| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektleitung: | Dr. Daniel Tost |
| Projektlaufzeit: | 01.01.2026-30.06.2028 |
| Förderung: | Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz |
| Projektpartner: |
Institut für Tiergenomik, Prof. Dr. J. Metzger |
Projektbeschreibung
Das Birkhuhn kommt in der norddeutschen Tiefebene nach erheblichen Rückgängen im 20. Jahrhundert nur noch in der Lüneburger Heide vor. Die Population ist in fünf Subpopulationen in den militärisch genutzten Übungsplätzen und im NSG Lüneburger Heide verteilt und wird seit 1995 durch jährliche Synchronzählungen gemonitort. In diesem Zeitraum schwankte die Populationsgröße zwischen 100 und 270 Tieren. Insbesondere die Isolation dieser Restpopulation stellt aufgrund der relativ geringen Mobilität der Art ein erhebliches Risiko dar. Der NLWKN weist darauf hin, dass die niedersächsischen Vorkommen aufgrund der großen Entfernung zu anderen mitteleuropäischen Populationen faktisch isoliert sind. Auch die räumliche Distanz zwischen den fünf Subpopulationen wirft die Frage auf, ob es noch zu einem ausreichenden genetischen Austausch kommt.
Diese Studie hat daher zum Ziel, eine umfassende Analyse zur genetischen Diversität des Birkhuhns in der Lüneburger Heide zu erbringen. Sie wird gemeinsam vom ITAW und dem Institut für Tiergenomik an der TiHo durchgeführt. Fragen zur Diversifizierung und zukünftigen potentiellen Entwicklung der Birkhuhnpopulation in den fünf Kernlebensräumen sollen geklärt werden. Als Probenmaterial dient "Gestüber" - Kotproben, die von engagierten Freiwilligen in den Vorkommensgebieten eingesammelt werden. Das geplante Sequenzierverfahren ermöglicht eine umfassende Analyse der Diversität, Inzucht und - eine genügende Probenzahl unterschiedlicher Individuen vorausgesetzt - der Verwandtschaftsstruktur innerhalb der Subpopulationen. Durch die Studie soll außerdem beobachtet werden, wie sich die Population über die letzten Jahre entwickelt hat.
Die Ergebnisse sollen wesentlich zur Klärung der praktischen Frage beitragen, ob die Population künstlich gestützt werden muss - etwa durch assistierte Migration heimischer Tiere, Translokation standortfremder Birkhühner oder Auswilderung nachgezüchteter Tiere - oder ob die Population auch ohne äußere "Genauffrischung" langfristig tragfähig ist. Aus diesem Grund soll die Studie im engen Austausch mit den Akteuren des "Aktionsplan Birkhuhn Lüneburger Heide" durchgeführt und die Ergebnisse letztlich in diesen integriert werden.
Kontaktperson
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Bischofsholer Damm 15
30173 Hannover
Dr. Daniel Tost
Tel.: +49 511 856-7565
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