Biene im Anflug auf lila Blüte

Forschung und Nachhaltigkeit

Tiermedizinische und biowissenschaftliche Forschung befasst sich mit zentralen Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung – von der Tiergesundheit bis hin zur Lebensmittelsicherheit.
Ziel der Forschungs-, Ausbildungs- und Transfer-Aktivitäten der TiHo ist die Entwicklung einer modernen Tiermedizin zur Verbesserung der Lebensqualität von Tier und Mensch in einem gesunden Ökosystem.

Viele Forschungsprojekte der Institute und Kliniken der TiHo haben einen sichtbaren Bezug zu diesem Thema und werden im Rahmen von (inter- und transdisziplinären) Kooperationen durchgeführt. Die Forschungsprojekte beinhalten zudem eine Bewertung potenzieller Risiken für Gesellschaft und Umwelt sowie den langfristigen Nutzen respektive ihrer Folgen.

Transfer

Für den gesellschaftlichen Diskurs erfolgt die Weitergabe von neuen Erkenntnissen und Wissen generell und mit Nachhaltigkeitsbezug. Dazu werden Tierärztinnen und Tierärzte, Tierhalterinnen und Tierhalter sowie die Öffentlichkeit über Veranstaltungen, Beiträge in den Medien oder speziellen Plattformen angesprochen. Dazu gehören auch Vermittlungsangebote an Schulen (Forschungskisten, Ideenexpo, Kinderuni, Zukunftstag) und andere interessierte Gruppen und Initiativen.

Die TiHo ist Mitglied im Transformationsverbund trafo agrar
Dieser Verbund setzt sich zum Ziel "sich gemeinsam mit den Verbundpartnern pro-aktiv für die nachhaltige Entwicklung agrarischer Intensivregionen im Nordwesten, in Niedersachsen und Europa einzusetzen - basierend auf dem normativen Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) - in dem Bestreben, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Barrieren und Herausforderungen als Chancen und Perspektiven zu nutzen."

Die TiHo ist Mitglied im Forschungs- und Transformationsverbund ZERN (Zukunft der Ernährung in Niedersachsen). 
Der Verbund verbindet Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Transfer und ermöglicht dadurch eine ganzheitliche Betrachtung des Ernährungssystems – vom Landwirt über die Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung bis hin zum Verbraucher. Wichtige Rollen spielen auch der Technologietransfer und die Wissenskommunikation, damit praktikable Lösungen umgesetzt und Wege zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung aufgezeigt werden.

Forschungsprojekte mit Bezug zur Nachhaltigkeit

In der Liste unten ist eine Auswahl von aktuellen Forschungsprojekten aufgeführt, die einen Bezug zur Nachhaltigkeit oder Klimaschutz haben. Insbesondere werden von den 17 UN-Zielen die Ziele Nr. 2, 3, 4, 9, 11, 12, 13, 14 und 15 adressiert. Viele beinhalten Themen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. 

Auf den Forschungsseiten unter Forschungsprojektübersicht können Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug mittels Filter, beispielsweise mit Stichwort "nachhaltig" oder “klima”, aus der Gesamtliste gefunden werden. 

Aktuell laufende Forschungsprojekte mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz (Auswahl)

Kreislaufschließung durch nachhaltiges Recycling von lignozellulosereichen organischen (Neben-) Produkten für die Insektenproduktion und die Herstellung von Heimtierfuttermitteln

SDG Icons 11,12,15

Closing the loop with sustainable recycling of lignocellulose rich organic (by-)products for insect development and pet food production

Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2027
Drittmittelprojekt: Volkswagenstiftung

Kliniken/Institute:
Institut für Tierernährung
Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit

Projektdetails:
Eine potentiell flächendeckende Wiedervernässung der Moore zwecks Revitalisierung und CO2-Speicherung führt über die extensive Nutzung zum Anfall ligninreicher Primärbiomasse, die nicht effizient für die klassische Tierhaltung nutzbar ist. Diese Biomasse kann bisher maximal energetischen Zwecken dienen, was aber in Zukunft im Sinne einer ehrgeizigen Energiewende und Kreislaufwirtschaft nicht mehr zielführend ist. Im Rahmen dieses Projektes soll die Lignozellulosestruktur der organischen Rohstoffe technisch durch Vorbehandlungen aufgebrochen werden und die dann insgesamt besser verdauliche Biomasse anschließend für eine dezentrale Insektenproduktion genutzt werden. Modellhaft sollen Standard-Insektenlarven (schwarze Soldatenfliege) und Spezialitäten (Mehlwurm, Grillen etc.) aufgezogen werden. So sollen skalierbar hochwertige Rohstoffe für die Heimtierernährung oder perspektivisch neuartige Lebensmittel produziert werden.

Kooperationspartner:
Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V., Quakenbrück
Dr. Kashif ur Rehman

Mehr:
https://www.tiho-hannover.de/universitaet/aktuelles-veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/hundefutter-aus-dem-moor

Fütterung zur Reduktion von Treibhausgasmissionen und Energieverbräuchen - Untersuchungen von Futtermittelauswahl und Angebotsform zur Steigerung von Nachhaltigkeit, Tiergesundheit und Regionalität in der Fütterung von Masthähnchen

SDG Icons 2,12,13,15

FUETURE

"Feeding for the reduction of greenhouse gas emissions and energy usage - Investigations of feed selection and feeding forms to increase sustainability, animal health, and regionalism in the Feeding of Broiler Chickens."

Projektverantwortliche: Prof. Dr. C. Visscher; Dr. V. Wilke; Dr. J. Gickel; TÄ A. Godglück

Laufzeit: Mai 2024 bis April 2027
Drittmittelprojekt: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Kliniken/Institute:
Institut für Tierernährung
Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelhaltung

Projektdetails:
Das Projekt "FUETURE" zielt darauf ab, regionale Futtermittelressourcen effizienter zu nutzen, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energieeffizienz in der Masthähnchenproduktion zu verbessern. Es soll ein innovativer Ansatz entwickelt werden, der auf der Verwendung anpassungs- und widerstandsfähiger nachhaltig angebauter Futterpflanzen sowie bisher kaum genutzter heimischer Kulturen basiert. Durch die Reduktion des Imports nicht nachhaltig erzeugter Sojaprodukte aus Übersee soll die Nachhaltigkeit gestärkt werden. Das wissenschaftliche Ziel besteht darin, regionale Futterrationen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und Verfügbarkeit von Koprodukten zu entwickeln, um den ökologischen Fußabdruck des Hähnchenfleischs zu verringern. Durch innovative Futtermitteltechnologien und eine präzise Supplementation von Ergänzungsfuttermitteln sollen Umweltwirkungen signifikant reduziert werden. Das Projekt strebt eine Stärkung der nachhaltigeren regionalen Lebensmittelproduktion an und unterstützt die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.

