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Equine Präzisionsschnitte als In-vitro-Modell obstruktiver Atemwegserkrankungen zur Identifizierung möglicher therapeutischer Targets und zur Charakterisierung von Arzneistoffen

Projektbeschreibung:

Präzisionschnitte unterschiedlicher Organe sind in toxikologischen, pharmakologischen und metabolischen Studien etabliert. Sie bieten die Möglichkeit, In-vitro-Versuche im intakten, vitalen Gewebsverband durchzuführen, sowie die Möglichkeit multipler Versuchansätze an Gewebe von einem Tier.

 

In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Ohnesorge (Klinik für Pferde) wurden in der Arbeitsgruppe Kietzmann Präzisionslungenschnitte (PCLS), welche von Martin et al. (1996) für Lungen von Labornagern etabliert wurden, erfolgreich auf das Pferd übertragen. Ziel ist die Untersuchung der Pathomechanismen obstruktiver Atemwegserkrankungen, welche beim Pferd eine besonders hohe Prävalenz besitzen. Aufgrund zahlreicher Analogien zu humanen obstruktiven Atemwegserkrankungen können PCLS vom Pferd darüberhinaus ein interessantes Modell zur Identifizierung möglicher therapeutischer Targets sowie als prädiktives Modell zur Testung von Arzneimitteln beim Pferd und Menschen darstellen.

 

In vorangegangenen Arbeiten konnte an equinen PCLS bereits die broncho-konstriktorische Wirksamkeit von Methacholin, Histamin und LTC4 an kleinen Luftwegen gezeigt werden, welche herkömmlichen Untersuchungsmethoden nicht zugänglich sind. Desweiteren wurde gezeigt, dass sich diese Reaktion mit Hilfe spezifischer Antagonisten unterdrücken lässt. Zur Simulation eines pathophysiologisch realistischen Allergiemodells wird zur Zeit an der passiven Sensibilisierung von equinen PCLS gearbeitet, bei denen Schnitte von nicht sensibilisierten Pferden mit Plasma inkubiert werden, welches IGE-Antikörper gegen ein bekanntes Antigen enthält. Diese Antikörper binden sich mit ihrem Fc-Teil an im Schnitt enthaltene Zellen und lösen nach Zugabe des entsprechenden Antigens  eine spezifische Immunreaktion aus, die der formalpathogenetischen Endstrecke einer allergischen Sofortreaktion enspricht und in einer Bronchokonstriktion mündet. Das Modell bietet somit eine Möglichkeit, bronchodilatatorische Therapeutika in einem komplexen allergischen Geschehen zu testen, an dem zahlreiche Mediatoren beteiligt sind.

 

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. Manfred Kietzmann, (manfred.kietzmann@tiho-hannover.de; 0511-953-8730)

Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

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