Herrenhausen Late: Vorträge online

Am 15. Juli 2021 fand die Veranstaltungsreihe Herrenhausen Late der VolkswagenStiftung mit dem Thema „One Health ‒ an der Schnittstelle zwischen Mensch und Tier“ statt. Die Referentinnen waren die beiden TiHo-Professorinnen Dr. Asisa Volz und Dr. Gisa Gerold aus dem RIZ. Falls Sie nicht dabei sein konnten, können Sie sich den gesamten Mitschnitt der beiden Vorträge und der anschließenden Fragerunde auf dem YouTube-Kanal der VolkswagenStiftung ansehen.

Professorinnen Dr. Asisa Volz und Dr. Gisa Gerold.
© Isabel Winarsch für VolkswagenStiftung

Professorin Dr. Asisa Volz machte den Auftakt und gab Einblicke in ihre Forschung zur Erstellung eines Impfstoff-Prototypen, der schnell an neuauftretende Viren angepasst werden kann. Als Grundlage hierfür dient das modifizierte Vaccinia-Ankara Virus (MVA), ein Pockenvirus, das seine krankmachenden Eigenschaften verloren hat. Beispielhaft nannte sie die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Middle Eastern Respiratory Syndrome Virus (MERS) für Kamele. Das MERS-Coronavirus ist, wie SARS-CoV-2, ein zoonotischer Erreger und kann somit vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Professorin Dr. Gisa Gerold führte allgemein in die One Health Forschung ein und stellte die wichtigsten Säulen von Pandemievorsorge und -management vor. Sie berichtete im Anschluss von ihrer Forschung zu Interaktionen von Viren mit ihrem Wirt. Hierbei möchte sie für neuaufkommende Viren herausfinden, wie diese in die Wirtszellen gelangen und sich dort vermehren. Der Fokus liegt auf den molekularen Interaktionen des Virus mit sogenannten Wirtsfaktoren. Dieses Wissen kann helfen, Therapien für neue Infektionskrankheiten zu entwickeln. Zudem können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Grundlage der Kenntnis von Wirtsfaktoren die Pathogenese eines Virus besser verstehen und häufig vorhersagen, ob es sich um einen zoonotischen Erreger handelt.