Kooperationspartner:
KWS Lochow GmbH, Technische Hochschule Bingen, IFF Braunschweig

Mehr: https://www.tiho-hannover.de/universitaet/aktuelles-veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/mit-regionalen-futtermitteln-gefluegel-klimafreundlicher-fuettern-bmel-foerdert-projekt-fueture

 

Zukunft der Ernährung Niedersachsen - ZERN

Icons für SDG 12,13,15

Future of Food in Lower Saxony - ZERN

Laufzeit: April 2023 bis März 2028
Drittmittelprojekt: Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Projektkoordination:
Institut für Tierhygiene Tierschutz und Nutztierethologie

Projektdetails:
ZERN ist ein Forschungsverbund der Universität Göttingen, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück, mit dem die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems in Niedersachsen unterstützt soll, das unter einem zunehmenden Anpassungsdruck steht. Aspekte wie Tierwohl und Nachhaltigkeit gilt es bei der landwirtschaftlichen Produktion künftig stärker zu berücksichtigen. Mit den Erkenntnissen aus dem Forschungsverbund soll die nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln möglich werden.

Kooperationspartner:
Georg-August-Universität Göttingen
Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik (DIL)

Mehr:https://www.tiho-hannover.de/universitaet/aktuelles-veroeffentlichungen/pressemitteilungen/detail/zukunft-der-ernaehrung-in-niedersachsen

Optimierte Nährstoffversorgung von Zweinutzungshühnern - Angepasste Rationen, alternative Proteinquellen, Auswirkungen und Anpassungsmöglichkeiten

SDG Icons 2,12

sLowFeedChickIns

Optimized nutrient supply of dual-purpose chickens - Adapted rations, alternative protein sources, effects and adjustment possibilities (short word: sLowFeedChickIns)

Laufzeit: September 2023 bis September 2027
Drittmittelprojekt: BLE

Kliniken/Institute:
Institut für Tierernährung

Projektdetails:
Gesamtziel des Vorhabens ist es das Potential des ökologischen Haltungssystems für Zweinutzungshühner unter den Gesichtspunkten ressourceneffiziente Rohstoffbeschaffung, Optimierung der Fütterung und Tierwohl auszuschöpfen.
Im Fokus steht hierbei die Integration von zwei verschiedenen Insektenarten (Acheta domesticus/n.n.) und Makroalgen (Palmaria palmata/n.n.) in die Fütterungsregime aktuell im Ökolandbau genutzter Gebrauchskreuzungen.

Kooperationspartner:

  • Oekologische Tierzucht gGmbH
  • Johann Heinrich von Thünen-Institut
  • Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
  • Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V.
  • Bioland Beratung GmbH

Mikroplastik Analysen an Meeressäugetieren aus der Arktis

Symbolbild SDG 12,14,17

MiPaMar

Microplastic analyses on marine mammals from the Arctic (MiPaMar)

Laufzeit: November 2023 bis Oktober 2026
Drittmittelprojekt: Umweltbundesamt, 306.051 EUR

Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)

Projektdetails:
Die Plastikverschmutzung ist mittlerweile weltweit bekannt und stellt ein allgegenwärtiges Problem für jedes Ökosystem dar. 2021 lag die jährliche Kunststoffproduktion bei 390,7 Millionen Tonnen. Man unterscheidet zwischen Makroplastik (> 5 mm), Mikroplastik (MP; < 5 mm) und Nanoplastik (im Nanometerbereich).
Diese Kunststoffpartikel gelangen über verschiedene Wege in die Meeresumwelt, z. B. über Abwässer, atmosphärischen Transport, Meeresströmungen, Deponien und Fischerei-aktivitäten. Einmal in der Umwelt, wird Makromüll in kleinere Partikel zerlegt, weil die Polymerstruktur durch Photodegradation (UV), Hydrolyse, mechanischen Abrieb, biologischen Abbau (Mikroorganismen) oder Biofouling (Besiedlung von Kunststoffen durch Mikroben) geschwächt wird.
Die Polargebiete galten lange als vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Regionen der Erde. Auch wenn es sich um eine nicht stark besiedelte Region handelt, wurden in diesem Ökosystem in einer Vielzahl von Kompartimenten wie der Wassersäule, dem Schnee, dem Meereis und den Tiefseesedimenten MP nachgewiesen. Die Erhöhung der Temperatur im Zuge des Klimawandels und die damit verbundene Eisschmelze bringen diverse Probleme mit sich - neben dem Anstieg des Meeresspiegels, führt die zunehmende Abnahme des Meereises dazu, dass das Mikroplastik wieder freigesetzt wird, welches durch die Eisvorkommen bis dato gebunden war. Dieses ist nun "verfügbar" und gelangt in das sensible Ökosystem - die Folgen sind noch nicht abschätzbar. Das Vorkommen von Mikroplastik in der Arktis führt dazu, dass Arten der Polregion nun vermehrt einem anthropogen verursachten Problem konfrontiert sind - das Vorkommen von Meeresmüll bzw. Mikroplastik und seine Folgen. Dies beinhaltet auch arktische Völker, deren Nahrungsgrundlage ebenfalls das Fleisch- und Fettgewebe von Meeressäugetieren umfasst.
Ziel des Projektes ist es, valide Daten zur Mikroplastik- und assoziierte Schadstoffbelastung von Meeressäugetieren aus arktischen Gewässern zu erhalten und somit den Kenntnisstand in diesem sensiblen Lebensraum zu verbessern. Die erworbenen Kenntnisse sind der Grundstein für erforderliche, zukünftige Trendanalysen, die nötig sind, um ein effektives MP-Monitoring in arktischen Gewässern zu ermöglichen. Dabei werden die folgenden für die Arktis charakteristischen Arten untersucht: Schweinswale (Phocoena phocoena), Ringelrobbe (Pusa hispida), Kegelrobbe (Halichoerus grypus), Seehund (Phoca vitulina), Klappmütze (Cystophora cristata) Bartrobbe (Erignathus barbatus) und Eisbär (Ursus maritimus). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Etablierung einer Methode zur Sichtbarmachung von MPs im Gewebe. Dazu werden Gewebestücke von Magen-Darm-Trakt präpariert und sowohl histologisch als auch mittels konfokalem Mikroskop untersucht. Mit Hilfe verschiedener Färbetechniken wird dann potentielles Mikroplastik im Gewebe identifiziert. Ein wichtiger Schritt, um die Transportwege vom Mikroplastik besser nachvollziehen zu können und Eintragspfade zu verifizieren.
Die Proben stammen von verschiedenen Kooperationspartnern wie zum Beispiel der Universität Island und dem norwegischem Polarinstitut. Die Schadstoffanalyse wird von der Universität Siena durchgeführt.

