
präklinische Testung
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Einfluss eines slow release GnRH-Agonisten (Deslorelin) auf die Gonadenaktivität bei Wellensittichen (Melopsittacus undulatus)
Influence of a slow release GnRH agonist (Deslorelin) on gonadal activity in budgerigars (Melopsittacus undulatus)
Projektverantwortliche: Michael Pees; Marko Legler; Marion Schmicke; Lena Haas
Laufzeit: Januar 2025 bis Januar 2026
Kliniken/Institute:
Klinik für Heimtiere Reptilien und Vögel
Klinik für Rinder
Projektdetails:
Wenig standardisierte Untersuchungen liegen zur Wirkung von slow release GnRH-Agonisten bei Vogelpatienten vor. Mit diesem Hintergrund soll in dieser Studie der Einfluss von Deslorelin einem slow release GnRH-Agonisten auf die Gonadenaktivität von weiblichen und männlichen Wellensittichen überprüft werden, um den klinischen Einsatz dieses Medikamentes optimieren zu können. Die Aktivität der Gonaden wird hierbei unter anderem mit Hilfe der Bestimmung der Geschlechtshormone sowie der röntgenologischen Beurteilung der Geschlechtsorgane überprüft.
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Bestimmung zusätzlicher blutchemischer Parameter zur Identifikation von Nephropathien bei Bartagamen (Pogona vitticeps)
Determination of additional blood chemistry parameters for the identification of nephropathies in bearded dragons (Pogona vitticeps)
Projektverantwortliche: Hetterich; Pees
Laufzeit: 2025 bis 2026
Kliniken/Institute:
Klinik für Heimtiere Reptilien und Vögel
Projektdetails:
Blutchemische SDMA-Bestimmungen
Kooperationspartner:

LABOKLIN - Fachlabor für veterinärmedizinische Diagnostik

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DEMASK-Entwicklung und Bewertung von Lärmschutzstrategien zur Gesunderhaltung der Nordsee
DEMASK-Development and evaluation of noise management strategies to keep the North Sea healthy
Projektverantwortliche: Prof. Prof h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Joseph Schnitzler
Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2026
Drittmittelprojekt: Interreg VI-B Norseeprogramm EFRE (Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung - EFRE) Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Hannover Mittel des Bundes, 411.143 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Die Nordsee ist eines der am stärksten befahrenen Schifffahrtsgebiete. Um die Klimaziele der EU zu erreichen, ist in der Nordsee ein massiver Ausbau von Windparks geplant. Die Nordsee ist auch ein wertvoller Lebensraum für viele Arten, die durch zukünftige maritime Entwicklungen bedroht sind. Dazu gehört auch die Gefahr der Lärmbelästigung. Ziel von DEMASK ist es, Entscheidungsträger im maritimen Bereich, Raumplaner und Interessenvertreter aus der Industrie zu ermutigen, sich mit dem Thema Unterwasserlärm auseinanderzusetzen, indem sie gemeinsam Szenarien für die Zukunft der Nordsee planen, die Werkzeuge und das Wissen zur Bewertung von Lärmminderungsszenarien verbessern und strategische Prioritäten setzen, die zu einer gut verwalteten Lärmlandschaft führen.
DEMASK besteht aus drei Arbeitsgruppen. Das Kernstück (WP1) ist der gemeinsame Szenarienplanungsprozess. WP1 stützt sich auf die Beteiligung von Interessenvertretern und wurde speziell entwickelt, um die Übernahme der strategischen politischen Prioritäten für die Lärmminderung zu maximieren. Es werden die wichtigsten politischen Szenarien zur Lärmminderung definiert und bewertet. WP2 konzentriert sich auf die Vorhersage der zukünftigen Lärmsituation. Schließlich wird WP3 für die Nordsee Risikobewertungen für die Biodiversität für alternative Handlungsszenarien durchführen. Im Rahmen von Pilotprojekten werden die Lärmszenarien für diese alternativen Szenarien im Vergleich zur Ausgangssituation prognostiziert und diese Lärmszenarien verwendet, um die Auswirkungen von Lärm und die damit verbundenen Risiken für Indikatorarten zu bewerten. Die Risiken werden auf der Grundlage der Empfindlichkeit, der Verbreitung, des Lebensraums und der Exposition bewertet, wenn die Schwellenwerte für das Auftreten biologisch signifikanter negativer Auswirkungen (LOBE) auf regionaler Ebene überschritten werden. Dieses Arbeitspaket wird vom ITAW geleitet.
Kooperationspartner:

