Zentrum für geriatrische Patienten

Zentrum für geriatrische Patienten mit Fokus auf der Gehirngesundheit

alter Hund

Unterstützung für „graue Fellnasen“ und Ihre Halter in der Abteilung Neurologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Unsere Haustiere werden immer älter- ein positiver Effekt besserer medizinischer Vorsorge, Versorgung und Fütterung. Gleichzeitig nehmen somit typische Alters-Erkrankungen, darunter auch degenerative Erkrankungen des Nervensystems, zu. So weiß man mittlerweile, dass auch Hund und Katze an Demenzsymptomen leiden können. Diese Erkrankung wird felines oder canines kognitives Dysfunktionssyndrom genannt.

Das kognitive Dysfunktionssyndrom

Wichtig zu wissen ist, dass es sich hierbei nicht um „normale“ Alterserscheinungen handelt, sondern um eine ernstzunehmende Erkrankung, die voranschreitet und die Lebensqualität des betroffenen Tieres und seiner Menschen stark beeinträchtigen kann. Besitzerbefragungen haben gezeigt, dass etwa ein Drittel der 11- bis 12-jährigen Hunde eine Kombination klinischer Zeichen entsprechend einer Demenz zeigt, bei Hunden der Altersgruppe 15- 16 Jahre sind es sogar 70%.

Da die ersten Anzeichen der Erkrankung sehr variabel sind, ebenso wie der Verlauf beim individuellen Patienten und es sich um ein sehr komplexes Krankheitsgeschehen handelt, kann die Diagnosestellung aufwändig sein und beinhaltet ausführlichen Austausch zwischen Tierhalter und Tierärztin sowie verschiedene Schritte der Ausschlussdiagnostik.

Teufelskreis kognitive Dysfunktion

Durch Veränderungen des Gehirnstoffwechsels und der Botenstoff-Level im Gehirn, Gefäßveränderungen, Entzündungen sowie Ablagerung bestimmter Eiweiße können die Nervenzellen nicht mehr richtig arbeiten und es kommt bei betroffenen Tieren zu zunehmender Verwirrung, Verhaltensveränderungen (zum Beispiel verminderte Interaktion mit den Haltern), einem gestörten Schlafrhythmus und Verlernen bekannter Kommandos. Erkrankungen anderer Organsysteme, zum Beispiel Gelenks- und Zahnerkrankungen, mindern das Befinden der Patienten zusätzlich und können die neurologischen Symptome verstärken. Neben einem hohen Alter ist zum Beispiel die idiopathische Epilepsie ein Risikofaktor und begünstigt die Entwicklung einer Demenz. Bei bestimmten Patienten kann also frühe Prophylaxe sinnvoll sein.

Hund und Frau auf Gleisen
© Richard Brutyo, Unsplash.com

Mittels einer Kombination aus verschiedenen prophylaktischen und therapeutischen Bausteinen kann die Lebensqualität der Patienten verbessert und das Voranschreiten der Krankheit verlangsamt werden. Hierzu zählen eine Anpassung der Ernährung, verschiedene Ergänzungen (Supplemente) für den Gehirnstoffwechsel, mentale Anregung sowie in einigen Fällen Medikamente. Eine vollständige Heilung ist leider aktuell noch nicht möglich.

Wir möchten Ihnen und Ihrem älteren Haustier künftig noch spezialisierter zur Seite stehen und bieten

  • Beratung zur Vorbeugung des kognitiven Dysfunktionssyndroms
  • Beratung zur Erkennung/ Diagnose des kognitiven Dysfunktionssyndroms
  • Spezialisierte Diagnostik, um andere neurologische Erkrankungen auszuschließen
  • Individueller Therapieplan für an kognitiver Dysfunktion erkrankte Tiere
  • Zusammenarbeit mit Spezialisten anderer Disziplinen, um eine multimodale Verbesserung der Lebensqualität zu erwirken

Termine in der geriatrischen Spezial-Sprechstunde werden jeden Montag angeboten. Vereinbaren Sie hierfür gerne einen Termin. Selbstverständlich können sie in dringenden Fällen auch außerhalb der Terminsprechstunde ihr Tier vorstellen.