Profil und Arbeitsgruppen

Unser Profil

Im Rahmen der diagnostischen Tätigkeit werden Obduktionen an einer Vielzahl von Spezies (landwirtschaftliche Nutztiere, Pferd, Hund, Katze, kleine Heimtiere, Wild- u. Zootiere sowie Reptilien) durchgeführt. Es werden forensische Fragestellungen bearbeitet und gutachterliche Stellungnahmen für Veterinärämter, Amts-/Landgerichte sowie Versicherungsgesellschaften erstellt.

Arbeitsgruppen

Abteilung Diagnostik

Leitung

Prof. Dr. med. vet. Wolfgang Baumgärtner, Ph.D.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Dr. Peter Wohlsein
Dr. Christina Puff

Technische Mitarbeiter*innen

Julia Baskas, VMTA
Caroline Schütz, VMTA
Jana-Svea Harre, VMTA
Petra Grünig, VMTA
Claudia Herrmann, VMTA
Christiane Namneck, VMTA
Dunja Hoffmann
Siegfried Jelitto
Angela Karl
​​​​​​​Silvana Böhmeke

Sekretariat

Angelika Pietsch
Leila Schliephake
Kerstin Stark
Patrick John Simmons, BTA
 

Forschungsschwerpunkte

  • Charakterisierung der Zikavirus-Infektion
  • Charakterisierung von Rückenmarksläsionen unter besonderer Berücksichtigung der Schwannzell-Remyelinisierung
  • Axonopathien bei Infektionen mit dem kaninen Staupevirus und degenerativen Rückenmarkserkrankungen
  • Morphologische und phänotypische Charakterisierung von kaninen Tumoren des zentralen und peripheren Nervensystems

Arbeitsgruppe Molekularpathologie

Leitung

Prof. Dr. med. vet. Andreas Beineke

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Malgorzata Ciurkiewicz, Ph.D.
Dr. Melanie Stoff

Technische Mitarbeiter*innen

Kerstin Schöne, VMTA

Forschungsschwerpunkte

  • Immunpathologie des zentralen Nervensystems
  • Immunsuppression und Persistenzmechanismen bei viralen Erkrankungen
  • Immunmodulation viraler Erkrankungen des zentralen Nervensystems

         -  Hundestaupe

         -  Murine Theilervirus-Enzephalomyelitis

  • Pathologie des Respirationstraktes bei der Hundestaupe

Arbeitsgruppe Immunpathologie

Leitung

Prof. Dr. Marion Hewicker-Trautwein

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

TÄ Wencke Reineking
TÄ Sandra Franke

Technische Mitarbeiter*innen

Kerstin Rohn, Biologielaborantin

Forschungsschwerpunkte

  • Intestinales Immunsystem des Hundes
  • Chronisch-entzündliche Enteropathien des Hundes
  • Charakterisierung epithelialer Stammzellen in Darmtumoren des Hundes
  • Charakterisierung von Tumor- und Entzündungszellmarkern bei Hunden mit Nasentumoren und chronischer Rhinitis
  • Untersuchungen zur Erreger-Wirt-Interaktion im Lungengewebe von mit Mycoplasma bovis infizierten Rindern

Arbeitsgruppe Elektronenmikroskopie

Leitung

Prof. Dr. med. vet. Wolfgang Baumgärtner, Ph.D.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

 -

Technische Mitarbeiter*innen

Kerstin Rohn, Biologielaborantin

Forschungsschwerpunkte

  • Ultrastrukturellen Untersuchung zur Pathogenese von SARS-CoV-2 Infektion
  • Rasterelektronenmikroskopische Darstellung der Zilien im Respirationstrakt nach Virusinfektionen
  • Immunelektronenmikroskopische Darstellung verschiedener zellulärer Antigene

Arbeitsgruppe Neuropathologie und Neuroimmunologie

Leitung

Prof. Dr. med. vet. Wolfgang Baumgärtner, Ph.D.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Dr. Kathrin Becker
Dr. Ingo Gerhauser, Ph.D.