CoastalFutures-2-Zukunftsszenarien zur Förderung einer nachhaltigen Nutzung mariner Räume -Teilprojekt F: Szenarien für marine Säugetiere

Symbolbilder SDG 13,14,17

CoastalFutures 2-Scenarios to Promote Sustainable Futures of Contested Marine Areas-Subproject F: Scenarios for marine mammals

Laufzeit: Dezember 2024 bis November 2027
Drittmittelprojekt: Bundesministerium für Bildung und Forschung über Projektträger Jülich/Forschungszentrum Jülich GmbH, Rostock

Projektleitung:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)

Projektdetails:
Der Lebensraum mariner Säugetiere ist stark durch anthropogene Nutzungen in Nord- und Ostsee geprägt. Marine Säugetiere reagieren empfindlich auf Stressoren, wie den Schiffsverkehr, den Ausbau der Offshore-Windenergie, die Verschmutzung oder die Fischerei. Diese Aktivitäten können zu einer Degradierung des Lebensraums für Meeressäuger führen, da es häufig zu Habitatverlusten oder Zerschneidungen kommt.
Das in der ersten Phase von CoastalFutures entwickelte interdisziplinäre und skalenübergreifende End-to-End (E2E) Modellsystem wird in der zweiten Phase erweitert, um das Vorkommen mariner Säugetiere unter verschiedenen Zukunftsszenarien zu modellieren. Dieses neuartige Werkzeug bietet nun die Möglichkeit, die Auswirkungen des Klimawandels und anthropogener Aktivitäten auf Indikatorarten durch die Generierung einer virtuellen Umgebung zu untersuchen. So können in Phase II erstmals Simulationen zur Wirksamkeit verschiedener Managementmaßnahmen zum Schutz und Erhalt von Meeressäugerpopulationen durchgeführt und damit Handlungswissen zur Implementierung politischer Entscheidungen bereitgestellt werden. Mittels multifaktorieller Bewertung wird der Einfluss des Unterwasserlärms auf Seehunde infolge des Ausbaus der Offshore-Windfarmen (?-WFs) auf Populationsniveau abgeschätzt. Hierbei werden Tierbewegungsmodelle um Aspekte der Tierphysiologie erweitert, sodass Effekte auf das Energiebudget integriert werden können, während zusätzlich die Auswirkungen weiterer Stressoren und Managementmaßnahmen unter Berücksichtigung zukünftiger Klimabedingungen betrachtet werden. Zudem werden potenzielle Auswirkungen, wie die Rolle von OWFs als künstliche Riffe und die Lärmauswirkungen auf marine Säugetiere, analysiert und bewertet, um negative und positive Effekte zu erforschen. Dies wiederum führt zu einer quantitativen Einschätzung der Nahrungs und Lebensgrundlage für marine Säugetiere sowie der Belastung durch Stressoren in den Meeresschutzgebieten.

Kooperationspartner:

  • Helmholtz-Zentrum Hereon, Institute of Coastal Systems - Analysis and Modeling
  • Leibniz Institute for Baltic Sea Research, Warnemünde
  • Technische Universität Braunschweig, Leichtweiß-Institute for Hydraulic Engineering and Water Resources
  • Thünen-Institut (TI für Seefischerei, TI für Ostseefischerei)
  • Leibniz Universität Hannover, Ludwig-Franzius-Institut
  • Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven
  • Technische Universität Hamburg, Institute of River and Coastal Engineering

Assoziierte Partner:

  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
  • Deutscher Wetterdienst
  • Bundesanstalt für Wasserbau
  • Bundesamt für Naturschutz

CREATE-2: Entwicklung von Indikatoren zur Gesundheit bei Meeressäugern und ihre Weiterentwicklung zur Bewertung anthropogener Einflüsse

Symbolbild SDG 14,17

CREATE-2: Entwicklung von Indikatoren zur Gesundheit bei Meeressäugern und ihre Weiterentwicklung zur Bewertung anthropogener Einflüsse

CREATE-2: Development of indicator pathogens in marine mammals to a further development of assessment of anthropogenic effects

Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Stephanie Groß ; Dr. Andreas Ruser

Laufzeit: Dezember 2024 bis November 2027

Drittmittelprojekt: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)/PTJ Jülich

Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)

Projektdetails:
In Phase II des Vorhabens CREATE ist das Ziel des Teilprojektes der Stiftung Tierärztliche Hlochschule Hlannover weiterhin die Identifizierung und Etablierung von Indikatoren für die Gesundheit heimischer Meeressäuger, um die Einflüsse durch zunehmende anthropogene Aktivitäten auf Meeressäuger und das marine Ökosystem bewerten und frühzeitig erkennen zu können. Hierfür werden aus ca. drei Jahrzehnten vorliegende Gesundheitsdaten, sowie während der Projektlaufzeit neu erhobene Daten von heimischen Meeressäugern aus der deutschen Nord- und Ostsee analysiert. Die in Phase I gewonnenen Erkenntnisse zum räumlichen und zeitlichen Vorkommen von Bakterien und Viren, sollen in Phase II für weiterreichende Untersuchungen genutzt werden. Dabei soll eine mögliche Interaktion zwischen dem Auftreten der pathogenen Bakterien und Viren und anderen Infektionen, wie bakteriellen/viralen Koinfektionen oder einem Parasitenbefall, untersucht werden. Auch soll analysiert werden, inwiefern ein Zusammenhang zwischen den ermittelten Erkrankungs- und Todesursachen und dem Auftreten bestimmter Pathogene besteht. In diesem Zusammenhang sind Faktoren, die eine Relevanz für die gesamte Population haben von besonderem Interesse. Über den zeitlichen Verlauf der Daten kann beurteilt werden, ob es Veränderungen in der Belastung von Meeressäugern über die letzten 30 Jahre gegeben hat. Abschließend sollen die analysierten Daten auf ihre Indikatoreignung hin evaluiert werden, insbesondere im Hinblick auf anthropogene Effekte auf Meeressäugerpopulationen. Die Identifikation solcher Indikatoren würde langfristige Monitoringstrategien ermöglichen, die Entwicklung effektiver Managementmaßnahmen fördern und auch in internationale Abkommen, wie HELCOM und OSPAR, einfließen. Zudem werden die im Projekt erarbeitete Daten genutzt, um verschiedene Wissensformate für Stakeholder zu erstellen und damit die gewonnenen Erkenntnisse auch an die breite Öffentlichkeit zu vermitteln.

