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Wir als WHO Collaborating Centre

Unser Institut ist von der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) zum
"WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) ernannt worden.

Dieser Titel beruht auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem IBEI und der WHO im Sinne des One Health-Ansatzes.

Geschichte

Die Weltgesundheitsorganisation

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist als Unterorganisation der Vereinten Nationen für die Koordination und Lenkung internationaler Gesundheitspolitik verantwortlich.

Ziel der WHO ist ein Höchstmaß an Gesundheit für alle Menschen.

„Gesundheit ist ein Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen.“ - Präambel der Satzung der WHO (1946)

WHO Collaborating Centres

Die Collaborating Centres (CC) sind eigenständige Institutionen aus den Bereichen der Wissenschaft und Technik, die durch die WHO designiert werden.

Die Kooperation zwischen den Institutionen und der WHO ermöglicht Gesundheitsforschung auf interdisziplinärer und internationaler Ebene und bedeutet eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Die Designation durch die WHO erfolgt in Absprache mit dem zuständigen Ministerium des Mitgliedsstaates, in dem sich das CC befindet. Dieses Ministerium übernimmt die Finanzierung des CCs.

"In everything we do, WHO relies on the expertise of hundreds of formal WHO Collaborating Centres, in your countries, and thousands of the best brains in science, medicine, and public health, in your countries. They give us their time freely and it is my strong impression that they do so with pride." - Dr. Margaret Chan, former Director-General, address to the Sixty-fourth World Health Assembly, 16 May 2011

Unsere Designation zum WHO Collaborating Centre

1973 designierte die WHO die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover zum „Collaborating Centre für Veterinäraufgaben im öffentlichen Gesundheitswesen“.

1993 wurde diese Zusammenarbeit unter dem Titel "WHO Collaborating Centre for Research and Training in Veterinary Public Health" (WHO CC VPH)  neu definiert und die Designation in Hinblick auf die Veterinärepidemiologie offiziell auf das IBEI übertragen.

Die Kooperation zwischen IBEI und WHO erweiterte sich im Lauf der Zeit über das Thema VPH hinaus im Sinne des One Health-Ansatzes.

Im Dezember 2015 wurde diese Erweiterung der Aufgaben durch die Neudesignation des IBEIs zum "WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) auch offiziell zum Ausdruck gebracht.

Aufgaben

Unsere Aufgaben als Collaborating Centre

Durch Umstrukturierungen innerhalb der WHO unterstützt das IBEI als "WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) seit Anfang 2020 die neu entstandene "AMR Division" der WHO bei deren Aktivitäten für das Global Antimicrobial Surveillance System (GLASS)

Eines der strategischen Ziele des Global Action Plans on Antimicrobial Resistance der WHO ist das Tricycle-Projekt, bei deren Umsetzung die WHO und ihre Mitgliedstaaten vom IBEI unterstützt werden

Der Aufbau eines nationalen integrierten Surveillance-Systems soll begleitet werden, welches auch praktische Hilfestellung bei der Umsetzung des Tricycle-Projekts in Form von Trainings und Workshops beinhalten soll.

Terms of Reference

  • Unterstützung der WHO und ihrer Mitgliedsstaaten bei der Entwicklung und Umsetzung von GLASS unter der Leitung der WHO.

Weiterhin wird das WHO CC HAEI laufende Projekte und vielfältige internationale Kooperationen fortsetzen. Dazu zählen unter anderem verschiedene Untersuchungen zum Einsatz von Antibiotika und anderen Tierarzneimitteln bei lebensmittelliefernden Tieren, Pferden und Kleintieren.

Die Studie VetCAb-ID (Veterinary Consumption of Antibiotics - International Documentation) wurde aus der Langzeitstudie VetCAb-S entwickelt und steht Projektpartnern zur Erhebung von Daten weltweit zur Verfügung.

Fortbildungskurse auf dem Gebiet der veterinärmedizinischen Epidemiologie, internationale Tagungen und WHO-Konsultationen werden von uns ausgerichtet, um Wissen und Erkenntnisse zum Thema One Health weiterzugeben und mit Interessierten auszutauschen.

Im Sinne unserer Arbeit als "WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) informieren wir in unseren Jahresberichten   über unsere Aktivitäten in Forschung, Lehre und Dienstleistung zum Thema One Health.

One Health

Unser Verständnis von One Health

One Health ist ein international verwendeter Begriff, der von vielen Institutionen genutzt wird, um ihre Tätigkeiten zu beschreiben.

Auf Grund der zahlreichen Projekte und Zusammenhänge, in denen der Begriff One Health auftaucht, hat er eine sehr weit reichende Bedeutung angenommen und wird unterschiedlich definiert.

Wir als "WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) verstehen One Health und seine themenverwandten Begriffe in Anlehnung an die WHO, die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Europäische Kommission (EK).

One Health und themenverwandte Begriffe

Was ist One Health?

One Health beschreibt die Wechselbeziehung von Mensch, Tier und Umwelt und zielt auf die Verbesserung des öffentlichen Gesundheitswesens (Public Health). Das Zusammenleben von Mensch und Tier in einem gemeinsamen Ökosystem führt dazu, dass eine große Anzahl an Krankheitserregern an beide Spezies adaptiert ist oder zwischen diesen übertragen werden kann. Dabei steht das Tier zum einen selbst als lebender Vektor, zum anderen als Lieferant des Vektors Lebensmittel im Fokus für die Gesundheitsprävention des Menschen. Für diese Prävention ist eine fein abgestimmte Zusammenarbeit von Fachleuten aus den Bereichen Public Health, Tiergesundheit, Pflanzengesundheit und Umwelt notwendig. One Health verbindet die interdisziplinären Wissenschaften mit Regierungen, Experten und unabhängigen Organisationen auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene.