Projektkoordination, Rijkswaterstaat (RWS), Ministry of Infastructure and Water Management, Utrecht

Federal Maritime and Hydrographic Agency (BSH), Hamburg

TNO research, Den Haag

IVL Swedish Environmental Research Institute, Kristineberg

Royal Belgian Institute of Natural Sciences (RBINS), Brüssel

North Sea Foundation, Utrecht

Flanders Marine Institute (VLIZ), Oostende

JASCO Applied Sciences

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Evaluierung von Belastungsfaktoren für in Schleswig-Holstein heimische Amphibienarten
Evaluation of stress factors for amphibian species native to Schleswig-Holstein
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Lotte Caecilia Striewe
Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2026
Drittmittelprojekt: MEKUN, 394.000 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Amphibien weltweit, aber auch hierzulande, sind mit einer Vielzahl von Faktoren konfrontiert, welche ihre Bestände rapide zurückgehen lassen. Diese Bestandsrückgänge lassen sich auch in Schleswig-Holstein bei sonst weitverbreiteten Arten abzeichnen und sind allein durch strukturelle Parameter, wie Lebensraumverluste und -veränderungen, nicht zu erklären. Zu weiteren Einflussfaktoren auf Amphibien zählen Einträge toxischer Stoffe und sich invasiv ausbreitende Infektionserreger, deren Wirkung auf unsere heimischen Amphibien zu einem großen Teil noch unbekannt sind. Ebenso ist weitestgehend ungeklärt, inwiefern die verschiedenen Stressoren zueinander in Beziehung stehen, allerdings wird angenommen, dass die Wirkungsgrade verschiedener Stressoren sich gegenseitig potenzieren. Um langfristig erfolgreiche Artenschutzmaßnahmen durchzuführen zu können, ist es wichtig, die hierzulande relevanten Stressoren zu erfassen und zu bewerten. Ausgehend von den 2021-2023 durchgeführten Vorstudien am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sollen in dem angestrebten Projekt mögliche Stressoren für in Schleswig-Holstein heimische Amphibien untersucht werden. Dazu gehören das fortführende Monitoring von Infektionserregern wie den aus Asien stammenden Pilzen Batrachochytrium dendrobatidis (Bd) und B. salamandrivorans (Bsal) sowie Rana- und Herpesviren. Weiter sollen tierbezogene Daten und habitatspezifische Faktoren erhoben werden, welche die Unterschiede im Vorkommen von Infektionserregern erklären könnten. Um Daten von habitatspezifischen Faktoren zu erhalten, welche einen Einfluss auf Gesundheit, Infektions- und Immunstatus der Tiere haben könnten, sollen neben Nutzung, Struktur und umgebender Vegetation im Jahresverlauf auch Qualitätsmerkmale der Gewässer (z. B. pH-Wert, Wassertemperatur) sowie mögliche Kontaminationen mit Schadstoffen erfasst werden.
Neben der Erfassung möglicher Stressoren und ihrer Interaktion soll in dieser Studie eine Grundlage entwickelt werden, anhand derer Habitate im Zuge von Artenschutzprojekten wie Wiederansiedlungen beurteilt werden können.
Kooperationspartner:

Rachel Marschang und Christoph Leineweber, LABOKLIN GmbH, Bad Kissingen

Annika Jahnke und Nadin Ulrich, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig

Krishna Das, University oh Liege, Lüttich, Belgium

Arne Drews, Landesamt für Umwelt, Schleswig-Holstein

Christian Winkler, faunistische Gutachten

René Seifert, Bündnis Naturschutz in Dithmarschen e. V.

