Weiterführende Studie zur Untersuchung des Infektionsstatus von Feldhasen (unter besonderer Berücksichtigung von erkrankten und toten Hasen) in Schleswig-Holstein, 2019

Projektdaten

Projektleitung: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert
Wiss. Bearbeitung: Marcus Fähndrich
Projektlaufzeit: Januar 2019 bis Dezember 2019
Kooperationspartner: Wildtierkataster Schleswig-Holstein (INR-CAU)
Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV S.-H.) e.V.
Förderung: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND)

Projektbeschreibung

Seit mehreren Jahren beobachteten die Jäger in Schleswig-Holstein eine Zunahme von erkrankten und verstorbenen Hasen. Aus diesem Grund wurden 2016 und 2017 erstmals Jagdwildhasen aus ausgewählten Revieren, sowie Fallwildhasen aus ganz Schleswig-Holstein ausführlich auf Infektionskrankheiten als potenzielle Ursache für den Rückgang der Hasenpopulation untersucht. Auch in 2018 meldeten die Jäger vermehrt auffällige und tote Hasen.

Die bisherigen Untersuchungsergebnisse zeigen vor allem Veränderungen in den Verdauungsorganen, eine erhöhte Belastung mit Parasiten und weisen auf eine hohe Durchseuchung mit Lagoviren hin.

Die Ergebnisse lassen noch keine abschließende Beurteilung des Gesundheitsstatus der Feldhasenpopulation zu. Daher sollen in 2019 in diesem Projekt die Untersuchungen fortgeführt und um weitere Untersuchungsgebiete erweitert werden.

Pro Untersuchungsgebiet (Jagdrevier) sollen während der Jagdzeit gemeinsam Tierkörper mit den örtlichen Jagdausübungsberechtigten (LJV S.-H.) ausgewählt und ausführlich obduziert werden. Weiterführende histologische, virologische, parasitologische und mikrobiologische Untersuchungen sollen fortgeführt werden. In 2019 sollen erneut von Jägern eingesandte Fallwildhasen in die Untersuchungen einbezogen werden, um auch außerhalb der zeitlich stark begrenzten Jagdzeit Untersuchungen auf Infektionserreger zu ermöglichen, sowie um rapide verlaufende, tödliche Krankheiten nachzuweisen, die in selektiv gesund geschossenen Hasen nur äußerst selten diagnostiziert werden können.

Die Resultate werden wie in den Vorjahren gemeinsam mit dem Landesjagdverband S.-H. und dem INR-CAU bewertet und weitere Untersuchungsstrategien bzw. Vorsorgemaßnahmen entwickelt. Dieses Projekt soll zur weiteren Entwicklung von Maßnahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes und der Lebensmittelsicherheit von Wildtieren in Schleswig-Holstein genutzt werden.

 

Feldhasen (Lepus europaeus) Foto: ITAW, Ulrich Voigt

Ansprechpartner

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung

Werftstr. 6

25761 Büsum

 

Marcus Fähndrich

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