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Kinderuni-Vorlesung

Kindervorlesung in der TiHo mit Professorin Dr. Ursula Siebert.

Es stehen zwei unterschiedliche Konzepte für Kindervorlesungen zum Thema Meeresforschung bereit: Eine Vorlesung richtet sich an jüngere Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, eine andere Vorlesung wurde für Kinder von 12 bis 16 Jahren konzipiert. Die Vorträge wurden an der Schule am Meer (Nordsee-Gymnasium-Büsum) vor drei verschiedenen Altersgruppen probeweise gehalten und von den Schülerinnen und Schüler anonym evaluiert. Anschließend wurden die Vorträge auf Basis der Schülerkritik angepasst.

 

Kindervorlesung für 8 bis 12-jährige Schülerinnen und Schüler

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie wichtig es ist, Forschungsergebnisse zu vergleichen. Dabei wird vor allem auf das Archivieren von Proben in Museen und Forschungseinrichtungen eingegangen. Ihnen wird gezeigt, dass Proben mittels verschiedener Verfahren, wie beispielsweise hochprozentigem Alkohol oder Formalin, über einen langen Zeitraum haltbar gemacht werden können. Den Kindern wird so nähergebracht, dass immer wieder auf alte Proben zurückgegriffen werden kann, um diese als Referenzen zu benutzen oder mit moderneren Forschungsmethoden erneut zu untersuchen. Dabei sind Forschungseinrichtungen und Museen, die riesige Sammlungen besitzen, den Wissenschaftlerninnen und Wissenschaftlern eine große Hilfe. Anschließend erfahren die Kinder anhand verschiedener Folien, was die Merkmale eines Meeressäugers sind. Wie und wo sie leben, welche Arten zu den Meeressäugern gehören und wie es um den Bestand der Robben und Wale steht.

 

Nachdem die Kinder die Basisinformationen über die marinen Säuger in der Kindervorlesung erhalten haben, wird ihnen anhand eines Vergleichs erläutert, wie „das Forschen“ funktioniert. Die Arbeit von Wissenschaftlerninnen und Wissenschaftlern wird dafür mit der Arbeit von Detektiven verglichen: Das Tier, das verletzt, krank oder tot ist, muss untersucht werden. Es muss nachvollzogen werden, bei wem es sich um den Täter handelt, um die notwendigen Konsequenzen einzuleiten. Den Kindern werden frei Tiere vorgestellt, die sich in keinem gesunden Zustand befinden. Sie erhalten dafür ein Bild eines Meeressäugers und müssen mit Hilfe der Verletzung herausfinden, wer der Täter ist und sich eine Lösung für das Problem zu überlegen. Der erste Fall ist eine Seekuh, die Schnittverletzungen durch eine Schiffsschraube erlitten hat. Bei dem Zweiten Fall handelt es sich um einen Seehund, der unter extremer Schadstoffbelastung leidet. Zuletzt wird ein Tier betrachtet, das von vielen Parasiten befallen ist. Es wird den Kindern erklärt, dass eine große Gefahr für die Meeressäuger wir Menschen und unsere Aktivitäten sind. Darüber hinaus wird ihnen erläutert, dass es in der Forschung wichtig ist, lange Datensätze und Statistiken über Untersuchungen zu erstellen, um Zusammenhänge, beispielweise zwischen der Schadstoffbelastung und dem Sterben eines marinen Säugetieres durch Parasiten- und Virenbefall, herzustellen. Den Kindern wird am Ende des Vortrags vermittelt, dass wir etwas an unserem Verhalten ändern können und dass dies gar nicht so schwer ist.

Kindervorlesung für 12 bis 16-jährige Schülerinnen und Schüler

Der Aufbau des zweiten Vortrages ähnelt dem für die jüngeren Kinder. Zu Beginn werden die im Projekt behandelten Forschungsfelder vorgestellt. Ihnen wird erklärt, was die Charakteristika eines Meeressäugers sind und wie wichtig es ist, Proben von Meeressäugern zu archivieren. Anders als im ersten Vortrag wird hier anhand einiger Beispiele genauer erläutert, wie der Mensch in den Lebensraum der marinen Säuger eingreift. Im weiteren Verlauf des Vortrages werden den Schülerinnen und Schüler Untersuchungsmethoden, Experimente und Ergebnisse aus drei Forschungsfeldern des Projektes vorgestellt. Bei dem Thema Knochen erfahren sie, wie die Knochenstruktur bzw. Knochendichte durch die Umwelt beeinflusst wird. Sie sehen Bilder von computertomographischen (CT) Aufnahmen und lernen, welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden können.

 

Ein weiteres Forschungsfeld ist die Schadstoffbelastung der Tiere. Anhand eines Diagramms wird die Bleibelastung von Seehunden in der Nordsee gezeigt und den Kindern erklärt, dass durch das Bleiverbot in allen fossilen Kraftstoffen die Bleibelastung der Tiere ab Anfang der 1970er Jahre stark zurückgegangen ist. Zuletzt wird das Thema Parasiten aufgegriffen und an dem Beispiel Corynosoma semerme ein Wirtszyklus und die Verbreitung in Seehunden in der Nordsee vorgeführt. Die Schülerinnen und Schüler sehen, dass die Infektionsbelastung innerhalb der letzten 20 Jahre stark zugenommen hat. Ihnen werden mögliche Thesen zu den Ursachen, wie eine hohe Populationsdichte oder eine Immunsystemschwäche durch die Schadstoffbelastung, präsentiert. Auch in der Vorlesung für die älteren Kinder wird als Fazit mitgegeben, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Umwelt zu befassen und bewusst zu leben.


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