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Konfliktsmanagement im Begegnungsbereich Fischerei/Muschelzucht mit Eiderenten (Somateria mollissima) sowie Gesundsheitsuntersuchungen von Eiderenten vor dem Hintergrund des Populationsrückgangs
Conflict management in the area of fisheries/shellfish farming with eider ducks (Somateria mollissima) and health examinations of eider ducks against the background of against the background of the population decline
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Luca Aroha Schick
Laufzeit: Mai 2024 bis Dezember 2026
Drittmittelprojekt: Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN), 766.851 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Die Eiderente (Somateria mollissima) gilt in Europa aufgrund stetiger Rückgänge als gefährdet. Gleichzeitig birgt ihr Vorkommen vor den Küsten Schleswig-Holsteins Konfliktpotential im Bereich der kulturell etablierten und wirtschaftlich bedeutsamen Küstenfischerei.

Die in der Pilotstudie untersuchten Methoden scheinen in ihrer Wirkung vielversprechend: der getestete Eiderentenschutzzaun hat die Muschelleinen effektiv vor Fraßschäden durch Eiderenten geschützt und es waren deutliche Unterschiede zu Kontrollleinen sichtbar, die für die Eiderenten frei zugänglich waren. Die Maßnahmen sind jedoch bisher nur in einem kleinen Versuchsrahmen getestet worden. Um die Praktikabilität in einem realistischen Rahmen zu untersuchen, sollen in diesem Verlängerungsprojekt die Versuche auf eine größere Muschelfarmfläche ausgeweitet werden sowie ggf. durch weitere Maßnahmen ergänzt werden, die im Pilotprojekt bisher keine Anwendung fanden.

Es sollen langfristig praktikable Methoden gefunden werden, die für wirtschaftlich betriebene Muschelfarmen anwendbar sind und gleichzeitig im Sinne des Tierschutzes funktionieren oder sogar zur Verminderung von Beifang in anderen Anwendungsbereichen beitragen können.

