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Neumayer III, Weihnachten und der Jahreswechsel auf Polarstern

Nach fast drei Wochen auf See, erreichten wir am 20.12.2010, vier Tage vor Weihnachten, die Schelfeiskante. Ein ungefähr 20 km2 großer und 15 m hoher Eisberg hatte uns am Tag davor auf die Nähe des Eises eingestimmt und plötzlich hatte man das Gefühl: “Wir sind angekommen in der Antarktis.” Die ersten Blicke auf die Eiskante waren trotz morgendlichen Nebels und leichtem Schneegestöber überwältigend und fast das gesamte Team der Wissenschaftler sowie die Mannschaft versammelte sich um 5:00 in der Früh auf der Brücke und dem Peildeck, um mitzuerleben, wie sich Polarstern ihren Weg durch das der Eiskante vorgelagerte Meereis bahnte. Einige auf dem Eis ruhende Krabbenfresserrobben, Adelie- und Kaiserpinguine boten wunderbare Photogelegenheiten. Das südafrikanische Forschungsschiff “SA Agulhas” wartete im Nebel hinter uns, um dem Eisbrecher Polarstern an die Schelfeiskante zu folgen.
Die Tage vor dem Erreichen der Eiskante waren von schlechten Wetterbedingungen geprägt und so nutzten wir bei aufklarendem Himmel die Gelegenheit, einen Surveyflug durchzuführen, während die Polarstern an der Schelfeiskante anlegte.

Polarstern beim Entladen an der Schelfeiskante.

Für uns alle war der erste Spaziergang auf dem Schelfeis an diesem Nachmittag ein ganz besonderes Erlebnis, welches jeder auf seine eigene Weise erlebte. Während einige aktivere Fahrtteilnehmer Schneeballschlachten durchführten, einen Schneemann bauten oder Volleyball spielten, genossen andere die Ruhe und die Aussicht auf die uns umgebene, fast unwirklich schöne Eislandschaft. Die Mannschaft und Besatzung der Neumayerstation verbrachten den Nachmittag und die nächsten zwei Tage mit dem Entladen der Polarstern. Und da die Wetterbedingungen weitere Surveyflüge nicht zuließen, hatten wir genug Zeit, die uns umgebene, neue und wunderbare Landschaft zu genießen und die nahe gelegene Hydrophonstation “PALAOA” des AWI zu besuchen.

Die Neumayer III Station.

Am dritten Tag klarte das Wetter genug auf, sodass ein Helikopter-Shuttle von der Schelfeiskante zur Neumayerstation eingerichtet werden konnte, und jeder die Gelegenheit hatte diese moderne, auf hydraulisch verstellbaren Stelzen gebaute Überwinterungsstation des AWI zu besichtigen. Beendet wurde unser Besuch mit einem Glühweinfest auf dem Eis, zusammen mit den neuen und alten Überwinterern, bevor wir gegen Abend ablegten und das zweite Drittel unserer Forschungsreise begann.
Mit dem Auslaufen wurden auch die Helikopter-und Krähennestbeobachtungen wieder aufgenommen. Der Kurs führte nun durch das Weddellmeer in Richtung Antarktische Halbinsel.
Der Antarktische Zwergwal ist die typische, in diesen mit Meereis bedeckten Gewässern, anzutreffende Art, die sich im Sommer unter anderem von Krill ernährt. Während eines Flugsurveys konnte sogar ein springender Zwergwal beobachtet werden.

Ein springender Antarktischer Zwergwal.

Weihnachten auf Polarstern wurde mit einer Menge guten Essens und einer abendlichen Feierstunde mit Besuch des Weihnachtsmannes und seiner zwei Pinguinassistenten gefeiert. Es gab einen Weihnachtschor, Julklub und sogar kleine mitgebrachte Weihnachtsbäume. Wir alle genossen und feierten ein ruhiges und erholsames Weihnachtsfest.
Die Tage zwischen den Jahren verbrachten wir hauptsächlich in mehr oder weniger dichten Meereisregionen, mit weiteren Sichtungen von Antarktischen Zwergwalen, sowohl vom Schiff als auch vom Helikopter. Das neue Jahr wurde eingeleitet mit der Neptuntaufe der ungetauften Antarktisneulinge und gefeiert mit einem Glas Sekt auf der Brücke der “Polarstern”. Wir sind gespannt, was der Beginn des nächsten Jahres an spannenden Abenteuern für uns bereithält!

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