English

Sie sind hier:

AP 7: Qualitätsmanagement

Der Kompetenzcheck

 


Theoretischer HintergrundMit dem „shift from teaching to learning“ und dem zunehmenden Fokus auf Kompetenzen, die Studierende am Ende von Lernprozessen erwerben, wird immer klarer, dass bestehende Konzepte zur Lehrevaluation zu kurz greifen und den Ansprüchen einer kompetenzorientierten Lehre nicht gerecht werden. Bestehende Konzepte zielen in der Regel auf die Bewertung isolierter Aspekte der Lehre (z.B.: Evaluation einzelner Lehrveranstaltungen, ProfessorInnen-Ratings) ab. Sie führen meist zu Ergebnissen, die keine direkten Informationen über den Kompetenzerwerb der Studierenden enthalten. Weiters ist die Vermittlung von vielen Kompetenzen nicht auf eine einzelne Lehrveranstaltung beschränkt, sondern geschieht im Verbund mehrerer aufeinander abgestimmter und ineinander verzahnter Lehrveranstaltungen. Die Kompetenzen entwickeln sich daher kontinuierlich über die einzelnen Semester und Studienphasen hinweg. Nachhaltige Maßnahmen, die den gesamten Prozess kompetenzorientierter Lehre im Blickfeld haben, sind daher mit bestehenden Konzepten zur Lehrevaluation, die sich auf eine isolierte Betrachtung einzelner Aspekte der Lehre beschränken, kaum möglich.
Um die Studierenden und die Entwicklung ihrer Kompetenzen bestmöglich zu fördern, entschloss sich die Vetmeduni Vienna im Rahmen des KELDAT-Projekts Arbeitspaket 7 „Qualitätsmanagement“ gemeinsam mit WissenschaftlerInnen des Arbeitsbereiches Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien ein Verfahren zur Kompetenzerwerbsanalyse, den sogenannten Kompetenz-Check, zu entwicklen.
Was ist der Kompetenz-Check?
Der Kompetenz-Check ist ein Onlinefragebogen zur Einschätzung von Kompetenzen und ein Screening- und Monitoring-Instrument zur Qualitätssicherung der Lehre. Beim Kompetenz-Check werden alle Kompetenzen, die im späteren Berufsleben von besonderer Bedeutung sind, von Studierenden des 6. und 10. Semesters hinsichtlich Wissen und Können bewertet. Die Studierenden schätzen einerseits ein, wie gut sie diese Kompetenzen beherrschen, und andererseits, wie gut diese Kompetenzen im Studium bisher vermittelt wurden. Um ein komplettes Bild zu erhalten, schätzen auch Lehrende und praktische Tierärzte, bei denen Studierende Praktika absolviert haben, das durchschnittliche Niveau der Kompetenzen von Studierenden bestimmter Semester ein. Die Ergebnisse des Kompetenz-Checks erlauben einen Soll-Ist-Vergleich. Die Universität bekommt damit einen guten Überblick über das Kompetenzprofil der Studierenden und über die Stärken und Schwächen der kompetenzorientierten Lehre. Sind Stärken und Schwächen bekannt, werden als nächster Schritt konkrete Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung in der kompetenzorientierten Lehre eingeleitet. Ziel ist es, Schwächen im Lehrprozess gezielt zu eliminieren, und Stärken in einem Bereich beizubehalten und gezielt auf einen anderen Bereich zu übertragen.
Vorteile für Studierende, Lehrende und die Universität