Parallel werden weiterhin Totfunduntersuchungen durchgeführt, um Aufschlüsse über Krankheitsgeschehen innerhalb der Population zu geben, pathologische Veränderungen festzustellen und diese im Kontext des Populationsrückganges einzuordnen. Dies beinhaltet bakteriologische, virologische und parasitologische Analysen. Außerdem sollen toxikologische Untersuchungen Rückschlüsse auf die Schadstoffbelastung der Tiere geben.
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Feindvermeidungsstrategien des Muffelwildes in Niedersachsen
Predator avoidance strategies of mouflon in Lower Saxony
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Oliver Keuling; Marika Koch (MSc)
Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2026
Drittmittelprojekt: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, 255.930 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Hannover)
Projektdetails:
Das Mufflon oder Muffelwild Ovis gmelini musimon kommt in Niedersachsen nur in wenigen verbliebenen Populationen vor. Das Mufflon sollte aufgrund seiner Feindvermeidungsstrategie mit kurzen steilen Fluchten in felsigen Hängen nach oben zumindest in einigen Mittelgebirgsregionen eine gute Überlebenschance haben, ist in den Flachlandregionen aufgrund der Anwesenheit des Wolfes jedoch erloschen.
Um die wenigen Tiere in Niedersachsen und generell in Deutschland wird viel diskutiert: Das Mufflon ist hier nicht ursprünglich heimisch (nicht autochthon) und verursacht lokal hohe Schäden in der Forstwirtschaft. Andererseits ist es in seiner Heimat Korsika und Sardinien von der IUCN als gefährdet eingestuft und eine Symbolart für die Jäger. Daher wollen wir in dieser Studie eine neutrale Betrachtung betreiben und mittels Fotofallen und Direktbeobachtungen Fakten zu Abundanzen, Verhalten und Feindvermeidungsstrategien sowie zu Schadenswirkung eruieren. Des Weiteren soll mittels Umfragen und Interviews ein Meinungsbild der verschiedenen Stakeholder (Jäger, Förster, Landwirte, sonstige Naturinteressierte etc.).
All diese Daten sollen dazu dienen, die Diskussion um Muffelwild, Großprädatoren und menschlichen Interessen zu versachlichen sowie die Überlebenswahrscheinlichkeiten der niedersächsischen Muffelwildpopulationen bei Anwesenheit von Wolf und Luchs zu modellieren.
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Vertiefte wissenschaftliche Untersuchung von toten Seehunden zur Bewertung des Gesundheitszustandes und zur Todes- bzw. Haupterkrankungsursachenermittlung
In-depth scientific examination of dead harbor seals to assess health status and determine cause of death or major disease
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Luca Aroha Schick; Dr. Stephanie Gross
Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2026
Drittmittelprojekt: MEKUN, 172.488 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Das Vorkommen von Seehunden in den Gewässern Schleswig-Holsteins hat in den letzten Jahren zugenommen. Gleichzeitig sind die Seehunde einer zunehmenden Gesamtmenge an menschlichen Aktivitäten ausgesetzt. Hierbei sind besonders chemische Belastungen, Konstruktionen von Offshore-Windkraftanlagen, Fehmarnbeltquerung, Schifffahrt, militärische und zivile Sprengungen (Munitionsaltlasten), Fischerei, Müll, Habitatverlust und anderweitige Störungen etwa durch den Tourismus zu benennen. Auch die zunehmenden Kegelrobbenbestände in der Nordsee haben in den letzten Jahren zu Prädation und Vergewaltigung von Seehunden durch Kegelrobben geführt.
Insgesamt sollen im Rahmen dieses Forschungsprojektes 30 tote Seehunde aus der schleswig-holsteinischen Nord- und Ostsee eingehend auf ihren Gesundheitszustand überprüft werden. Diese 30 Individuen werden zusätzlich zu den 30 Seehunden untersucht, die im Rahmen des Projektes, das durch die Oberste Jagdbehörde im Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holsteins (MLLEV) obduziert werden, so dass eine Gesamtzahl von 60 obduzierten Seehunden aus Schleswig-Holstein erreicht wird. Es sollen histologische mikrobiologische sowie parasitologische Untersuchungen durchgeführt werden.
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"Wildtier-SOS" - Entwicklung einer digital gestützten Entscheidungshilfe für gefundene Wildtiere
"Wildlife SOS" - Development of a Digitally Supported Decision Aid for Found Wild Animals
Projektverantwortliche: Pees
Laufzeit: Oktober 2024 bis April 2026
Drittmittelprojekt: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, 233.000 EUR
Kliniken/Institute:
Klinik für Heimtiere Reptilien und Vögel
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Das Projekt dient der Entwicklung einer zeit- und ortsgebundenen, digitalen und mobilen Entscheidungshilfe für Bürger, die ein Wildtier in der Natur gefunden haben. Dabei wird die Identifikation der Art ermöglicht und anhand der Symptomatik wird durch einen Entscheidungsbaum eine Hilfeempfehlung gegeben. Gezielte Ansprechpartner für weitere Informationen werden vermittelt.
Details anzeigen
Untersuchungen zur Habitatnutzung von Schweinswalen in der westlichen Ostsee mittels akustischem Monitoring
Investigation of habitat use of harbour porpoise in the western Baltic sea using acoustic monitoring
Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Johannis Baltzer
Laufzeit: Juni 2024 bis Mai 2026
Drittmittelprojekt: MEKUN, 133.105 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Projektdetails:
Die hier beantragte Studie hat zum Ziel, die Habitatnutzung von Schweinswalen im westlichen Teil der Ostsee in einem Folgeprojekt mittels "passiv-akustischem Monitoring" fortführend zu untersuchen. Hierfür wurden im März 2021 insgesamt an vier Positionen Schweinswal-Klickdetektoren (C-PODs, Ceatacean_Porpoise_Detectors) ausgebracht, um die Anwesenheit von Schweinswalen zu erfassen. Im August 2023 wurde eine weitere, durch die Deutsche Wildtierstiftung geförderte Station, in der Ostsee ausgebracht. Die betriebenen Messstationen (Holnis, Bredgrund, Schleisand, Damp und Waabs) sollen die bisherige Lücke im Monitoring-Netz zwischen Fehmarn und Dänemark schließen. Der Lebensraum der Schweinswale in der Ostsee ist intensiv von menschlichen Aktivitäten und Faktoren geprägt, die einen negativen Einfluss auf Schweinswalpopulationen haben können. Hierzu gehören die kommerzielle Schifffahrt, touristische Freizeitaktivitäten, seismische Untersuchungen, militärische Aktivitäten, Fischerei, Offshore-Konstruktionen, Sprengungen von Munitionsaltlasten, chemische und pharmazeutische Belastungen und Meeresmüll.
Speziell in der Ostsee ist der Schweinswal weiterhin durch die Fischerei mit Stellnetzen bedroht, in denen Schweinswale als unbeabsichtigter Beifang enden können. Um Schweinswale vor Stellnetzen zu warnen werden in der Deutschen Ostsee vermehrt akustische Warngeräte eingesetzt, die den Schweinswal vor Netzen warnen sollen. Diese Warngeräte (Porpoise Alert = PAL) simulieren dabei einen Kommunikationslaut von Schweinswalen. Ob diese Geräte zu einer Verringerung der Beifänge führen wurde noch nicht abschließend untersucht. Ebenfalls gibt es derzeit keine Begleitforschung um zu untersuchen, ob diese Geräte zu einer Vertreibung von Schweinswalen führen.
Die beschriebenen anthropogenen Eingriffe stellen nur die schwerwiegendsten für den Schweinswal dar. Alle diese Aktivitäten wirken zeitgleich auf die Population der Schweinswale und können nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Das Fehlen von älteren Tieren unter den beigefangenen und gestrandeten Schweinswalen aus allen Untersuchungsgebieten könnte ein Indiz dafür sein, dass Schweinswale in der Ostsee von kumulativen anthropogenen Aktivitäten betroffen sind.

