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Auf dem Weg nach Rothera

In der letzten Woche haben wir uns kontinuierlich weiter nach Süden vorgearbeitet. Der Rhythmus ist weiterhin weitestgehend durch die Fischereistationen für Krill vorgegeben. Das Wetter ist auf diesem dritten Teil der Reise bis jetzt sehr kooperativ und so gelang uns eine sehr gute Abdeckung unserer Flugtransekte bei guten Wetterbedingungen. Trotz idealer Sichtungsbedingungen haben wir in unserem weiter vor der Küste gelegenen Beobachtungsgebiet kaum Sichtungen von Bartenwalen verzeichnen können. Wir hatten in diesem Gebiet mit einer erhöhten Anzahl von Finnwal-Sichtungen gerechnet, da vermutet wird, dass sich Finnwale bevorzugt von den in dieser Küstenentfernung vorkommenden Krill-Altersgruppen ernähren. Doch auch von der Fischerei an Bord wurde in diesem küstenfernen Bereich deutlich weniger Krill gefangen als erwartet.
Auf den Flügen, die uns näher an die Küste führen, sehen wir deutlich mehr Buckelwale und in den letzten Tagen auch immer häufiger fressende Tiere. Die an der Wasseroberfläche treibenden roten Ausscheidungen der Tiere lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich in diesen Gewässern hauptsächlich von Krill ernähren. Desweiteren konnten wir einige größere Gruppen (5-25) von eng beieinander schwimmenden Krabbenfresserrobben im offenen Wasser beobachten, welche sich auch von Krill ernähren.
Am frühen Freitagmorgen erreichten wir die britische Antarktisstation Rothera. Die Station liegt am Ende des Laubeuffjordes vor einer beeindruckenden Gebirgskulisse. Wieder hatten wir Glück mit dem Wetter und ein strahlend sonniger und ungewöhnlich warmer Tag lud zu einem Spaziergang rund um Rothera Point ein. Auf den von der Sonne gewärmten Steinen konnte man hier überall See-Elefanten, Weddellrobben, Krabbenfresserrobben und auch Pinguine ganz aus der Nähe betrachten.

RV Polarstern liegt vor der Britischen Forschungsstation Rothera

Einige Wissenschaftler nutzten die Stationszeit, um auf den Berghängen Ski und Snowboard zu fahren. Für uns alle war es ein schönes Erlebnis, einmal wieder Land unter den Füssen zu spüren. Unser Team führte an diesem Tag zwei Beobachtungsflüge durch. Auf beiden Flügen wurden außerhalb des Fjordes Buckelwale gesichtet und ein Zwergwal konnte im Fjord beobachtet werden.
Nachdem am Abend unser Besuch durch einen Abschlussempfang für die britischen Stationsmitglieder auf „Polarstern“ in entspannter Atmosphäre ausgeklungen war, verließen wir Rothera Point in Richtung Marguerite Bay und setzten unsere Reise fort. Die ersten Krill - und CTD Stationen fanden noch in dieser Nacht statt.
Da wir für die nächsten Tage ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit hohen Windgeschwindigkeiten erwarten, welches die Probennahme und Stationsarbeit erschweren bzw. unmöglich werden lassen kann, muss jede Minute genutzt werden.
Auch für uns wird die anziehende Schlechtwetterfront eine erzwungene Pause unserer Beobachtungsarbeit bedeuten – eine gute Gelegenheit Daten zu säubern und aufzuräumen und sich um all die Arbeiten zu kümmern, die während der normalen Beobachtungsarbeit nicht zu schaffen sind.

Die Rothera Research Station des British Antarctic Survey
Leitung des Instituts
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