Kooperationspartner:

  • Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven inklusive Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Christian-Albrechts-Universität, Kiel
  • GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
  • Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen
  • Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
  • Leibniz-Zentrum f. Mar. Tropenforschung Bremen

DEMASK-Entwicklung und Bewertung von Lärmschutzstrategien zur Gesunderhaltung der Nordsee

Symbolbild SDG 12,13,14,17

DEMASK-Entwicklung und Bewertung von Lärmschutzstrategien zur Gesunderhaltung der Nordsee

DEMASK-Development and evaluation of noise management strategies to keep the North Sea healthy

Projektverantwortliche: Prof. Prof h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Joseph Schnitzler

Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2026

Drittmittelprojekt: Interreg VI-B Norseeprogramm EFRE (Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung - EFRE) Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Hannover Mittel des Bundes

Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)

Projektdetails:
Die Nordsee ist eines der am stärksten befahrenen Schifffahrtsgebiete. Um die Klimaziele der EU zu erreichen, ist in der Nordsee ein massiver Ausbau von Windparks geplant. Die Nordsee ist auch ein wertvoller Lebensraum für viele Arten, die durch zukünftige maritime Entwicklungen bedroht sind. Dazu gehört auch die Gefahr der Lärmbelästigung. Ziel von DEMASK ist es, Entscheidungsträger im maritimen Bereich, Raumplaner und Interessenvertreter aus der Industrie zu ermutigen, sich mit dem Thema Unterwasserlärm auseinanderzusetzen, indem sie gemeinsam Szenarien für die Zukunft der Nordsee planen, die Werkzeuge und das Wissen zur Bewertung von Lärmminderungsszenarien verbessern und strategische Prioritäten setzen, die zu einer gut verwalteten Lärmlandschaft führen.
DEMASK besteht aus drei Arbeitsgruppen. Das Kernstück (WP1) ist der gemeinsame Szenarienplanungsprozess. WP1 stützt sich auf die Beteiligung von Interessenvertretern und wurde speziell entwickelt, um die Übernahme der strategischen politischen Prioritäten für die Lärmminderung zu maximieren. Es werden die wichtigsten politischen Szenarien zur Lärmminderung definiert und bewertet. WP2 konzentriert sich auf die Vorhersage der zukünftigen Lärmsituation. Schließlich wird WP3 für die Nordsee Risikobewertungen für die Biodiversität für alternative Handlungsszenarien durchführen. Im Rahmen von Pilotprojekten werden die Lärmszenarien für diese alternativen Szenarien im Vergleich zur Ausgangssituation prognostiziert und diese Lärmszenarien verwendet, um die Auswirkungen von Lärm und die damit verbundenen Risiken für Indikatorarten zu bewerten. Die Risiken werden auf der Grundlage der Empfindlichkeit, der Verbreitung, des Lebensraums und der Exposition bewertet, wenn die Schwellenwerte für das Auftreten biologisch signifikanter negativer Auswirkungen (LOBE) auf regionaler Ebene überschritten werden. Dieses Arbeitspaket wird vom ITAW geleitet.

Kooperationspartner:

  • Projektkoordination, Rijkswaterstaat (RWS), Ministry of Infastructure and Water Management, Utrecht
  • Federal Maritime and Hydrographic Agency (BSH), Hamburg
  • TNO research, Den Haag
  • IVL Swedish Environmental Research Institute, Kristineberg
  • Royal Belgian Institute of Natural Sciences (RBINS), Brüssel
  • North Sea Foundation, Utrecht
  • Flanders Marine Institute (VLIZ), Oostende
  • JASCO Applied Sciences

LIFE CIBBRiNA - Coordinated Development and Implementation of Best Practice in Bycatch Reduction in the North Atlantic, Baltic and Mediterranean Regions

Symbolbild fSDG 12,14,17

Life CIBBRiNA - Coordinated Development and Implementation of Best Practice in Bycatch Reduction in the North Atlantic, Baltic and Mediterranean Regions

Life CIBBRiNA - Coordinated Development and Implementation of Best Practice in Bycatch Reduction in the North Atlantic, Baltic and Mediterranean Regions

Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Robabe Ahmadi

Laufzeit: September 2023 bis August 2029

Drittmittelprojekt: European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA) , 275.552 EUR

Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)

Projektdetails:
Unbeabsichtigter Beifang in Fischereinetzen stellt weltweit eine erhebliche Bedrohung für Meerestiere dar, insbesondere für gefährdete, bedrohte und geschützte Arten, darunter Meeressäuger, Seevögel, Schildkröten und Hai- oder Rochenartige. Bislang waren die Bemühungen, den Beifang solcher Arten zu minimieren, kaum erfolgreich. LIFE CIBBRiNA ist ein internationales und sektorenübergreifendes Projekt, bei dem Forschungseinrichtungen, Umweltbehörden, die Fischereiwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen aus 13 europäischen Ländern zusammenarbeiten, um Strategien zur Verringerung des Beifangs von gefährdeten, bedrohten und geschützten Arten in der Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer zu entwickeln und ihre Umsetzung zu fördern. Im Rahmen von LIFE CIBBRiNA wird das ITAW Methoden für ein Monitoring und die Datensammlung zu Beifang erarbeiten. Dabei wird die Beifanginzidenz durch pathologische Untersuchungen gestrandeter Tiere ermittelt. Mit Hilfe von Driftmodellen für Kadaver können Beifang-Hotspots identifiziert werden, und eine Datenbank wird entwickelt, um Strandungsdaten zu sammeln und eine zeitlich-räumliche Auswertung der Daten zu ermöglichen. Darüber hinaus arbeitet das ITAW an der Vermittlung der Projektergebnisse an Interessengruppen (einschließlich der Entwicklung von Forschungsboxen als Unterrichtsmaterial für Schulen), der Vernetzung mit anderen Projekten und der Veröffentlichung der wissenschaftlichen Ergebnisse von LIFE CIBBRiNA.