Die hier angestrebte Studie behandelt folgende Fragestellungen:

1.Wo kommen Schweinswale im Gebiet der westlichenn Ostsee vor?
2.Gibt es jahreszeitliche Trands im Vorkommen von Schweinswalen?
3.Welche Gebiete sind von hoher ökologischer Bedeutung für den Schweinswal (z.B. Hotspots zur Nahrungssuche)?
4.Können die im Rahmen dieses Monitorings erhobenen C-POD Daten zur Untersuchung der Auswirkungen von Sprengungen auf Schweinswale verwendet werden?
5.Lassen sich aus den Ergebnissen Empfehlungen für bestimmte Zeiträume ableiten, zu denen Sprengungen kritischer zu betrachten sind als in anderen?
6.Hat die Präsenz von PAL-Signalen einen Einfluss auf die Datektion von Schweinswalen?
Resultate:

Seit 2021 wurde zum ersten Mal ein kontinuierliches akustisches Monitoring von Schweinswalen in der schleswig-holsteinischen Ostsee zwischen der Flensburger Förde und der Eckernförder Bucht initiiert. Im Jahr 2023 kam eine weitere Messstation hinzu, die das Monitoringnetz nach Süden hin erweitert. Insgesamt werden fünf Messstationen (Holnis, Bredgrund, Schleisand, Damp und Waabs) betrieben, welche mit Klickdetektoren (C-PODs) ausgestattet sind, um die Echoortungslaute (Klicks) von Schweinswalen aufzuzeichnen. Durch das Monitoring konnten akustische Daten über das Vorkommen und die jahreszeitliche Präsenz von Schweinswalen gewonnen werden.

