Aufnahmekapazität erreicht !

Liebe Finder:innen eines Wildvogels,

gerade in den Sommermonaten und in der Jungvogelzeit werden jedes Jahr viele Vögel gefunden und zur Versorgung zu uns in die Klinik gebracht. Die Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel bemüht sich seit vielen Jahren, diesen Tieren zu helfen und sie wo nötig zu versorgen. Inzwischen überschreitet die Menge an gebrachten Wildvögeln allerdings die räumlichen und personellen Kapazitäten der Klinik. Wir bitten Sie deshalb, folgendes zu beachten:

  1. Jungvögel – Ästlinge: Sammeln Sie diese Vögel nicht unüberlegt ein, auch wenn sie Ihnen schutzlos erscheinen. Die Ästlingsphase ist sicher eine gefährliche Phase im Leben der Jungvögel, da sie noch nicht wirklich fliegen können, aber bereits außerhalb des Nestes unterwegs sind. Die Eltern sind in der Regel in der Nähe und versorgen ihre Jungen noch – besser, als dies irgendein Mensch übernehmen kann!
  1.  Für Fundvögel ist nicht die Klinik der TiHo zuständig. Zuständig ist für Wildvögel die entsprechende Stadtverwaltung bzw. Naturschutzbehörde, im Falle von Vögeln, die unter das Jagdgesetz fallen (unter anderem die Greifvögel) der jeweilige Jagdausübungsberechtigte. Die jeweils zuständige Polizeidienststelle oder das Veterinäramt gibt Ihnen hier Auskunft. Generell können Sie die Tierrettung Hannover kontaktieren:

Tierrettung Hannover (Feuerwehr): 0511 / 912-0  (112)

 

  1. Das Land Niedersachsen hat für die Aufnahme und Versorgung von Wildvögel verschiedene Auffangstationen anerkannt:

    Anerkannte Betreuungsstationen in Niedersachsen
     


Viele dieser Auffangstationen und weitere Vereine arbeiten mit unserer Klinik zusammen, wenn sie veterinärmedizinische Hilfe benötigen.
 

Derzeit ist unsere Wildvogelstation maximal belegt, weitere Patienten können aus räumlichen und seuchenhygienischen Gründen nicht mehr aufgenommen werden. Dies gilt aktuell für

                Singvögel (Nestlinge, Ästlinge)

                Tauben

Greifvögel und Eulen nehmen wir nach derzeitigem Stand bei Indikation weiter auf.

 

Wir möchten Wildvögeln helfen, soweit wir können. Den Vogel, den Sie gefunden haben, untersuchen wir gerne, allerding ist eine stationäre Unterbringung insbesondere zur Aufzucht bei uns derzeit nicht möglich. Hier müssen wir Sie an die offiziellen Kontakte (oben) verweisen.

 

Die Kliniksleitung

Jedes Jahr werden in der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel über 1500 Wildvögel aus der Region und dem Stadtgebiet Hannover abgegeben.

Von Zaunkönig bis Schwan oder Mäusebussard, nahezu alle Wildvogelarten und -größen sind dabei vertreten. Die Anzahl der abgegebenen Wildvögel ist dabei in den letzten Jahren stetig gestiegen, im Jahr 2020 waren es beispielsweise über 1700 Vögel.

Die Tiere werden hier untersucht und soweit die Aussicht auf Heilung und Wildbahntauglichkeit besteht, behandelt. Dazu gehören zum Beispiel die Versorgung von verschiedensten Verletzungen oder Frakturen. Viele Probleme sind dabei durch den Menschen bzw. seine Lebensweise verursacht, so beispielsweise Verletzungen durch Verkehrsunfälle oder Scheibenanflüge. Das Aufpäppeln elternloser Jungvögel ist keine tiermedizinische Versorgung und ist Aufgabe der anerkannten Auffangstationen.

Die Vögel bleiben zur Behandlung zwischen einem Tag und mehreren Wochen bei uns, je nach Ausmaß und Dauer des Heilungsprozesses.

Die medizinische Versorgung der Wildvögel ist, gerade bei längerem Stationsaufenthalt oder aufwendigen Operationen, sehr kostenintensiv. So kommen jährlich Kosten von mehreren hunderttausend Euro zustande, die nicht von staatlicher Stelle übernommen werden.

Um eine adäquate Versorgung in diesem Umfang auch weiterhin gewährleisten zu können, sind wir unter anderem auf Spenden angewiesen. Wenn also auch Sie einen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Wildvögel in und um Hannover leisten möchten, unterstützen sie uns gerne mit einer Spende.