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Etablierung eines reversen genetischen Systems zur Untersuchung molekularer Mechanismen der Hepatitis E-Virus (HEV)-Infektion

Methoden:

1. Etablierung eines Zellkulturmodells für Hepatitis E Virus (Genotyp 3)

2. Klonierung des Gesamtgenoms von HEV in einen bakteriellen Vektor

3  Etablierung eines reversen genetischen Systems für HEV

 

Projektbeschreibung:

Seit der Einführung der Meldepflicht für die humane Hepatitis E-Erkrankung  im Jahr 2001 nimmt die Zahl der gemeldeten Krankheitsfälle in Deutschland stetig zu. In Europa führt vor allem HEV Genotyp 3 zu chronisch manifesten Krankheitsbildern bei immunsupprimierten Patienten. Als Reservoirwirt wurde in Europa neben Hirscharten und Schwarzwild vor allem das Hausschwein identifiziert. Viele Aspekte der Pathogenese und Epidemiologie einschließlich der Übertragungsweise vom Tier auf den Menschen sind bislang nur wenig untersucht. Unklar sind zum einen die Mechanismen der unterschiedlichen Virulenzausprägung im Reservoirwirt Schwein sowie im Menschen. Desweiteren liegen bislang keine Studien zu Zellsuszibilität sowie zum zellulären Rezeptor vor. Weiterhin sind große Teile des Vermehrungszyklus von HEV noch nicht untersucht. Dies liegt vor allem daran, dass nur sehr wenige ausgewählte HEV-Stämme in vitro kultivierbar sind und etablierte Zellkulturmodelle bislang nicht zur Verfügung stehen, um die molekularen Grundlagen der HEV-Replikation zu untersuchen. Im Tiermodell (hauptsächlich Schwein) ist die HEV-Infektion hingegen gut charakterisiert.

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist die Klonierung des Gesamtgenoms von HEV in einen entsprechenden Vektor, um im Anschluss auf DNA-Ebene verschiedene genetische Veränderungen vornehmen zu können. Nach Umschreiben in RNA wird diese mittels Elektroporation in dafür empfängliche Zellen eingebracht. Auf diese Weise können grundlegende Mechanismen der Virusreplikation und -freisetzung in vitro untersucht werden. Das Projekt beinhaltet die Erarbeitung einer Klonierungsstrategie und deren Durchführung, die Auswahl eines geeigneten Zellkultursystems und die Generierung infektiöser Viruspartikel. Die Etablierung dieses Systems wird detaillierte Studien zu verschiedenen Aspekten der HEV-Infektion in Zellkultur ermöglichen, die bislang nicht oder nur im Tierversuch untersucht werden können, und wird somit zur Reduktion von Tierversuchen beitragen.

 

Projektverantwortliche:

Christine Bächlein, PhD (christine.baechlein@tiho-hannover.de; Tel.: 0511-953 8845)

Prof. Dr. Paul Becher (paul.becher@tiho-hannover.de; Tel.: 0511-953 8840)

Institut für Virologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

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