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Neozoen-Zukunftsdiskurse:

Wie gehen wir mit eingewanderten Tierarten um – und wie wollen wir mit ihnen umgehen?

Nutria (Myocastor coypus) Foto © ITAW

Neozoen sind Tierarten, die in ihrem Lebensraum nicht heimisch sind und sich durch Einwanderung oder Einschleppung angesiedelt haben. Einige dieser Arten können direkt oder indirekt die biologische Vielfalt bedrohen – beispielsweise indem sie heimische Tierarten verdrängen. Im Naturschutz werden solche Arten als invasiv bezeichnet. Um die Biodiversität und die Ökosysteme zu schützen, hat die Europäische Union eine Verordnung erlassen (EU VO Nr. 1143/2014), die ein gestuftes System von Prävention, Früherkennung und sofortiger Beseitigung sowie dem Management bereits weit verbreiteter invasiver Arten vorsieht. Weiter regelt die Verordnung, nach welchen Kriterien Arten als invasiv gebietsfremd gelten. Daraus ergibt sich die sogenannte Unionsliste, die zurzeit 66 invasive Tier- und Pflanzenarten aufführt. Dazu zählt in Deutschland unter anderem die Nutria, ein aus Südamerika stammendes Nagetier. Der Umgang mit invasiven Arten stellt eine Herausforderung für den Umweltschutz, den Artenschutz und den Tierschutz dar.

Am Beispiel der Nutria werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der TiHo diese Problematik gemeinsam mit verschiedenen Interessensgruppen thematisieren und anschließend diskutieren. Das Ziel des Projektes ist es, die Einstellung der Gesellschaft zum Umgang mit Neozoen zu beleuchten und genauer zu verorten. Die zentrale Fragestellung dabei ist: Wie gehen wir mit eingewanderten Tierarten um und wie wollen wir in Zukunft mit ihnen umgehen? Am Anfang wird eine Auftaktveranstaltung stehen, zu der die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die verschiedenen Interessensgruppen einladen. Jede Gruppe wird dafür gebeten, ihren jeweiligen Standpunkt darzustellen. Im weiteren Verlauf des Projekts werden die Forscherinnen und Forscher sie in Interviews befragen und anhand der Ergebnisse ein Impulspapier erstellen, das sie auf einer Abschlussveranstaltung allen Gruppen vorstellen und diskutieren werden.

Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur in der Förderlinie Zukunftsdiskurse.

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