Produktionsstufenübergreifende Gesundheitsförderung in der Geflügelproduktion

SDG Icons 2 und 12

Produktionsstufenübergreifende Gesundheitsförderung in der Geflügelproduktion - Minimierung der Arzneimitteleinsätze durch Bakteriophagen (Akronym: MideAPhage)

Das Projektvorhaben MideAPhage zielt darauf ab, ein innovatives, produktionsstufenübergreifendes Bakteriophagenprodukt zu entwickeln, welches der Prävention des Auftretens von pathogenen und zoonotischen Enterokokken in der Geflügelhaltung dient. Bakteriophagen (Phagen) stellen eine ressourcenschonende und natürliche Alternative zur Behandlung mit Antibiotika dar und ihre antibakterielle Wirkung wurde im Labormaßstab bereits gezeigt. Phagen sind im biologischen Sinne Viren und die natürlichen Feinde der Bakterien. Dabei ist ihre Wirkungsweise sehr spezifisch auf bestimmte Bakterienspezies oder -stämme gerichtet und verursacht weder eine Schädigung der gesamten natürlichen Mikrobiota noch eine Entstehung von Resistenzen in dieser. Das in diesem Projektvorhaben zu entwickelnde Phagenprodukt soll die frühe Besiedlung der Tiere mit Enterokokken reduzieren, damit später auftretende klinische Erkrankungen reduziert werden. Auf diese Weise soll die Geflügelgesundheit gefördert und die Anwendung von Antibiotika minimiert werden.

Projektverantwortliche:

LMQS (Koordinator): Dr. Sophie Kittler, Dr. Elisa Peh, Prof. Dr. Madeleine Plötz

Tierernährung: Prof. Dr. Christian Visscher, Prof. Dr. Julia Hankel

ITTN: PD Dr. Jochen Schulz, Prof. Dr. Nicole Kemper

WING (für Transfer): Prof. Dr. Nicole Kemper, Prof. Dr. Christian Visscher

Laufzeit:

Februar 2023 bis Januar 2026

Tierindividuelle Förderung der Kälbergesundheit durch Nutzung spezifischer Kolostrumadditive und phytogener Substanzen

SDG Icons für 1 und 12

Tierindividuelle Förderung der Kälbergesundheit durch Nutzung spezifischer Kolostrumadditive und phytogener Substanzen (CalPhy)

Ziel des Projektes "CalPhy" ist es, das Auftreten von behandlungsbedürftigen Erkrankungen in der Kälberhaltung zu reduzieren und damit erhöhten Verlusten entgegen zu wirken. Durch den Einsatz von hochwertigen Ergänzungen soll insgesamt die Versorgung der Kälber verbessert und damit die Tiergesundheit, das Tierwohl und die Leistung gefördert werden. Gezielt soll für die besonders empfindlichen Tiere innerhalb der Tiergruppen ein teil-individualisiertes Fütterungskonzept für die Praxis entwickelt werden. Leichte und in Teilen auch in gut geführten Beständen durch unvermeidbare Situationen (mechanische Geburtsprobleme etc.) geschwächte Neugeborene, sind besonders betroffen von einer ungenügenden Kolostrumversorgung. Diese Kälber benötigen zusätzlichen Schutz, damit die Gefahr eines überdurchschnittlichen Abfalls des kolostralen Immunschutzes nicht die Infektionsanfälligkeit erhöht. Um das Risiko von Erkrankungen auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren, sind auf Basis einer sensiblen Erfassung von ersten Krankheitsanzeichen bzw. prädisponierenden Situationen weitere Maßnahmen sinnvoll. Futtermittelzusatzstoffe können zur Stärkung von Kälbern und damit Förderung ihrer Gesundheit eingesetzt werden. Insbesondere phytogene Zusatzstoffe haben in gut geführten Betrieben das Potential, die Notwendigkeit für antibiotische Behandlungen weiter zu reduzieren. Durch die Reduzierung der Häufigkeit von Erkrankungen in der Kälberaufzucht sowie damit verbunden eine Steigerung der Tiergesundheit und des Tierwohls, kann das Projekt einen substantiellen Beitrag zur Förderung der nachhaltigen Leistungsfähigkeit der Agrarwirtschaft bei bestmöglicher Förderung des Tierschutzes in der Landwirtschaft leisten.

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. C. Visscher; Dr. C. Hartung

Laufzeit:

September 2023 bis August 2026

Drittmittelprojekt, gefördert durch Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit insgesamt 365.439 € (TiHo-Anteil)

Einsatz alternativer Proteinquellen in der Fütterung von Hunden

SDG Icon für 12

Einsatz alternativer Proteinquellen in der Fütterung von Hunden – Effekte auf die Akzeptanz, Verträglichkeit und Verdaulichkeit

Der Großteil des ökologischen Fußabdrucks, den ein Hund während seines Lebens verursacht, wird über die Hundenahrung produziert. Darüber sind sich auch immer mehr hundehaltende Personen bewusst. Die Zahl der vegan oder vegetarisch lebenden Menschen nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Die Trends in der Hundeernährung entwickeln sich häufig parallel zu den Trends in der humanen Ernährung. Durch den Einsatz von pflanzlichen Nebenprodukten in der Hundeernährung kann der ökologischen Fußabdruck des Hundefutters reduziert werden. Hierfür sind Kenntnisse über die Verdaulichkeit und Akzeptanz dieser Nebenprodukte notwendig, um eine Verwendung von pflanzlichen Nebenprodukten im Hundefutter realisieren zu können. In diesem Projekt soll die Akzeptanz und Verdaulichkeit von pflanzlichen Nebenprodukten als Proteinquelle untersucht werden. Zusätzlich dazu wird eine großflächig angelegte Umfrage durchgeführt, die die aktuelle Verwendung von alternativen Proteinquellen und das Interesse der Hundehaltenden am Einsatz alternativer Proteinquellen im Hundefutter erfasst.