Neben echten Schweinswalklicks wurden vermehrt künstliche Schweinswalklicks von akustischen Warngeräten aufgezeichnet. Die Warngeräte werden als Porpoise Alerting Devices (PALs) bezeichnet und in der Stellnetzfischerei eingesetzt, um Schweinswale durch die Aussendung künstlicher, schweinswalähnlicher Klicksignale vor Netzen zu warnen und Beifang zu reduzieren. Die Geräte senden hochfrequente Klicksequenzen mit einer Mittenfrequenz von etwa 130 kHz aus, die von natürlichen Schweinswalklicks akustisch kaum zu unterscheiden sind.

Da PALs künstliche Klicksignale aussenden, die von C-PODs als echte Schweinswalklicks fehlklassifiziert werden können, bestand die Notwendigkeit, einen speziellen PAL-Detektor zu entwickeln. Grundlage hierfür war ein eigenständiges C-POD-PAL-Array-Experiment, das als ergänzendes Forschungsprojekt durchgeführt wurde. Das Experiment wurde von Juli bis Oktober 2023 über einen Zeitraum von 93 Tagen an der Station Bredgrund durchgeführt. Insgesamt wurden elf C-PODs sternförmig in unterschiedlichen Entfernungen um einen zentralen PAL ausgebracht. Der PAL arbeitete zyklisch (24 Stunden an, 26 Stunden aus), sodass direkte Vergleiche zwischen PAL-aktiven und PAL-inaktiven Phasen möglich waren. Mit Hilfe von maschinellem Lernen und einer Kombination aus verschiedenen-Klassifizierungsalgorithmen konnten die künstlichen Schweinswalklicks automatisch identifiziert werden.

Nach der Filterung der PAL-Signale zeigten die Daten, dass Schweinswale im Jahr 2024 an allen Messstationen ganzjährig akustisch nachgewiesen wurden (Waabs 36,8%, Bredgrund 25,7%, Schleisand 13,9%, Holnis 11,1% und Damp 4,9% detektionspositive 10 Minuten (DP10M) im Median über den Tag). Der Vergleich zwischen den Stationen zeigt, dass sowie Waabs in der Eckernförder Bucht, als auch Bredgrund im Bereich der Geltinger Birk die höchsten Detektionen aufwiesen. Zur Analyse der jahres- und tageszeitlichen Muster der Schweinswaldetektionen wurden generalisierte additive Modelle (GAMs) eingesetzt. Dabei wurden der Tag im Jahr, die Stunde des Tages sowie das Untersuchungsjahr als erklärende Variablen berücksichtigt. Die Schweinswaldetektionen wiesen Maxima im Frühjahr und Herbst auf (bimodale Verteilung), wobei bei den südlichen Messstationen Damp und Waabs erhöhte Detektionen während der Reproduktionsphase (August-September) festgestellt wurden. In den Sommermonaten gingen die Detektionen zurück, was vermutlich auf die geringe Sauerstoffsättigung des Flachwassers oder die stärkere Tourismusnutzung hervorgerufen wurde. Tageszeitliche Effekte waren insgesamt schwach ausgeprägt, traten jedoch an den Stationen Bredgrund und Waabs häufiger nachts auf.

Die Ergebnisse des Schweinswal-Monitorings in der westlichen Ostsee zeigen, dass PALs nicht nur das akustische Monitoring technisch beeinflussen, sondern auch messbare Verhaltensänderungen bei Schweinswalen hervorrufen. Gebiete mit langanhaltender PAL-Präsenz müssen daher als stark anthropogen beeinflusste Habitate bewertet werden.

Die Kombination aus kontinuierlichem Monitoring, PAL-Filterung, modellbasierter Analyse und der Betrachtung akuter Störereignisse wie Sprengungen liefert eine wichtige Grundlage für Management- und Schutzmaßnahmen im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). Eine Fortführung und Weiterentwicklung des Monitorings sind notwendig, um langfristige Trends und kumulative Effekte besser bewerten zu können.

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