Technische Mitarbeiter*innen

Danuta Waschke, VMTA

Forschungsschwerpunkte

  • Detektion neuer viraler Erkrankungen mittels In-Situ-Hybridisierung bei Haus- und Wildtieren
  • Microarray-Analysen kaniner glialer Zellen
  • Microarray-Analysen der Staupeenzephalitis
  • Microarray-Analysen von degenerativen Erkrankungen des Rückenmarks
  • Untersuchung über die Beeinflussung des Neuritenwachstums von isolierten Neuronen des Hundes
  • Molekularbiologische Untersuchungen zur Charakterisierung des genetischen Defektes bei der kaninen GM1-Gangliosidose im Mausmodell
  • Untersuchungen über die Expression von Interferon-induzierten Genen bei der Theilerschen murinen Enzephalomyelitis, der kaninen Staupevirus-Enzephalitis und der granulomatösen Meningoenzephalitis
  • Untersuchungen über die Bedeutung von Sauerstoffradikalen bei der Theilerschen murinen Enzephalomyelitis und der Staupe
  • Rolle von Satellitenzellen, Vorläuferzellen im Rahmen von De- und Remyelinisierungsprozessen
  • in vitro und in vivo Untersuchung bzgl. der Pathogenese von SARS-CoV-2 Infektionen bei verschiedenen Spezies

Geschichte des Instituts

Bereits zur Gründungszeit der TiHo als Roß-Arzney-Schule 1778 hielt Johann Adam Kersting Vorlesungen in Pathologie, nahm Sektionen vor und stellte pathologische Präparate her. Ein eigenes Lehrfach wurde die Pathologie an der TiHo jedoch erst 1852. Hochschuldirektor Karl Günther gründete im Jahr 1875 das Pathologisch-Anatomische Institut, das 1899 in den Neubau der Hochschule am Misburger Damm, der heutigen Hans-Böckler-Allee, einzog. Ludwig Lund, der 1927 die Leitung des Instituts übernahm, legte den Grundstein für den Übergang von der rein beschreibenden Pathologie zur pathologischen Physiologie.

Im Jahr 1937 übernahm Paul Cohrs die Institutsleitung. Mit ihm begannen Anfang der fünfziger Jahre experimentalpathologische Arbeiten. Ein wichtiger Schritt, um die Ursachen verschiedener bis dato unbekannter Erkrankungen aufzuklären. Mit der Anschaffung eines Elektronenmikroskops im Jahr 1959 nahm der Fortschritt seinen Lauf und das sub-mikroskopische Labor des Instituts wurde errichtet.

Paul Cohrs legte Wert darauf, dass die wissenschaftlichen Mitarbeiter sich an anderen Instituten methodisch weiterbilden und im Ausland Erfahrungen sammeln konnten. Zudem baute er die Abteilungen des Instituts aus und errichtete 1963 die Abteilung für Histochemie, die 1969 in Abteilung für Pathologie der Versuchstiere umbenannt wurde. Unter der Leitung von Claus Messow führte die Abteilung in den ersten Jahren vorwiegend vergleichende Studien zu Entzündungskrankheiten durch.

Nachdem Leo-Clemens Schulz 1965 die Leitung des Instituts übernahm, setzte er den Ausbau der Abteilungen mit dem Ziel fort, möglichst alle bei der Erforschung von Krankheiten notwendigen Methoden der Pathologie am Institut anwenden zu können. So entstand 1969 die von Gerhard Trautwein geleitete Abteilung für Immunpathologie, in der die Pathogenese immunvermittelter Krankheiten (z.B. Aleutenkrankheit des Nerzes, Endokardiose des Hundes) erforscht wurde.

Unter Schulz wurden auch vergleichende Untersuchungen bei Mensch und Tier vorangetrieben. 1969 gelang es dem Institut nach intensiver Vorbereitung, die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu überzeugen: Die DFG bewilligte den Antrag für den Sonderforschungsbereich SFB 54 „Rheumatoide Krankheiten des Tieres“. 1971 wurden humanmedizinische Arbeitsgruppen der Medizinischen Hochschule Hannover in den SFB 54 eingebunden.

Die Förderung des SFB 54 ermöglichte 1973 die Anschaffung eines weiteren Elektronenmikroskops und die Errichtung der Elektronenmikroskopischen Arbeitsgruppe unter der Leitung von Wolfgang Drommer im Jahr 1974. Im selben Jahr entstand die Arbeitsgruppe Immunbiologie unter der Leitung von Wolfgang Leibold. Diese untersuchte die zelluläre Immunologie rheumatoider Erkrankungen, insbesondere die Interaktion zwischen Erreger und Immunzellen. Im Jahr 1975 entstand die von Siegfried Ueberschär geleitete Arbeitsgruppe Experimentelle Zytologie, die sich mit der In-vitro-Simulation pathologischer Vorgänge beschäftigte. Nach 16 erfolgreichen Jahren wurden die wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen des SFB 45 1985 abgeschlossen. Ein Jahr später übernahm Drommer die Leitung des Instituts. Da das Institut kontinuierlich gewachsen war, reichte der Platz am Campus Bischofsholer Damm irgendwann nicht mehr aus. 1989 erfolgte daher der Umzug des Instituts für Pathologie vom Campus Bischofsholer Damm in den eigens errichteten Neubau am Campus Bünteweg.

