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Endlich im Eis..

Nachdem sich das Leben an Bord der Polarstern zu einer gewissen Routine entwickelt hat und die Wetterbedingungen weitere Walzählungen möglich gemacht haben, ist es auch schon wieder Zeit darüber zu berichten.
Auf dem Weg in Richtung Neumayer III-Station haben die Außentemperaturen zunehmend abgenommen. Insbesondere die Arbeit vom „Krähennest" erfordert einige Kälteschutzmaßnahmen. Denn hier sind die Beobachter nicht nur der wirklichen Windstärke, sondern obendrein auch noch dem Fahrtwind ausgesetzt, sodass der sogenannte ‚Windchill‘ sehr leicht bei unter – 20 °C liegen kann. Neben den Polaranzügen des AWI und den Observer-Boxen, die einen Teil des Windes abfangen, bieten zwei kleine Heizgeräte ein wenig Wärme, was das Arbeiten wesentlich erträglicher macht. Sturmhaube, Handschuhe, Sonnenbrille und diverse Lagen an Fleece- und Wollbekleidung erschweren zwar den Aufstieg im 10 Meter langen Treppenschacht, aber ohne diesen Schutz würde die Konzentration doch erheblich eingeschränkt sein.

Am Abend des 11. Dezembers war es endlich soweit – wir erreichten das Meereis. Noch handelt es sich überwiegend um relativ dünnes einjähriges Eis. Für die Polarstern sind diese Eisbedingungen überhaupt kein Problem – im Gegenteil: die Polarstern kann in solchen Eisbedingungen sogar schneller fahren als durch Wind und Wetter aufgewühlte See. Auch für uns bringt das Eis deutlich bessere Surveybedingungen mit sich, da es die durch den Wind erzeugten Wellenbewegungen abschwächt. Während unserer Beobachtungen wird, neben anderen Umweltbedingungen, auch die Eisbedeckung kontinuierlich mit aufgenommen. Doch damit sind wir nicht die einzigen an Bord. Von der Brücke aus werden von einer Arbeitsgruppe des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung Eiskonzentration und Eiszusammensetzung stündlich visuell erfasst. Mit Erreichen des ersten Meereises wurden, vom Krähennest aus, die ersten Antarktischen Zwergwale dieser Reise gesichtet.
Zeitweilig begleiteten das Schiff einige Adelie-Pinguine und auch Weddell- und Krabbenfresser-Robben konnten von Deck aus beobachtet werden.

Krabbenfresser-Robben auf einer Eisscholle neben Polarstern.

Neben den morgendlichen Kurzvorträgen in denen die jeweiligen Arbeitsgruppen ihre Arbeiten vorstellen, konnten sich die Fahrtteilnehmer in ersten längeren
Abendvorträgen über Zusammenhänge und Details verschiedener Forschungsansätze informieren.
Zum gesellschaftlichen Miteinander an Bord tragen u.a. ein Tischtennisturnier und auch das Proben eines Weihnachtschores bei.

Leitung des Instituts
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