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. C. Visscher, Dr. Cristina Ullrich, Dr. Volker Wilke, Prof. Dr. J. Hankel

Laufzeit:

September 2022 bis laufend

Verständnis der Wechselwirkung zwischen städtischem Mikroklima und Ökosystemen zur Förderung einer ganzheitlichen Klimaanpassung im Zeichen eines sich verändernden Klimas (UMEX-HOPE)

Verständnis der Wechselwirkung zwischen städtischem Mikroklima und Ökosystemen zur Förderung einer ganzheitlichen Klimaanpassung im Zeichen eines sich verändernden Klimas (UMEX-HOPE)

Projektdetails:
Das Projekt UMEX-HOPE zielt darauf ab, die komplexen Zusammenhänge zwischen dem städtischen Mikroklima, der Ökosystemgesundheit und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken für den Menschen zu untersuchen. Durch die Anwendung eines One-Health-Ansatzes, der die Bereiche Umwelt, Mensch und Tier integriert, soll untersucht werden, ob und wie städtische Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel (z.B. grüne Infrastruktur) sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifizierung von "Risikozonen", in denen extreme mikroklimatische Bedingungen (Hitze, Luftverschmutzung, allergene Pollen) oder Krankheitsüberträger das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen könnten. Ebenso werden urban-rurale Gradienten und mögliche Zielkonflikte bei der Analyse berücksichtigt. UMEX-HOPE nutzt hierzu die Regionen Hannover und Brauncshweig und adressiert folgende zentrale Forschungsfragen:
-Wie beeinflussen städtische Mikroklimabedingungen das menschliche Wohlbefinden und die Verbreitung von Krankheiten?
-Wie können (mikroklimatische) Risikozonen im urbanen Raum präzise identifiziert und für Entscheidungsprozesse in der Stadtplanung nutzbar gemacht werden?
-Welche Wechselwirkungen und Zielkonflikte bestehen zwischen multiplen Stressoren (z.B. Hitze, Luftverschmutzung, Vektoren) und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel (z.B. grüne Infrastruktur) mit gesundheitlichen Auswirkungen?
-Welche Auswirkungen haben Klimaveränderungen auf das Auftreten von durch Vektoren übertragenen Krankheiten im urbanen Raum?
-Welche Rolle spielen urban-rurale Gradienten bei der Ausprägung spezifischer Mikroklimate und Ökosysteme?

Resultate:
https://zkfn.de/umex-hope/

Kooperationspartner:
Leibniz Universität Hannover: 
Institute of Meteorology and Climatology
Institute of Earth System Sciences
University Medical Center Göttingen (UMG), Department of General Practice
Technische Universität Braunschweig (TUBS), Institute of Geoecology
Technical University of Berlin (TUB), Institute of Land and Sea Transport, Transport System Planning and Transport Telematics
GEO-NET Umweltconsulting GmbH (GEO-NET)
 

Projektverantwortliche: Stefanie Christine Becker ; Cara Leonie Ebert

Laufzeit: Juli 2025 bis Juni 2031

VETCURR - Curriculare Innovationen für die Veterinärmedizin

VETCURR - Curriculare Innovationen für die Veterinärmedizin

Drittmittelprojekt: Stiftung Innovation in der Hochschullehre, 3.167.862 EUR

Kliniken/Institute:
Zentrum für Lehre - E-Learning-Beratung
Zentrum für Lehre - Clinical Skills Lab
Klinik für Kleintiere
Hochschulbibliothek
Verwaltung
Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit
 

Projektdetails:
Mit VETCURR sollen aufgrund der zu erwartenden Änderungen in der TAppV sowie aktueller Standards der die tiermedizinischen Bildungsstätten akkreditierenden European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) Anpassungen im Curriculum verankert werden, um das Tiermedizinstudium zukunftsfähig aufzustellen. 

Darüber hinaus verfolgt das Projekt das Ziel, Studierende in ihren professionellen Kompetenzen, ihrer Resilienz und in ihrem Umgang mit Zukunftsthemen zu stärken. Um besonderen Herausforderungen, welche sich im Studium und in der Berufstätigkeit ergeben, zu begegnen, werden Begleitmaßnahmen etabliert, die ihren Fokus auf Praktika, tutorielle Betreuung und Coaching legen. Anpassungen des Curriculums sowie die Verankerung zukunftsweisender Lehrkonzepte sollen die praktische Ausbildung stärken. Im Sinne des Tierwohls dient die Ausweitung der Pflichtlehre im Clinical Skills Lab der Umsetzung des "Never-the-first-time-on-a-live-animal"-Konzeptes, sodass Studierende praktische Fertigkeiten nicht zuerst am Tier ausführen, sondern eine vorgeschaltete Lehre an Modellen, über Simulationen oder über digitale Lehrmaterialien stattfindet.

Projektverantwortliche: Dr. Elisabeth Schaper; Dr. Sandra Wissing; Prof. Dr. Madeleine Plötz; Prof. Dr. Sabine Leonhard-Marek; Präsidium & Dezernat Studentische und Akademische Angelegenheiten

Laufzeit: Oktober 2025 bis Dezember 2029

Verbundvorhaben: Optimierung von Pflanzenkohleherstellung und -konditionierung unter Einbindung der Tierhaltung; Teilvorhaben 1: Nährstoffbindung Phosphor, Fütterungsversuche (PfloeZ)

Verbundvorhaben: Optimierung von Pflanzenkohleherstellung und -konditionierung unter Einbindung der Tierhaltung; Teilvorhaben 1: Nährstoffbindung Phosphor, Fütterungsversuche (PfloeZ)

Drittmittelprojekt: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), 684.441 EUR
Kliniken/Institute:
Institut für Tierernährung
Projektdetails:
Das Projekt "pfloeZ" verfolgt das Ziel, die Umweltleistungen der Landwirtschaft nachhaltig zu verbessern und Nährstoffkreisläufe im ökologischen Landbau effizienter zu gestalten. Im Mittelpunkt steht der gezielte Einsatz von Pflanzenkohle, um Kohlenstoff langfristig im Boden zu binden, Nährstoffverluste zu reduzieren und gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit sowie Tiergesundheit zu fördern.
Im ökologischen Landbau sind Pflanzenbau und Tierhaltung eng miteinander verbunden: Nährstoffe aus der Tierhaltung werden als organischer Dünger wieder auf die Felder zurückgeführt. PfloeZ entwickelt hierfür innovative Ansätze, bei denen Pflanzenkohle entweder als Futterzusatz für Nutztiere oder direkt in Wirtschaftsdüngern wie Gülle eingesetzt wird. Die Pflanzenkohle kann dabei Nährstoffe aufnehmen, speichern und bedarfsgerecht im Boden wieder freisetzen. Dadurch werden ungerichtete Nährstoffausträge in Grund- und Oberflächengewässer verringert und gleichzeitig Humusaufbau sowie Bodenleben gefördert.
PfloeZ schafft damit die Grundlage für eine ressourcenschonende, klimaorientierte und zukunftsfähige Landwirtschaft, die Kohlenstoff langfristig speichert, Nährstoffkreisläufe schließt und gesunde, fruchtbare Böden fördert.

