Fallbericht Eibe (Taxus bacata)

Europäische Eibe

Aussehen der Pflanze

  • Dunkelgrüne Blätter, die an einem Stängel herablaufen
  • Erhabene Mittelrippe auf Ober- und Unterseite
  • Rote Samen, haben keinen Fruchtknoten!
    • Samenschale aus verholzter inneren Samenschale und Lignineinlagerungen
  • Bis 20m hoher Baum, oder zur Heckenpflanze gezüchtet
  • Wachstum 1-3cm/Jahr
     
  • Sehr schattentolerant
  • Können im Wachstum jahrzehntelang pausieren, bis Bedingungen wieder ideal sind
  • Einjährige Zweige
  • Vor Aufnahme schützende Eigenschaften fehlen
    • Sind in der Aufnahme schmackhaft, schmerzfrei und verdaulich
    • Dadurch kein Fressschutz vor Weidetieren
    • Resultiert mit Vergiftung dieser
Herde Kälber

Vergiftung von Holstein-Kälbern durch Europäische Eibe

  • 26 5-Monate alte Kälber auf einer Wiese
  • Abgeschnittene Eibe auf deren Wiese geworfen 
  • Einige Tiere starben innerhalb von 24h, dann tägllich 1-2 Kälber für die nächsten 18 Tage
  • Insgesamt sind 22 der 26 gestorben
  • Das letzte Kalb starb nach 18 Tagen 
  • Bei der Untersuchung vor Ort und im Labor ergaben sich folgende Resultate:
    • große Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle
    • vergrößerte, schlaffe Herzkammern
    • Große Teile der Herzmuskulatur erst abgestorben, dann durch Bindegewebe ersetzt
      • krankhafte Vermehrung von Bindegewebe führte zu Herzversagen
    • Pansen ohne Pflanzenteile, aber enthielt Giftstoffe der Europäischen Eibe 
  • Todesursache aufgrund der Resultate höchstwahrscheinlich chronische Eibenvergiftung

Besonderheiten des Fallbeispiels

  • normalerweise akuter Krankheitsverlauf mit Tod innerhalb von Minuten bis Stunden
    • hier chronischer Krankheitsverlauf (über 14Tage)
  • Histologische Veränderungen der Herzmuskulatur ungewöhnlich
    • Nekrose und Ersatz der Muskulatur durch fibröses Bindegewebe

Veterinärmedizin

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