Der Kompetenz-Check bringt Vorteile für Studierende, Lehrende und die Universität. Mit ihrer Rückmeldung über die eigenen Kompetenzen und über die bisherige Kompetenzvermittlung an der Vetmeduni tragen die Studierenden zu systematischen Maßnahmen zur Qualitätssicherung und –weiterentwicklung bei. Der Nutzen liegt somit auf der Hand: Hohe Qualität in der Lehre und damit die Chance, sich bestmöglich auf das Berufsleben vorbereiten zu können. Weiters erhalten die Studierenden einen Überblick über die gesamte Bandbreite der im Berufsfeld relevanten Kompetenzen. Dies ermöglicht, Bilanz zu ziehen und über den Erwerb der eigenen Kompetenzen zu reflektieren: Wo haben sie bereits hohe Kompetenzen? Wo möchten sie sich selbst noch verbessern? Was können sie selbst unternehmen, um diese Kompetenzen zu erwerben?
Der Kompetenz-Check gibt den Lehrenden Rückmeldung, wie gut es ihnen gelingt, die Inhalte der Studierenden über mehrere Semester hinweg aufzubauen und die Kompetenzen der Studierenden dadurch zu fördern. Dies führt zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Erwerb von Kompetenzen der Studierenden und kann beim bewussteren und selbstreflektierten Handeln im Lehrprozess helfen. Dadurch bekommen auch die Lehrenden Anregungen, und lernen den Kompetenzerwerb ihrer Studierenden noch gezielter zu fördern: Was klappt gut? Was funktioniert noch nicht so gut? Mit wem können sie sich und ihre Lehrveranstaltung noch besser abstimmen? Können sie mit anderen Lehrmethoden oder Prüfungsformaten Verbesserungen bewirken?
Der Universität ermöglicht der Kompetenz-Check ein zeitnahes Eingreifen, um gegen etwaige identifizierte Schwächen in der Kompetenzvermittlung und im studentischen Kompetenzerwerb gegensteuern zu können. Längerfristig sollen dadurch auch finanzielle und personelle Ressourcen zum Wohle der Studierenden wirksamer eingesetzt werden können. Die Universität kann mittels des Kompetenz-Checks sicherstellen, dass die Studierenden und die Entwicklung ihrer Kompetenzen bestmöglich gefördert werden und die AbsolventInnen bestens qualifiziert ins Berufsleben starten können.
Bisherige Durchführungen des Kompetenz-ChecksIm Jahre 2012 wurden die technischen Abläufe und das Layout des Kompetenz-Checks mittels einer ersten Pilotstudie geprüft. Im Jahr 2013 wurde die Durchführung des Kompetenz-Checks im Rahmen einer zweiten Pilotstudie zum ersten Mal im Regelbetrieb erprobt. Ziel dieser zweiten Pilotstudie war insbesondere die Ableitung von Empfehlungen für die Verbesserung der zukünftigen Implementierung in den Regelbetrieb. Im Jahre 2014 wurden die Verbesserungsvorschläge eingearbeitet und eine teil-automatisierte Berichtsgenerierung erarbeitet. Ab dem Sommersemester 2015 wird der Kompetenz-Check an der Vetmeduni Vienna im Regelbetrieb jährlich durchgeführt.
Kompetenz-Check 2015
Informationsoffensive. Im Jahr 2015 wurde der Kompetenz-Check zum dritten Mal durchgeführt. In den Monaten vor der Durchführung des Kompetenz-Checks wurden alle beteiligten Zielgruppen im Rahmen einer umfangreichen Informationsoffensive über den Kompetenz-Check informiert. Zusätzlich zu einer Informationsemail an alle betroffenen Studierenden und Lehrenden, wurden Informationsveranstaltungen für Lehrende und Studierende angeboten. Informationen zum Kompetenz-Check wurden ferner durch die Hochschülerschaft vorgestellt und in Form eines Artikels in der Zeitschrift der Hochschülerschaft veröffentlicht. Außerdem wurde der Kompetenz-Check durch im Projekt involvierte Lehrende an den Instituten vorgestellt. Letztlich wurde der Kompetenz-Check auch im Rahmen eines Impulsfrühstücks an der Vetmeduni Vienna vorgestellt, das HIER online verfügbar ist.
Berichtlegung und weitere Schritte. Nach der Durchführung des Kompetenz-Checks wurden die Ergebnisse systematisch an alle Interessensgruppen rückgemeldet. Nach der Berichtlegung wird sich außerdem ein Evaluationszirkel, bestehend aus Lehrenden und Studierenden, mit den Ergebnissen auseinandersetzen und im Dialog mit den Interessensgruppen Maßnahmen zur Qualitätssicherung erarbeiten.

Kontakt KELDAT

(Kopie 1)

Diese Seite