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Erfassung der Dichte und Verteilungsmuster von Schweinswalen (Phocoena phocoena) in der deutschen Nord- und Ostsee

Projektdaten

Förderung: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft BMVEL
Projektleitung: Apl. Prof. Dr. Ursula Siebert
Wissensch. Bearbeitung: Dr. Anita Gilles, Dr. Meike Scheidat, Denise Risch

Der Schweinswal (Phocoena phocoena) ist durch verschiedene anthropogene Einflüsse bedroht. Um diese Einflüsse beurteilen zu können, ist es wichtig die lokalen Abundanzen in den deutschen Gewässern zu kennen. In dem Projekt 03HS059 wurden durch das BMVEL unter Federführung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Flug- und Schiffserfassungen durchgeführt, um zum einen die deutschen Bestände zu erfassen, und zum anderen um die Zusammenhänge zwischen dem Fischvorkommen und dem Vorkommen der Schweinswale näher zu untersuchen. Da die Schweinswale bei Windstärken von über 3 Beaufort kaum zu sehen sind, wurden auf dem Schiff auch akustische Methoden zur Erfassung erprobt und eingesetzt. 

Im Juli und August 2004 sowie im May und Juli 2005 wurden an Bord von zwei Forschungsschiffen der Bundesforschungsanstalt für Fischerei (BfA) visuelle und akustische Schiffserfassungen durchgeführt. Die Forschungsschiffe untersuchten das Vorkommen von pelagischen Fischen in der Ost- und Nordsee. Das Unterwassermikrophon (Hydrophon) wurde auf einer Länge von 100m hinter dem Boot geschleppt. Die vom Schweinswal produzierten Klicklaute sind für uns nicht hörbar, denn sie liegen im Bereich um 125KHz. Ein speziell entwickelter "Klickdetektor" erlaubt es aber diese Laute sichtbar zu machen und damit die Tiere auch bei schlechter Sicht zu erfassen.

Die ersten Ergebnisse der Ausfahrten zeigten, dass die akustische Detektion von Schweinswalen stark von dem Schiffstyp, der Geschwindigkeit des Schiffes und der Länge des geschleppten Kabels abhängt.

Im Juli 2004 und im Mai 2005 wurde eine Befliegung der deutschen Ost- und Nordsee durchgeführt. Die dort gesammelten Daten erlauben es uns, die Verteilungsmuster der Schweinswale zu untersuchen. Die Daten der Flugzählungen werden momentan ausgewertet um die Dichten von Schweinswalen für das Untersuchungsgebiet zu berechnen.

Die Ergebnisse dieses Projektes werden als Entscheidungsgrundlage für Art und Umfang von Schutzmaßnahmen für den Schweinswal, aber auch für die Nutzung der deutschen Gewässer dienen. Zusätzlich führt die zeitliche und räumlich gleichzeitig stattfindende Erfassung von Fischbeständen und Schweinswalen zu einem besseren Verständnis der beobachteten Verteilungsmuster. Dieses Wissen soll helfen, den Schweinswal als integralen Teil der deutschen Gewässer langfristig zu erhalten

Ansprechpartner

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung

Werftstr. 6

25761 Büsum

 

Apl. Prof. Dr. Ursula Siebert

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Kontakt Standort Büsum
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Tel.:+49 511 856-8177
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