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An der Antarktischen Halbinsel

Nach dem Verlassen des Weddellmeeres und einer eindrucksvollen Durchfahrt des Antarctic Sounds am Wochenende, setzten wir unsere Arbeit an der Antarktischen Halbinsel fort. Bereits auf dem Weg dorthin hatte sich das Artenspektrum bei unseren Sichtungen erhöht. Neben den im Eis vorherrschenden Antarktischen Zwergwalen, hatten wir in Nähe des Antarctic Sound einige Sichtungen von Buckel-, Schwertwalen und den uns vom ersten Teil der Reise vertrauten Schnabelwalarten: wir konnten einige Sichtungen von southern bottlenose whales (südlicher Entenwal) und strap- toothed whales (Layard Wal) aufnehmen.

Layard Wale (Mesoplodon layardii).

Vor den Süd-Shetland-Inseln hatten wir wohl eine der spektakulärsten Sichtungen dieser Fahrt. Wir entdeckten eine Gruppe von Antarktischen Typ A Schwertwalen, die relativ schnell in enger Formation schwamm. Nachdem zur Dokumentation die ersten Fotos dieser Gruppe von Tieren geschossen worden waren realisierten wir, dass diese schnell schwimmenden Tiere ein sehr kleines Zwergwalkalb in ihrer Mitte jagten. Nachdem wir die Attacke einige Zeit beobachtet und dokumentiert hatten, konnten wir das Zwergwalkalb nicht mehr auftauchen sehen. Die Schwertwale kreisten noch für einige Zeit an der gleichen Stelle, bevor sie nach einiger Zeit ruhig weiterschwammen.

Antarktische Typ A Schwertwale (Orcinus orca) jagen ein Zwerwalkalb.

Das Forschungsprogramm der Polarstern hat seit der Ankunft an der Halbinsel einen neuen Schwerpunkt. Hier hat der vorwiegend biologische Teil der Arbeiten begonnen. Mehrere Arbeitsgruppen befassen sich mit der Ökologie und Populationsdynamik von Krill. Entlang gleichmäßig verteilter Transekte und an ungefähr 80 Stationen werden Krillproben aus den oberen 200 m der Wassersäule entnommen. Die Messung und Analyse von mehreren biologischen Parametern wie dem Geschlechterverhältnis, der Altersstruktur und Verteilung von Reifegraden können Aufschluss über die Entwicklung der Krillbestände geben. Diese Daten sind wichtig für das Management der Krillfischerei. Für uns sind die Krillbestandsdaten sehr interessant, um im Abgleich mit den Daten zur Verteilung und Dichte von Meeressäugern genauere Informationen zu Habitat- und Nahrungspräferenzen der einzelnen Arten zu erhalten.
Nach zwei Tagen mit idealen Sichtungsbedingungen, haben wir seit Mittwoch mit stärkerem Wind und höherem Seegang zu kämpfen. Da die Krillfischerei ab einer bestimmten Wellenhöhe nicht mehr sicher durchführbar ist, wurde entschieden, einige in der Gerlache-Straße gelegene, und damit mehr windgeschützte, Stationen vorzuziehen. Die morgendliche Fahrt durch die der Gerlache-Straße vorgelegenen Inseln bot erneut beeindruckende Sichten auf die Gebirge der Antarktischen Halbinsel. Während unseres Krähennestsurveys konnten wir jede Menge Buckelwale, einen Zwergwal und Antarktische Typ A Schwertwale beobachten.

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