Was ist Public Health?

Public Health analysiert den Gesundheitszustand einer Bevölkerung, um diesen zu verbessern. Die menschliche Biologie ist hierbei genauso im Fokus wie die Lebensweise und die Umwelt einer Bevölkerungsgruppe sowie das System ihrer Gesundheitsversorgung. Dabei stehen die Förderung der körperlichen sowie psychischen Gesundheit, Strategien zur Prävention von Krankheiten und Reformprozesse in den Versorgungssystemen im Mittelpunkt der Forschung von  Wissenschaftlern aus Human- und Veterinärmedizin, Epidemiologie, Ökonomie, Soziologie und Politik.

Was ist Veterinary Public Health?

Veterinary Public Health (VPH) ist ein wichtiges Teilgebiet von Public Health, das vor allem in der Verantwortung von Veterinärmedizinern liegt. Im Fokus dieses Bereiches liegt die Verbesserung der menschlichen Gesundheit und des menschlichen Wohlbefindens durch eine Optimierung des Gesundheitszustandes von Tieren. Konkrete Themen von VPH sind Zoonosen, Lebensmittelsicherheit und Antibiotikaresistenzen.  Daneben beschäftigt sich dieses Teilgebiet auch mit dem Management der Gesundheitsaspekte von Versuchstiereinrichtungen und Diagnostiklaboren sowie mit dem Management von Haus- und Wildtierpopulationen. Aufgabe von Veterinary Public Health ist es zudem nicht nur die Risiken abzuschätzen, die durch den Umgang mit Tieren und Lebensmitteln tierischen Ursprungs entstehen, sondern auch den Nutzen für den Menschen zu erkennen. So dienen Tiere dem Menschen z.B. als Sozialpartner, als Arbeitskraft, als Rohstofflieferant oder als Indikator für Umweltbelastungen.

Was ist Tiergesundheit?

Tiergesundheit beschäftigt sich an erster Stelle mit der Gesundheit und dem Wohlergehen von Tieren. Dieser Ansatz ist ein wichtiger Teil des One Health-Gedankens, da Tiere und Menschen ein gemeinsames Ökosystem teilen und beeinflussen, während beide Seiten voneinander profitieren, aber auch Schaden nehmen können. Im „Terrestrial Animal Health Code“ und im „Aquatic Animal Health Code“ legt die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) weltweite Standards zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierschutzes fest. Die Organisation fordert unter dem Titel „Fünf Freiheiten zum Wohlergehen von Tieren“ die Bekämpfung von Hunger, Durst und Unterernährung, die Freiheit von Angst und Not sowie die Befreiung von körperlichen Beschwerden und temperaturbedingtem Stress. Die Freiheit von Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten und die Forderung, Tieren die Auslebung ihres angeborenen Verhaltens zu ermöglichen, bilden die letzten zwei Punkte.

Was ist Pflanzengesundheit?

Pflanzengesundheit beinhaltet den Schutz von Getreide, Früchten, Gemüse, Blumen, Zierpflanzen sowie Wäldern vor Schädlingsbefall und Krankheiten durch andere Organismen. Pflanzen nehmen eine immens große Rolle im Leben von Mensch und Tier ein, da sie unter anderem Nahrungsgrundlagen darstellen, Lebensräume gestalten, das Klima beeinflussen oder als Rohstoffe dienen. Die Europäische Kommission unterstützt unter diesem Ansatz durch zahlreiche Gesetze und Projekte eine nachhaltige Landwirtschaft. Neben diesen Beiträgen sind auch der Schutz von öffentlichen und privaten Grünflächen, Wäldern und Landschaften wichtige Themen von Plant Health.

Was ist Umwelt?

Umwelt wird definiert als die auf ein Lebewesen einwirkende, seine Lebensbedingungen beeinflussende Umgebung. Fauna und Flora genauso wie der Mensch selbst sind abhängig von Luft, Wasser und Biodiversität und beeinflussen diese auf ihre Art und Weise. Auf dieser Grundlage wird deutlich, dass die Umwelt einen zentralen Aspekt von One Health bildet und alle Säulen des Konzepts miteinander verbindet. Aufgabe von Wissenschaft und Politik sind somit der Schutz von Habitaten sowie der Erhalt von sauberer Luft und sauberem Wasser. Daneben sind die Erforschung von toxischen Chemikalien und die Förderung von nachhaltiger Wirtschaft global notwendig, um die Umwelt als Grundlage unserer Existenz zu erhalten.

aufgeschlagenes Buch

Jahresberichte

Im Sinne unserer Arbeit als "WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) informieren wir in unseren Jahresberichten über unsere Aktivitäten in Forschung, Lehre und Dienstleistung zum Thema One Health.

Kontakt WHO Collaborating Centre

Dr. Sandra Brogden
Wissenschaftliche Mitarbeiterin; Epidemiologie
Durchwahl +49 511 953-7967
Fax +49 511 953-7974