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Vorkommen und molekularbiologische Untersuchungen an Lungennematoden von Schweinswalen (Phocoena phocoena) und Seehunden (Phoca vitulina) (Parasitengenetik)

Projektdaten

Projektleitung: Dr. Kristina Lehnert

Projektbeschreibung

Schweinswale und Seehunde aus der Nord- und Ostsee werden von verschiedenen Nematodenarten in der Lunge parasitiert. Diese sogenannten "Lungenwürmer" gehören zu der Familie der Metastrongyloidea und verursachen häufig sekundäre bakterielle Infektionen und Lungenentzündungen. Lungenwürmer (Metastrongyloidea) befallen eine große Anzahl von Säugetieren und leben meist in den Atemwegen und Blutgefäßen ihrer Wirte. Die meisten Lungenwürmer terrestrischer Säuger haben einen Lebenszyklus, in dem ein Mollusk als Zwischenwirt fungiert. Die Biologie der Lungenwürmer mariner Säuger ist bis jetzt sehr wenig erforscht und ihr Lebenszyklus unbekannt. Dabei sind Lungenwürmer und die mit ihnen assoziierten Krankheiten ein wichtiger Faktor, der die Gesundheit wildlebender Populationen beeinflusst. Parasitische Bronchopneumonien sind eine häufige Todesursache bei Schweinswalen und besonders bei jungen Seehunden. Als Methode, mit der man die Nematoden charakterisieren und vergleichen kann, eignet sich die Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) und die ribosomale DNA (rDNA). Spezies-spezifische Abschnitte der rDNA, genannt Internal-Transcribed-Spacer (ITS-1 und ITS-2), sind dafür bekannt, dass sie die konservierten 18S, 5.8S und 28S Regionen unterteilen. Sie sind bereits benutzt worden, um das Verhältnis zwischen einer Vielzahl von Organismen wie Insekten, Bandwürmer, Saugwürmer und Nematoden zu untersuchen. Dafür wird genomische DNA aus adulten Lungenwürmern isoliert und die ITS Abschnitte mittels PCR amplifiziert. Primer werden aus den angrenzenden 18S, 5.8S und 28S Regionen von Caenorhabditis elegans entwickelt. Die PCR Produkte werden sequenziert und mit einer speziellen Software (DNAstar) editiert und verglichen. Die Nucleotidabfolge wird benutzt um Stammbäume der Lungenwürmer zu erstellen und Verwandtschaftsverhältnisse untereinander aufzuklären. Des weiteren wird die inter- und intraspezifische Variation erforscht und untersucht, ob Parasiten aus unterschiedlichen Wirtspopulationen verschieden stark den Gesundheitszustand ihrer Wirte beeinflussen. Schweinswale aus deutschen Gewässern sind z.B. stärker von Lungenparasiten und assoziierten Krankheiten betroffen als Tiere aus norwegischen Gebieten. Lungenwurminfektionen sind bei Seehunden stark mit dem Alter korreliert - besonders dies- und vorjährige Seehunde sind besonders von hohen Parasitenlasten betroffen. Untersuchungen von möglichen Zwischenwirten sollen klären, ob der Lebenszyklus direkt ist und die Übertragung der Parasiten während der Laktation oder transplazental von der Mutter zum Heuler stattfindet, oder ob Beutetiere bei ihrem Lebenszyklus eine Rolle spielen.

Ansprechpartner

tiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung

Werftstr. 6

25761 Büsum

 

Dr. Kristina Lehnert

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