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Moderhinke - MORes

Nachhaltige Bekämpfung der Moderhinke bei Schafen – MORes

Das Projekt „MORes - Nachhaltige Bekämpfung der Moderhinke bei Schafen“ ist ein Verbundprojekt des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover in Kooperation mit den Schafzuchtverbänden und der VDL, der Schafpraxis Strobel, der Josef Baumann GmbH, Schafhof Schönborn, Schafgesundheitsdiensten, Tierärzten, Schafzüchtern und Schafhaltern. Koordiniert wird das Projekt von Prof. Dr. Ottmar Distl, Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

 

Moderhinke ist eine der wirtschaftlich wichtigsten Erkrankungen in der Schafhaltung und die häufigste Klauenerkrankung bei Schafen. Erreger der Moderhinke ist das Bakterium Dichelobacter nodosus. Dieses Bakterium kommt in verschiedenen Stämmen vor, die unterschiedlich schwere Verläufe von Moderhinke verursachen. Bösartige (virulente) Stämme breiten sich nach Infektion des Klauenspalts unter dem Klauenhorn in der Lederhaut aus und verursachen eine schwere Form der Moderhinke mit Lahmheit der Tiere. Zuerst greift die Infektion auf den Bereich der Lederhaut unter der inneren Klauenwand über und dehnt sich anschließend auf Ballen, Sohle und äußere Klauenwand bis zur Klauenhornspitze aus. Diese Tiere zeigen, je nach Stadium der Erkrankung, Lahmheiten bis hin zum vollständigen Entlasten der betroffenen Klaue. Bei der Untersuchung der Klauen zeigt sich im Anfangsstadium eine im Zwischenklauenspalt ausbreitende Entzündung mit den für Moderhinke typischen schmierigen und stinkenden Belägen, bei Fortschreiten der Erkrankung dringt die Entzündung vom Zwischenklauenspalt aus durch das Klauenhorn auf die Lederhaut vor und führt zu heftigen Entzündungen mit Eiterbildung und Ablösen der Hornwand von der Lederhaut. Hat der Erreger sich in einer Klaue zu einem hohen Grad ausgebreitet, kommt es zum Ausschuhen (vollständiges Ablösen des kompletten Klauenhornschuhs). Moderhinke ist eine für das Tier sehr schmerzhafte Erkrankung, da die entzündete Lederhaut sehr schmerzempfindlich ist und damit jede Belastung der Klauen Schmerzen auslöst.

 

Die Bekämpfung der Moderhinke ist stets schwierig und langwierig und mit hohem Arbeitsaufwand und Antibiotikaeinsatz verknüpft. Für das Vorkommen von Moderhinke, den Ausprägungsgrad und die Dauer der Genesung sind Rassenunterschiede bekannt. Jeder betroffene Schafhalter weiß, dass manche Schafe der Herde immer wieder starke Krankheitssymptome entwickeln, andere Tiere müssen so gut wie nie gegen Moderhinke behandelt werden. Ob das einzelne Schaf in einer Herde, in der der Primärerreger vorkommt, erkrankt, ist wesentlich von dessen Genetik abhängig. Deshalb sollen in diesem Projekt von der Tierärztlichen Hochschule Hannover neue Methoden zur nachhaltigen Bekämpfung der Moderhinke über Sanierungs- und Zuchtprogramme erarbeitet werden. Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung. Ein wesentlicher Meilenstein dieses Projektes ist die Erarbeitung und Implementierung einer genomischen Zuchtwertschätzung für Moderhinkeresistenz sowie das Auffinden von tierspezifischen Resistenzfaktoren bei den Schafen gegen Moderhinke.

 

Für dieses Projekt sollen möglichst viele Schafhalter und Schafzüchter gewonnen werden. Dazu bitten wir um Ihre Rückmeldung, ob Sie Interesse haben, an dem Projekt teilzunehmen. Die Erhebungen und Probennahmen im Rahmen des Projekts werden in die Managementabläufe Ihres Betriebes eingepasst, so dass nur ein geringer zusätzlicher Zeit- und Arbeitsaufwand für den Betrieb entsteht. Deshalb richten wir uns nach Ihren Terminen wie Herdenklauenschnitt, Herdenimpfungen und ähnlichen Aktionen. Von den Tieren werden EDTA-Blutproben und Klauentupferproben benötigt. Die Tieridentität und die wesentlichen Daten werden von den Mitarbeitern/Innen vor Ort elektronisch über ein mobiles Erfassungssystem erhoben. Wenn Sie ein elektronisches Herdenmanagementprogramm verwenden, ist dies für die Datenerfassung hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Für die im Rahmen von MORes durchgeführten Untersuchungen entstehen dem Betrieb keine Kosten.

 

Daher bitten wir Sie bei Interesse sich mit uns in Verbindung zu setzen, indem Sie den kurzen Fragebogen und die Datenschutzerklärung ausfüllen und diese uns per Email, Fax oder Post zukommen lassen. Diese Angaben werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Falls Sie vorab Fragen haben, können Sie uns gerne telefonisch oder per Email kontaktieren.

 

Kontakt

Danae Vasiliadis

Telefon: 0511-953-8826

 

Anna Wirth

Telefon: 0511-953-8873

 

Ottmar Distl

Telefon: 0511-953-8875

 

Email:  mores@tiho-hannover.de

Fax:       0511-953-8582

Anschrift
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung
Bünteweg 17p
30559 Hannover
Geschäftszimmer
Institutsdirektor
Prof. Dr. Ottmar Distl
Tel.:+49 511 953-8875
Fax.:+49 511 953-8582
Labor für Molekulargenetik
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