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Umfassende weiterführende Untersuchungen zu Kegelrobbenprädation bei marinen Säugetieren

Projektdaten

Förderung: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
Projektleitung: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert
Wissenschaftler: Abbo van Neer
Laufzeit: März 2016 bis Mai 2019

Projektbeschreibung

 

In diesem Projekt sollen die in einer vorangegangenen Pilotstudie gewonnenen Erkenntnisse zu Kegelrobbenprädation Anwendung finden und ausgebaut werden. So zeigen retrospektive Untersuchungen das Prädation länger und in größerem Ausmaß als bisher bekannt, vorkommt. Dennoch besteht Ungewissheit bezüglich vieler Aspekte, gerade auf die Tragweite dieses Verhaltens und damit zusammenhängendem Einfluß auf Populationen von marinen Säugetieren und deren Ökosystem. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse und der ständig wachsenden Anzahl an Kegelrobben sollen in dieser Studie die ökologischen Hintergründe, die Häufigkeit und die potentiellen Ursachen und Konsequenzen dieses Verhaltens abgeschätzt werden.

Um eine wissenschaftlich gesicherte Evaluierung und Quantifizierung vornehmen zu können, bedarf es standardisierter und reproduzierbarer Methoden. So sollen in diesem Folgeprojekt Methoden zur Evaluierung von Kadavern etabliert werden, um in Zukunft die Todesursache von gestrandeten marinen Säugetieren zu untersuchen und Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Folgende Fragestellungen sollen dazu bearbeitet werden:

  • Seit wann tritt das Prädationsverhalten gegenüber anderen marinen Säugetieren auf?

Sollte es sich um ein neueres Verhalten handeln, muß untersucht werden ob und welche Veränderungen im Ökosystem dazu geführt haben

  • Handelt es sich bei den Kegelrobben die dieses Verhalten zeigen um Einzeltiere?

Um die ökologische Relevanz dieses Verhaltens für das Ökosystem ableiten zu können soll untersucht werden, ob es sich um eine Ausnahmeerscheinung einzelner Robben handelt, oder ob es ein weit verbreitetes und häufiges Verhalten ist

  • Welcher Altersklasse und welchem Geschlecht lassen sie sich zuordnen?

Vorhandene Daten sollen analysiert werden ob es sich ggf. um ein geschlechts- oder altersspezifisches Verhalten handelt. Diese Informationen sollen helfen den möglichen verhaltensbiologischen Ursprung dieses Verhaltens zu erklären.

  • Gibt es regionale und saisonale Schwerpunkte dieser Vorkommnisse?

Es soll untersucht werden welches räumliche Ausmaß dieses Verhalten hat und ob es sensible Zeiten gibt in denen dieses Verhalten eventuell beobachtet werden kann.

Daraus lassen sich Rückschlüsse auf potentielle Auswirkungen auf die Population anderer mariner Säugetiere ableiten.

  • Welches Verhalten zeigen prädierende Kegelrobben?

Dieser Punkt ist für die Bewertung von Kadavern wichtig um Verletzungsmuster besser beurteilen und einschätzen zu können.

  • Welche diagnostischen Möglichkeiten stehen zur Verfügung?

Um die Todesursache von Kadavern sicher zu beurteilen sollen histopathologische Untersuchungsmethoden getestet und standardisiert werden.

  • Wie können Kegelrobbenrisse von denen anderer, z.B. terrestrischer Prädatoren unterschieden werden?

Hierfür sollen kostengünstige genetische Verfahren etabliert werden, die generell für den Nachweis von Kegelrobbenprädation genutzt werden können.

 

Die im Rahmen des Projektes gewonnenen Erkenntnisse, sollen ein auf fundiertem Wissen basierendes Management mariner Säuger in deutschen Gewässern und darüber hinaus fördern.

 

Von einer Kegelrobbe verursachte Verletzungen bei einem jungen Seehund (Phoca vitulina) © ITAW

Ansprechpartner

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung

Werftstr. 6

25761 Büsum

 

Abbo van Neer

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Anschrift
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Werftstr. 6
25761 Büsum
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Tel.:+49 511 856-8162
Fax.:+49 511 856-8181
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