Kooperationspartner:
Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL)

Projektverantwortliche: Visscher, Christian; Rath, Alexandra

Laufzeit: März 2026 bis Februar 2030

Photodynamische Inaktivierung von Bakterien im Sperma - eine Alternative zu Antibiotika in der Schweinezucht ([PodiPig]

Photodynamische Inaktivierung von Bakterien im Sperma - eine Alternative zu Antibiotika in der Schweinezucht ([PodiPig]

Drittmittelprojekt: BMLEH, 355.080 EUR

Kliniken/Institute:
Reproduktionsmedizinische Einheit der Kliniken
Klinik für kleine Klauentiere und forensische Medizin / Ambulatorische Klinik
Projektdetails:
In der Schweinezucht führt der kontinuierliche Einsatz von Antibiotika im flüssigkonservierten Sperma für die künstliche Besamung zunehmend zu Resistenzen und Umweltbelastung. Weltweit steht die Schweinezucht unter Druck, effektive und nachhaltige Alternativen zur Keimkontrolle im Sperma zu finden und anzuwenden. Ziel ist es, Antibiotika im Konservierungsmedium durch eine innovative Technologie zu ersetzen: Die Photodynamische Inaktivierung (PDI) von Bakterien. Im interdisziplinären Verbund mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft wird die in einem Vorläuferprojekt etablierte PDI-Technik in einen Prototyp überführt und die antimikrobielle Wirksamkeit auf spezifische Problemkeime erhöht. Damit soll eine mikrobiologisch sichere Alternative zur Verwendung von Antibiotika in flüssigkonserviertes Ebersperma bei konventioneller 17°Grad Lagerung in das nächste Technologiereife Level überführt werden.

Kooperationspartner:
Humboldt-Universität zu Berlin
Minitüb GmbH

Projektverantwortliche: Prof. Dagmar Waberski; Dr. Anne-Marie Luther

Laufzeit: Januar 2026 bis Januar 2029

Entwicklung von Lösungsansätzen zur Minderung von Konflikten zwischen Fischerei, Artenschutz und dem Eurasischem Fischotter (Lutra lutra) in Schleswig-Holstein

Entwicklung von Lösungsansätzen zur Minderung von Konflikten zwischen Fischerei, Artenschutz und dem Eurasischem Fischotter (Lutra lutra) in Schleswig-Holstein

Drittmittelprojekt: MEKUN, 402.984 EUR

Kliniken/Institute:
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
 

Projektdetails:
Der Eurasische Fischotter (Lutra lutra) ist ein in Deutschland heimischer Spitzenprädator in Süßwasserhabitaten und nimmt damit eine besondere Stellung in aquatischen Ökosystemen ein. Als Indikatorart für die Belastung von Lebensräumen und die Bedrohung der Biodiversität spielt er eine wichtige Rolle im Natur- und Artenschutz. Historisch kam es im 20. Jahrhundert zu einem massiven Einbruch der Bestände, verursacht durch Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung und direkte Verfolgung. Dank gezielter Arten- und Habitat-Schutzmaßnahmen konnten sich die Bestände in Westeuropa, darunter auch in Deutschland, wieder erholen. 
Mit dem Wiederanstieg der Populationen geht jedoch ein Wiederaufleben von Nutzungskonflikten einher. Fischotter sind opportunistische Jäger und werden von der Teichwirtschaft und Binnenfischerei vielfach als Nahrungskonkurrent wahrgenommen. Hinzu kommt ein erhebliches Gefährdungspotenzial durch Straßenverkehr, der in Deutschland zu den Haupttodesursachen gehört. Vor diesem Hintergrund gibt es einen erhöhten Bedarf an konkreten Managementmaßnahmen.
In einem vorherigen Projekt konnten durch den Einsatz von Fotofallen und Kotanalysen Erkenntnisse zur Habitatnutzung, zum Nahrungsspektrum und zum Reproduktionspotenzial des Fischotters in Schleswig-Holstein gewonnen werden. Diese Basisdaten belegen die wachsende Bedeutung der Art und zeigen in unterschiedlichen Bereichen Konfliktfelder auf, reichen jedoch nicht aus, um das Konfliktpotenzial mit der Teichwirtschaft und gefährdeten Fischarten sowie das Gefährdungspotenzial durch Straßenquerungen abschließend zu bewerten bzw. mit den Anforderungen des Artenschutzes konforme Lösungsstrategien zu entwickeln. 
Ein zentrales Defizit besteht darin, dass individuenbasierte, hochaufgelöste Daten zu Habitatnutzung und Verhalten bislang fehlen. Bisherige Telemetrie-Ansätze waren überwiegend invasiv, oder mit tierschutzrelevanten Risiken durch den Fang und eine Narkotisierung verbunden. Neue nicht-invasive Methoden zur Anbringung von Sendern (z. B. Fellkleber oder klettbasierte Systeme) wurden international erprobt, jedoch bislang nicht in Deutschland oder im Kontext der Konfliktbewertung. Neuste Studien zeigen Möglichkeiten auf, Wildtiere, ohne deren Fang in ihrem natürlichen Habitat zu besendern und somit mehr über deren natürliches Verhalten in Erfahrung zu bringen.
Vor diesem Hintergrund setzt das beantragte Projekt genau an den bestehenden Wissenslücken an: Durch die Entwicklung nicht-invasiver Telemetriemethoden sollen erstmals individuenbasierte Daten zu Habitatnutzung, Konfliktnutzung (Fischteiche) und Straßenquerungen gewonnen werden. Parallel dazu wird die Effektivität akustischer Vergrämungsmaßnahmen in der Teichwirtschaft untersucht. Damit leistet das Vorhaben einen direkten Beitrag zur Entwicklung praxisnaher Managementstrategien, die sowohl den Artenschutzanforderungen als auch den Bedürfnissen der Fischwirtschaft Rechnung tragen.