Ab 1990 übernahm Joachim Pohlenz die Leitung des Instituts. 1991 konnte an der TiHo erneut ein Sonderforschungsbereich eingeworben werden. Im Rahmen des SFB 280 wurde unter der Leitung von Pohlenz die Pathologie des Gastrointestinaltraktes bei landwirtschaftlichen Nutztieren erforscht.

Der heutige Institutsleiter, Wolfgang Baumgärtner, wurde 1995 auf eine Professur für Veterinärpathologie mit Schwerpunkt Immunpathologie berufen. Bereits ein Jahr später folgte er einem Ruf der Justus-Liebig-Universität Gießen. 1998 wurde Marion Hewicker-Trautwein auf die durch Baumgärtners Weggang freigewordene Professur berufen.

Im Jahr 2002 kehrte Baumgärtner als Professor für Allgemeine und Spezielle Pathologische Anatomie an die TiHo zurück und übernahm zugleich die Leitung der Abteilung für Diagnostik und der Arbeitsgruppe für Neuropathologie und Neuroimmunologie. Seit 2003 ist er Institutsdirektor. Zudem ist er Sprecher des interdisziplinären Forschungsverbundes N-RENNT, einer DFG-Forschergruppe und des DFG-Graduiertenkollegs 2485, VIPER, und stellvertretender Sprecher des Zentrums für Systemische Neurowissenschaften.

2003 wurde Achim Dieter Gruber als Professor für Veterinärpathologie mit Schwerpunkt Molekularpathologie an das Institut berufen. Nachdem er als Direktor an das Institut für Tierpathologie der FU Berlin wechselte, wurde der seit 2007 am Institut tätige Juniorprofessor Andreas Beineke sein Nachfolger. Im Jahr 2013 wurde Beineke zum Professor für Molekulare Pathologie ernannt.

Die diagnostische Tätigkeit gehört nach wie vor zu den Kernaufgaben des Instituts. Mithilfe von Obduktionen verschiedener Tierarten werden Krankheits- und/oder Todesursachen festgestellt, Beweise gesichert und Gutachten erstellt.

Ein Forschungsschwerpunkt des Instituts sind die Erkrankungen des Nervensystems verschiedener Tierarten, vor allem beim Hund. So werden unter anderem neurotrope Virusinfektionen, Entmarkungsprozesse und degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems sowie die Immunpathologie bei Rückenmarksverletzungen erforscht. Darüber hinaus spielen die Detektion von neuartigen Viren und Krankheitsbildern, die Etablierung von In-vitro-Ergänzungs- und Ersatzmethoden wie auch pathogenetische Untersuchungen insbesondere von Erkrankungen des Respirationstraktes als Arbeitsschwerpunkte eine Rolle. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Rolle des Immunsystems bei verschiedenen Erkrankungen, insbesondere die Interaktionen zwischen Krankheitserregern und Wirtszellen und wie die Immunantwort bei viralen Infektionen des zentralen Nervensystems moduliert werden kann interessieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Institutes. Zudem untersuchen sie das intestinale mukosale Immunsystem des Hundes.

Seit 2018 wird die Forschungsaktivität des Instituts für Pathologie durch Promotionsstipendien auf dem Gebiet der Klinischen Pathologie durch die Brigitte und Prof. Dr. Reiner Müller-Peddinghaus Stiftung substantiell gefördert.

Habilitierte Wissenschaftler*innen seit Gründung des Instituts

Ludwig Lund (1926)       

Harro Köhler (1952)

Hans-Christoph Löliger (1959)

Leo-Clemens Schulz (1959)

Claus Messow (1960)

Gerhard Trautwein (1963)

Wolfgang Drommer (1971)

Siegfried Ueberschär (1970)

Wolfgang Leibold (1979)

Reiner Müller-Peddinghaus (1979)

Walter Hermanns (1985)

Heinz-Adolf Schoon (1989)

Franz-Josef Kaup (1992)

Marion Hewicker-Trautwein (1994)

Elisabeth Liebler-Tenorio (1998)

Achim Dieter Gruber (2000)

Paul-Georg Germann (2001)

Christiane Herden (2009)

Susanne Alldinger (2009)

Andreas Beineke (2012)

Reiner Georg Ulrich (2014)

Frauke Seehusen (2017)

Christina Puff (2019)

Ingo Gerhauser (2020)

Florian Hansmann (2020)