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Energie aus Wildpflanzen NI“ - Wildbiologische Begleituntersuchungen

Projektdaten

Projektleitung: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert
Dr. Oliver Keuling
M.Sc. Heike Böhme (Elternzeit)
Wiss. Bearbeitung: M.Sc. Marie D. Sange
Dr. Katrin Ronnenberg
Dipl.-Biol. Ulrich Voigt
Projektdauer: Juni 2013 bis Dezember 2016
Förderung: Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

Projektbeschreibung

Wie kaum ein anderes Bundesland zeichnet sich das Agrarland Niedersachsen durch seine vielfältigen Lebensräume mit den unterschiedlichsten Tier- und Pflanzengesellschaften aus. Veränderungen in der landwirtschaftlichen Flächennutzung, wie größere Schläge, eingeengte Fruchtfolgen bis hin zu Monokulturen, intensive Grünlandnutzung, frühe Mahd beeinflussen zunehmend Landschaftsbild und Artenvielfalt. Sie sind einer von verschiedenen Gründen für den Rückgang wildlebender Tiere, insbesondere von klassischen Feldbewohnern wie Rebhuhn, Feldlerchen, Kiebitz und Fasan.

Insbesondere in Regionen mit hoher Veredlungs- und Biogasanlagendichte stößt der zunehmende Maisanteil in den Fruchtfolgen an Grenzen und gehört ebenso zu den kritisch diskutierten Auswirkungen, wie ein erhöhtes Risiko durch Schädlingsbefall und die Zunahme der Schwarzwildpopulation.

Erweiterte Fruchtfolgen, durch verstärkten Anbau „alternativer" Energiepflanzen für die Biogaserzeugung wie Zuckerrüben, Getreide (GPS), Sonnenblumen, Durchwachsene Silphie haben positive Wirkung, können aber allein nicht allen Anforderungen aus Sicht des Artenschutzes gerecht werden. Wildpflanzenarten tragen zur ökologischen Aufwertung der Feldflur und Erweiterung von landwirtschaftlichen Fruchtfolgen bei. Als Biogassubstrat konnten sie in ersten Versuchen gute Methanerträge erreichen. Durch das Anlegen von mehrjährigen Wildpflanzenackern soll dem fortschreitenden Verlust von Nahrungsquellen und Lebensraumen für wildlebende Tiere entgegengewirkt werden. Um dieses Konzept in Niedersachsen in die Praxis zu führen, bedarf es weiterer Ergebnisse und Praxiserfahrungen zu standortgerechten Wildpflanzenmischungen und deren Etablierungsverlauf sowie zu deren wildbiologischer Wirkung.

Das Projekt „Energie aus Wildpflanzen" soll Erkenntnisse und Praxiserfahrungen zum integrativen Naturschutz durch Wildpflanzenkulturen in Biogasfruchtfolgen sammeln und durch begleitende wildbiologische und botanische Untersuchungen Daten zur ökologischen Bewertung der Maßnahme ermitteln.

Für das Projekt wurden Bundesweit circa 20 ha Wildpflanzenacker in 2013 angelegt, hiervon liegen einige auch in Niedersachsen.

Neben der Auswahl der Pflanzenarten, der Beobachtung und ökonomischen Bewertung der angelegten Flächen werden im Teilprojekt des ITAW die wildbiologisch-faunistischen Begleituntersuchungen durchgeführt.

Mittels Fotofallen werden die saisonalen Habitatnutzungsfrequenzen der Avifauna und der mittelgroßen und großen Säugetiere in Wildpflanzenkulturen erfasst. Hierzu sind Transekte mit Fotofallen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wildpflanzenfelder angelegt. Nachweishäufigkeiten der einzelnen Tierarten auf den verschiedenen Habitattypen werden somit miteinander verglichen und somit Habitatnutzungsanalysen und Biodiversitätsindices berechnet, analysiert und bewertet.

Im Winterhalbjahr werden zusätzlich allgemeine Habitatnutzungsanalysen anhand von Thermografischen Zählungen und Zähltreiben für Rehwild, Hase und Rebhuhn durchgeführt.

Ansprechpartner

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Bischofsholer Damm 15

30173 Hannover

 

Dr. Oliver Keuling

Tel.: +49 511 856-7396

Fax: +49 511 856-827569

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