Ein auftauchender Schweinswal und ein Wolf im Wald

TiHo-Wissenschaftler vom Standort Büsum, im Bundesland zwischen den Meeren, Schleswig-Holstein, beschäftigen sich mit aquatischen Tieren, wie beispielsweise Seehunden, Kegelrobben, Schweinswalen, Delfinen, Fischottern, Eiderenten, Pott- und Zwergwalen. Die Nord- und Ostsee, aber auch andere europäische Gewässer und die Polarregionen, werden intensiv untersucht. Der Zugang kann direkt mit dem Schiff und dem Flugzeug erfolgen. Lebende Meeressäuger werden auf See bearbeitet und tot geborgene oder erlöste Robben und Wale so schnell wie möglich zur pathologischen Untersuchung nach Büsum gebracht. Heimische, terrestrische Wildtiere, wie Schalenwild, Fasane, Birkwild, Feldhasen, Wölfe, Wisente, Luchse, Wildkatzen, Nutrias und Bisams stehen an der TiHo am Standort Hannover im Fokus. Neu ist hier der Forschungsschwerpunkt „Neozoen – Invasive Arten“, der sich mit den Effekten der Ausbreitung von nicht heimischen Arten beschäftigt. Auch im terrestrischen Bereich wird in vielen verschiedenen Bundesländern von Bayern bis Schleswig-Holstein gearbeitet.

Hauptaufgabe des ITAW auf dem Gebiet der Wildtierbiologie und -gesundheit ist die Grundlagen- und Monitoringforschung, sowie die angewandte Forschung. Forschungsschwerpunkte sind Wildtierkrankheiten,  besonders Infektionskrankheiten und Zoonosen. Hier wird betrachtet, wie sich Infektionskrankheiten bei Wildtieren durch den Klimawandel ausbreiten und diese als Reservoir Menschen gefährden können. Ebenso wichtig ist die Habitatnutzung, Bioakustik, Gehörforschung, Verhaltensforschung, Ernährung, Reproduktion, Immunologie, Wildtiermanagement und die Ökologie von Wildtieren im Zusammenhang mit naturschutzfachlichen Fragestellungen. Ziel ist es, die Biologie und Ökologie der Wildtiere zu erforschen im Kontext mit dem Einfluss von anthropogenen Aktivitäten auf die Tiere. Eine große Rolle bei den Forschungsarbeiten des ITAW, sowohl bei terrestrischen als auch aquatischen Tieren, spielen die Auswirkungen der menschlichen Aktivitäten auf die Gesundheit und das Überleben der Wildtierpopulationen.

„Neozoen – Invasive Arten“

Nutria im Gras

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Betrachtet werden beispielsweise die Schifffahrt, der Straßenbau, der Einsatz von Chemikalien und Pharmazeutika, Müll, Bauten zu Wasser und zu Land, Landwirtschaft und Fischerei, sowie touristische und militärische Aktivitäten. Wichtig ist zudem das Verständnis über die Interaktion von Prädation und Wildtierpopulationen. Hierbei ist eine Fragestellung wichtig: Verändert der Prädationsdruck die Überlebenschancen verschiedener Wildtierarten? Die Ergebnisse der Forschung werden für Managementstrategien und -empfehlungen genutzt und bei der Weiterentwicklung des Schutzes und Managements von Wildtieren auf nationaler und internationaler Ebene eingesetzt.

Das Institut bietet Ausbildungsmöglichkeiten (Abschlussarbeiten) im Wildtierbereich an für PhD-Programme, Dissertationen, Master- und Bachelorarbeiten aus den Fachrichtungen Veterinärmedizin, Biologie, Landespflege und Forstwissenschaft. Das Institut ist in die Lehrveranstaltungen der Tierärztlichen Hochschule eingebunden und bietet darüber hinaus wildtierbiologische Vorlesungen und Praktika für Studenten der Biologie an. Es ist die erste Einrichtung in Deutschland, das zur Fachausbildung für Wildlife Population Health des European College of Zoological Medicine akkreditiert ist. Auch im European College of Aquatic Animal Health unterstützt das ITAW das Residency-Programm der Abteilung Fischkrankheiten und Fischhaltung. Zudem werden Teleinjektionskurse angeboten.

Ein wichtiger Teil der Institutsarbeiten in den letzten Jahren wurde der Bereich Wissenstransfer . Den Mitarbeitern des ITAW liegt es am Herzen die Ergebnisse aus den Forschungsprojekten der Öffentlichkeit in verschiedenen Bereichen zu kommunizieren und zur Verfügung zu stellen. Hier ist besonders die Arbeit mit Schulen wichtig, wo das Interesse an Forschung und der Wert der Wildtiere und deren Schutz vermittelt werden sollen. Aber auch Ausstellungen, digitale Angebote der Forschungsergebnisse und Produkte für Interessensvertreter werden erstellt. Wie auch in anderen Bereichen an der TiHo soll die Forschungsarbeit „zum Anfassen“ sein.