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Auf dem Nullmeridian ins Südpolarmeer

htung links: Zwei Schnabelwale!” …“Sichtung rechts: Eisberg!” – ohne diese Zurufe aus den Beobachterständen des Krähennestes könnte man fast vergessen, wo in dieser blauen Weite wir uns gerade befinden.
Wir sind nun seit einer Woche unterwegs auf unserer Forschungsreise ins Südpolarmeer – unterwegs in die Antarktis. Aber umgeben von einem tiefblauen, wogenden Ozean fällt es doch noch schwer sich vorzustellen, wohin die Reise geht. Vereinzelte Eisberge am Horizont, ums Schiff kreisende Albatrosse und Sturmvögel, schwimmende Makkaroni-Pinguine, die längeren Tageslichtzeiten und die fallenden Temperaturen erinnern uns jedoch daran, dass wir heute die Polarfront überquert haben und uns nun auf dem Nullmeridian kontinuierlich nach Süden vorarbeiten.

 

Ein neben dem Schiff schwimmender Makkaroni Pinguin.

Leider passieren wir seit unserer Abreise aus Kapstadt letzten Sonntag ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen. Diese bringen Windstärken von 7-9 Beaufort mit sich - Windstärken bei denen keine Walerfassungen mehr durchgeführt werden können. Trotz dieser widrigen Wetterbedingungen finden sich immer wieder kurze Perioden mit niedrigen Windgeschwindigkeiten, die sogleich von uns genutzt werden. So konnten wir bis jetzt 8 Hubschrauberflüge erfolgreich durchführen und auch vom Schiff aus Beobachtungen anstellen. Während der Flüge konnten wir verschiedene Arten von Meeressäugern beobachten. So haben wir mittlerweile Buckelwale, Finnwale, verschiedene Schnabelwale und Delphine gesehen. Besonders die Schnabelwalsichtungen sind besonders interessant und aufregend für uns Walforscher, da noch fast nichts über diese Tiere bekannt ist. Zudem gab es bereits einige Walblas-Sichtungen von der Brücke, sowie dem Krähennest, unserer Beobachtungsplattform, die mit 27 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten begehbaren Punkt des Schiffes darstellt.

 

Ein Südlicher Entenwal (Hyperoodon planifrons)

Obwohl, wie typisch für die „screeming 50ies“ (die Breitengrade zwischen 50 und 60 Grad Süd), die Wetterprognosen unseres Schiffsmeteorologen für die nächsten Tage nicht sehr vielversprechend für Meeressäugersurveys aussehen, hoffen wir ungeduldig auf bessere Wetterbedingungen und nutzen die Zeit mit weiteren Identifikations-Trainings zur Artenbestimmung, der Aufbereitung der bisher gesammelten Daten und gewöhnen uns langsam an den Rhythmus der „Polarstern“, unserem schwimmenden Zuhause für die nächsten neun Wochen.

 

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