Die Infektionsimmunologie unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Lepenies beschäftigt sich mit der Rolle einer Familie der Pathogen Recognition Receptors, den sogenannten C-Typ Lektinrezeptoren (CLRs), im angeborenen Immunsystem. Die Labore der Infektionsimmunologie befinden sich im Research Center for Emerging Infections and Zoonoses (RIZ).

 

C-Typ Lektinrezeptoren (CLRs)

In unserem Immunsystem gibt es verschiedene Klassen von Kohlenhydrat-bindenden Rezeptoren (sogenannte Lektine), die spezifische Kohlenhydratstrukturen von Glykoproteinen und Glykolipiden, aber auch andere Strukturen wie Kristalle oder Proteine, erkennen. C-Typ Lektinrezeptoren (CLRs) repräsentieren eine große Lektin-Rezeptor-Superfamilie, die häuptsächlich von Zellen des angeborenen Immunsystems exprimiert werden. CLRs erkennen konservierte Glykanstrukturen auf Krankheitserregern und spielen eine entscheidene Rolle bei der Initiierung von Immunantworten. Die meisten (aber nicht alle) CLRs binden ihre Liganden abhängig von Ca2+, was durch das „C“ im Namen „C“-Typ Lektine hervorgehoben wird. Die CLR-Superfamilie ist in 17 Untergruppen von membranständigen oder sezernierten Rezeptoren unterteilt. Antigen-präsentierende Zellen, wie dendritische Zellen oder Makrophagen, exprimieren meist membranständige myeloide CLRs. Somit sind myeloide CLRs wichtig für Immunantworten sowie attraktive Kandidaten für Zell-Targeting und Antigentransport.

Weitere Informationen können z.B. in Mayer et al., 2017 und Ebbecke et al., 2021 gefunden werden.

 

CLR-Bibliotheken

In unserer Gruppe wird die Funktion von CLRs anhand verschiedener Modelle untersucht. Eine unserer Kernkompetenzen ist das Screening und die Identifizierung neuartiger Wechselwirkungen zwischen CLRs und entweder ganzen Pathogenen oder einzelnen Liganden. Kernelement dieser Screenings sind unsere CLR-Bibliotheken (sogenannte CLR-Fc-Fusionsproteine) verschiedener Spezies, da sie einen einfachen Nachweis in verschiedenen Assays ermöglichen. Diese Assays umfassen ELISA-, Durchflusszytometrie-, Fluoreszenzmikroskopie- und Immunoblot-basierte Bindungsstudien sowie Immunpräzipitation und Glykan-Arrays.

Weitere Informationen könnzen z.B. in Johannssen et al., 2015 und Mayer et al., 2018 gefunden werden.

Schematische Darstellung eines CLR-Fc Fusionsproteins.

 

CLR-Reporterzellen und Knockout-Systeme

CLR-Reporterzellen stellen ein zellbasiertes Testsystem dar, um weiter zu identifizieren, ob eine Bindung zu einer intrazellulären Signalübertragung führt – und damit in der Lage ist, Immunantworten des angeborenen Immunsystems zu initiieren. So kann die Aktivierung der Zelle über die CLRs und die anschließende intrazelluläre Signalgebung dargestellt und analysiert werden, um als Indikator für die Bindung eines Liganden an die jeweiligen CLRs zu dienen. Darüber hinaus werden CLR-/- Knockout-Systeme eingesetzt, um individuelle Effekte einzelner CLRs im Vergleich zu ihren Wildtyp-Gegenstücken in komplexeren Szenarien zu bestimmen.

Weitere Informationen können z.B. in Raulf et al., 2019 gefunden werden.

 

Diese Konzepte werden verwendet, um Interaktionen von CLRs mit Pathogenen wie Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen zu untersuchen. Mit diesen Tools wollen wir neuartige Pathogen-assoziierte Liganden von CLRs identifizieren. Dieses Wissen kann genutzt werden, um gezielt Wirkstoffe zu Antigen-präsentierenden Zellen zu transportieren, vermittelt über ihre CLRs. Darüber hinaus wollen wir ein tieferes Verständnis dafür erlangen, wie CLRs entzündliche Prozesse in vivo beeinflussen.
 

Zusammenfassend beschäftigt sich unsere Forschung mit folgenden Themen:

  • Identifizierung neuartiger CLR-Liganden von Pathogenen durch Bindungsstudien
  • Targeting von CLRs auf Antigen-präsentierenden Zellen unter Verwendung von Glykokonjugatliganden
  • Untersuchung der CLR-Funktionen in in vivo Modellen für Infektion und Autoimmunität

 

Kontakt

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Immunologie

Bünteweg 17, Gebäude 231
30559 Hannover
Tel.: +49 511 953-7920
Fax: +49 511 953-7929
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Wegbeschreibung

Navi-Adresse: Bünteweg 17, 30559 Hannover.
Zugang über Gebäude 229 "Institut für Pathologie"

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Vom Hauptbahnhof mit den U-Bahn-Linien 1 (Richtung Laatzen/Sarstedt), 2 (Richtung Rethen) oder 8 (Richtung Messe/Nord) zwei Stationen bis zum Aegidientorplatz fahren. Am Aegidientorplatz umsteigen und mit der Linie 6 (Richtung Messe/Ost) bis zur Haltestelle Bünteweg/Tierärztliche Hochschule fahren. Die Haltestelle befindet sich direkt vor dem Verwaltungsgebäude (TiHo-Tower, Bünteweg 2) der Hochschule. Die Einfahrt zum Bünteweg 17 befindet sich vom TiHo-Tower aus nach etwa 600 Metern auf der rechten Straßenseite.

Anreise mit dem Auto

von Norden/Westen/Osten

Auf dem Messeschnellweg (A37) Richtung Süden (Messe) fahren und an der Ausfahrt Bult den Schnellweg verlassen. Danach links abbiegen und dem Straßenverlauf Richtung Bemerode folgen. Der Bünteweg zweigt hinter der Eisenbahnunterführung nach links ab. Der TiHo-Tower befindet sich an der Ecke Bemeroder Straße/Bünteweg. Die Einfahrt zum Bünteweg 17 befindet sich vom TiHo-Tower aus nach etwa 600 Metern auf der rechten Straßenseite.

von Süden

Auf dem Messeschnellweg (A37) Richtung Celle an der Ausfahrt Bult rechts Richtung Bemerode abbiegen. Der Bünteweg zweigt hinter der Eisenbahnunterführung nach links ab. Der TiHo-Tower befindet sich an der Ecke Bemeroder Straße/Bünteweg. Die Einfahrt zum Bünteweg 17 befindet sich vom TiHo-Tower aus nach etwa 600 Metern auf der rechten Straßenseite.