Projektverantwortliche: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert; Dr. Andreas Ruser; Janina Büntge; Dr. Kai Soeren Lehmann

Laufzeit: April 2026 bis Dezember 2028

HIDDEN PEATENTIAL! - Hier sind Erbsenzähler gefragt

HIDDEN PEATENTIAL! - Hier sind Erbsenzähler gefragt

Drittmittelprojekt: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ZERN - Zukunft Ernährung Niedersachsen, 30.000 EUR

Kliniken/Institute:
Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit
Projektdetails:
Dieses Projekt wird am DIL e.V., Quakenbrück durchgeführt.
Das Projekt "HIDDEN PEATENTIAL! - Hier sind Erbsenzähler gefragt" vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen zu nachhaltiger Ernährung und alternativen Proteinquellen mit besonderem Fokus auf pflanzliche Proteine aus Hülsenfrüchten, insbesondere der Erbse. Im Rahmen eines Citizen-Lab-Formats werden zwei interaktive Outreach-Veranstaltungen in öffentlichen Räumen (Fußgängerzonen in Osnabrück und Quakenbrück) durchgeführt.
Durch Verkostungen, Mitmach-Experimente, spielerische Formate und direkte Dialoge mit Wissenschaftler:innen erhalten Bürger und Bürgerinnen einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen wie sensorische Eigenschaften pflanzlicher Proteine, Aminosäurezusammensetzung, technofunktionelle Eigenschaften (z. B. Schaumbildung mit Aquafaba) sowie ökologische Auswirkungen unterschiedlicher Proteinquellen. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation und dient als Pilotformat im ZERN-Verbund zur Förderung informierter gesellschaftlicher Entscheidungsprozesse im Ernährungsbereich.

Kooperationspartner:
Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik (DIL), Quakenbrück, Abteilung Biochemie der Ernährung;
Universität Osnabrück

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Simone Lipinski; Prof. Dr. Marco Beeken; Dr. Lars Otte

Laufzeit: Oktober 2025 bis September 2028

Optimierung der Haltung und Fütterung in der Öko-Sauenhaltung zur Verbesserung der ferkelgesundheit (Akronym: OHFÖS)

Optimierung der Haltung und Fütterung in der Öko-Sauenhaltung zur Verbesserung der ferkelgesundheit (Akronym: OHFÖS)

Drittmittelprojekt: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Bundesprogramm ökologischer Landbau), 231.160 EUR

Kliniken/Institute:
Institut für Tierhygiene Tierschutz und Nutztierethologie
Projektdetails:
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, die Gesundheit von Saug- und Aufzuchtferkeln unter ökologischen Haltungsbedingungen in freien Abferkelsystemen und Systemen zur Ferkelaufzucht durch eine Anpassung der Haltung und der Fütterung zu verbessern und Möglichkeiten zu einer Reduktion der Ferkelsterblichkeit darzustellen. Neben der angepassten Haltung und Fütterung soll ein verbessertes, betrieblich angepasstes Gesundheits- und Hygienemanagement maßgeblich zu einer stabilen Tiergesundheit der ökologischen Betriebe beitragen. Des Weiteren gilt es Wissenslücken zu schließen und durch die Bearbeitung und Evaluierung verschiedener Fragestellungen neue Erkenntnisse für die ökologische Sauenhaltung und Ferkelerzeugung zu generieren.

Kooperationspartner:
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Georg-August Universität Göttingen
Universität Kassel

Projektverantwortliche: Kramer, Lydia; Kemper, Nicole

Laufzeit: Dezember 2025 bis November 2028

Landschafts- und Artenschutzgenomik für die Gelbbauchunke: die Rolle von Habitatqualität und Klima in einem länderübergreifenden, europäischen Projekt

Landschafts- und Artenschutzgenomik für die Gelbbauchunke: die Rolle von Habitatqualität und Klima in einem länderübergreifenden, europäischen Projekt

Landscape and conservation genomics for Yellow-bellied toads (Bombina variegata): The role of habitat quality and climate in a transnational, European project

Drittmittelprojekt: DBU, CULT-Stiftung, 81.550 EUR

Kliniken/Institute:
Institut für Zoologie
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Hannover)
Projektdetails:
This project serves the long-term purpose of protecting the species of the yellow-bellied toad, Bombina variegata, which is highly endangered in Germany and Central Europe. In many areas, the yellow-bellied toad only occurs in secondary, i.e. anthropogenically modified, habitats such as quarries. The populations are often isolated, too small, and suffer from inbreeding and genetic impoverishment. Previous studies have also shown that yellow-bellied toads use different life cycle strategies in different habitats. These differences suggest that the species has adapted to local ecological conditions, and these adaptations are potentially manifested in the genome. The project aims to improve the genetic and ecological information available about the species in order to make practical conservation more effective. For this purpose, DNA samples from German, French and Swiss yellow-bellied toad populations, which have already been sampled in previous projects, are examined using genomic methods (RADSeq). In addition, toads in Germany will be sampled in the few natural habitats where they still occur. The genomic results are then correlated with ecological data (habitat type, local climate). The results provide evidence as to whether yellow-bellied toads are adapted to their local habitat (anthropogenic vs. natural) or to their local climate at the molecular level. The aim is to identify specific candidate genes that mediate this local adaptation. Furthermore, species distribution models based on climatic data should show where suitable habitats are for the yellow-bellied toad today and in the future - also with a view on climate change. The results obtained will be discussed with scientists and species protection specialists in a workshop. In follow-up projects, so-called genetic rescue will be used for small, isolated occurrences to stabilize them, and larger populations will be genetically upgraded. Genetic rescue projects based on genomic information are innovative since so far they have been successfully implemented in species protection in only a few countries.

Kooperationspartner:
Prof. Jean-Paul Léna, Dr. Hugo Cayuela, Benjamin Monod-Broca, University of Lyon;
Dr. Mirjam Nadjafzadeh, NABU Niedersachsen; Fabian Droppelmann, Chance 7

Projektverantwortliche: Apl. Prof. Dr. Heike Pröhl; Mats Wiborg; Prof. Dr. Ursula Siebert

Laufzeit: Januar 2024 bis Dezember 2027