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Blauwal!

Nach nunmehr 6 Wochen an Bord der Polarstern, sind über 40 Helikopter-Flüge erfolgreich durchgeführt worden und weitere werden folgen. Um eine möglichst repräsentative Abdeckung des Gebietes zu erzielen in dem zeitgleich die Krill- und Epibenthosuntersuchungen stattfinden, wurde ein Surveydesign aus parallelen Transektlinien entworfen. Neben weiteren Sichtungen von Zwerg- und Buckelwalen, konnten wir am 14. Januar eine ganz besondere Sichtung verzeichnen. Nachdem an diesem Tag zuvor nur einige Buckelwale gesichtet wurden, sichteten wir am Ende des zweiten Fluges, kurz vor Erreichen der Polarstern, einen sehr hohen Blas auf unserer Transektlinie. Beim Näherkommen stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Tier um einen Blauwal handelte. Dieses imposante Tier ist im Feld nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch sein bläuliches Schimmern unter Wasser und die marmorierte Färbung gut zu erkennen. Aus unserer Flughöhe von 600 Fuß war es mit unseren starken Zoom-Objektiven kaum möglich das Tier in seiner ganzen Körperlänge aufzunehmen.

Ein Blauwal (Balaenoptera musculus).

Es war überaus beeindruckend, solch einen Giganten der Meere, von dessen Art im Südpolarmeer nach Schätzungen der Internationalen Walfangkommission nur noch rund 1150 – 4500 Individuen vorkommen sollen, zu sichten. Blauwale können eine Körpergröße von über 30 Metern erreichen und sind damit die größten Tiere, die jemals auf dieser Erde gelebt haben. Der Blauwal ist auf der Roten Liste der IUCN als „endangered (bedroht)“ eingestuft. Die Art war zu Zeiten des Walfangs, Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bei Walfängern sehr beliebt. Fast 30 000 Tiere wurden allein in der Saison von 1930/31 erlegt. Mit einem 2-3 jährigen Reproduktionsintervall erholt sich diese Art nur sehr langsam von dieser intensiven Bejagung.

Der Kopf eines Blauwals.

An diesen Tagen werden die günstigen Wetterbedingungen natürlich auch intensiv für Beobachtungen vom Krähennest genutzt, von wo aus weitere Sichtungen von überwiegend Buckelwalen dokumentiert werden können. An einigen Tagen sind die Wetterbedingungen sogar so ausgezeichnet, dass wir unsere Hochleistungsferngläser – die sogenannten „Big Eyes“ - für Verhaltens-beobachtungen mittels „Tracking“ erfolgreich einsetzen können.

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