EFRE-gefördertes Projekt

One Health contra Influenza (OHcI)

Das übergeordnete Ziel des Gesamtverbundes (Verbundpartner: Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Virologie; Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fakultät Bau-Wasser-Boden; Leibniz Universität Hannover, Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik) ist die Erforschung der Verflechtung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt nach dem One-Health-Konzept und die Erarbeitung einer Blaupause anhand des Beispiels hochpathogener aviärer Influenzaviren (HPAIV). Bislang wird in der Regel lediglich anlassbezogen (Verdacht auf Geflügelpest, Erkrankungen bei Nutztieren, verendete Wildtiere) auf HPAIV getestet, was zu einer verzerrten („biased“) Datenlage führt. Im Gegensatz dazu wird dieses Projekt die Etablierung eines systematischen, generellen Monitorings ohne Verdachtsfälle („unbiased“) unter einer ganzheitlichen Betrachtung von Tier, Mensch und Umwelt durchführen und hierbei neben HPAIV die Gesamtheit der Influenza A Viren (IAV) betrachten. Untersucht wird der Eintrag von Influenzaviren in die Umwelt durch Menschen, Wildtiere und Nutztiere (Abbildung). Ein Grundstein des Projekts ist das Aufzeigen von Infektionspfaden, damit schnellere und präzisere Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können. Die Proben werden durch virologische Analysen hinsichtlich IAV HxNx untersucht und anschließend bei positivem Befund typisiert und gegebenenfalls auf HPAIV wie H5N1 analysiert. Als virologische Referenzparameter werden weitere Erreger von Zoonosen, wie Rotaviren und Hepatitis E Viren sowie weitere in den Nutztierpopulationen vorhandene Viren betrachtet, um mögliche Ansteckungswege und den Verbleib der ausgeschiedenen Viren in der Umwelt zu untersuchen. Somit ist eine erfolgreiche Bearbeitung des Projekts auch für den Fall gewährleistet, dass HPAIV oder andere Influenzaviren während der Projektlaufzeit nicht nachgewiesen werden. Sofern es innerhalb der Projektlaufzeit zu einem Nachweis von HPAIV (u.a. H5N1) kommt, werden die Proben mithilfe von Ganzgenom-Sequenzierung analysiert. Das Ziel ist der Nachweis der vorherrschenden Mutationen und die Überwachung der Entwicklung der Mutationen in den folgenden Positiv-Befunden.

Das Teilprojekt, das durch die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) bearbeitet wird (OHcI-TiHo), beschäftigt sich zum einen in enger Zusammenarbeit mit den beiden anderen Verbundpartnern mit dem Verbleib von mit dem Vogelkot ausgeschiedenen Viren auf landwirtschaftlichen Flächen und in Oberflächengewässer, wie Teiche und Seen (AP1 „Wildtiere“). Hierbei werden neben ganzjährig heimischen Wildvögeln auch Zugvögel berücksichtigt. Für die Betrachtung des Eintrages von Influenzaviren und anderen Viren durch Nutztiere werden in einem weiteren Arbeitspaket (AP2 „Nutztiere“) Kot- und Tupferproben sowie Gülle- bzw. Mistproben verschiedener Tierarten, wie Schweine, Rinder, Hühner, Puten und Enten genommen und analysiert. Die Teilprojekte der beiden Verbundpartner befassen sich vorrangig mit der Beprobung und Analyse von Abwasser und Gewässern. Die aus allen Teilgebieten gewonnenen Informationen werden in einem weiteren Arbeitspaket durch KI-basierte Analysen miteinander verknüpft und zusammengeführt.

Arbeitspakete mit Infektionspfaden zwischen Mensch, Wildtier, Nutztier & Umwelt mit Kooperationspartnern