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Lungenwurminfektion bei Robben und serologische Nachweismöglichkeiten

Projektdaten

Kooperationspartner: ²Institut für Parasitologie, Tierärztliche Hochschule Hannover
Projektleitung: Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert, Prof. Dr. Christina Strube²
Wissenschaftler: TÄ Arlena Ulrich
Wissenschaftliche Betreung: Dr. Kristina Lehnert

Projektbeschreibung

Bei dieser Forschungsarbeit geht es um die Etablierung eines serologischen Nachweisverfahrens zur Detektion einer Lungenwurminfektion bei Robben.

Lungennematoden stellen bei deutschen Seehundpopulationen die pathogensten Parasitenarten dar: Die Nematoden, die im Respirationstrakt  ihrer vorwiegend unter einem Jahr alten Wirte parasitieren, verursachen Läsionen, die direkt oder durch bakterielle Sekundärinfektionen zu schwerwiegenden Bronchopneumonien und zum Tod der Robben führen können. Zur Zeit kann eine Lungenwurminfektion erst post mortem bei der Sektion oder über den Kot festgestellt werden.

Im Zuge dieser Doktorarbeit soll eine serologische Nachweismöglichkeit in Form eines rekombinanten, antigen- basierten Enzyme-Linked Immunesorbent Assay (ELISA) entwickelt werden, der die Lungenwurmantikörper in Blutproben von Robben detektieren kann. Damit ließen sich Dynamik und Immunologie der Lungenwurminfektion effektiver erforschen. Die Bedeutung und der Verlauf eines Parasitenbefalls für den Gesundheitszustand könnten bei freilebenden Seehunden und bei Tieren in menschlicher Obhut engmaschig beobachtet werden.

Ein ELISA würde ermöglichen, die starke Altersabhängigkeit im Befall und einen eventuellen Anstieg der Infektionsrate in der Population zu ergründen. Eine verstärkte Anfälligkeit für Lungenwurminfektionen könnte z.B. durch erhöhte Schadstoffbelastungen in Nord- und Ostsee, die eine Immunsuppression bei Robben verursacht, einhergehen. Auswirkungen anthropogener Aktivitäten auf die einheimischen Meeressäugetiere durch die verstärkte Nutzung der deutschen Meeresgebiete können so beleuchtet werden und zum Verständnis, Management und Schutz der Robbenbestände in Nord- und Ostsee beitragen.

Das Vorhaben wird teils in Büsum, am Institut für Aquatische Wildtierforschung, und teils in Hannover, am Institut für Parasitologie, realisiert.

Ergebnisse: elib.tiho-hannover.de/dissertations/ulrichs_ss16.pdf

Anschrift
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Büsum)
Werftstr. 6
25761 Büsum
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