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Abteilung Kleintiere

Arbeitsgruppe Prof. Dr. Anne-Rose Günzel-Apel

MitarbeiterInnen und /DoktorandInnen:

  • Dr. Karola Wolf
  • TÄ Anke Baumeister
  • TÄ Franziska Schirmer
  • TÄ Franziska Werhahn-Beining

 

Forschungsschwerpunkte:

 

Vorkommen und Bedeutung apoptotischer und proliferativer Prozesse sowie Apoptose-regulierender Proteine am gesunden und erkrankten Endometrium der Hündin 

Proliferation und Apoptose spielen eine wichtige Rolle in lebenden Zellen. Ihre Homöostase ist essentiell für die Aufrechterhaltung aller Gewebefunktionen. Dies gilt auch für den Uterus, welcher zyklusabhängigen Umstrukturierungen unterworfen ist. Für das Gleichgewicht zwischen proliferativen und apoptotischen Vorgängen kommt den Apoptose-regulierenden Proteinen Bcl-2 und Bax essentielle Bedeutung zu. Imbalancen führen beim Menschen zur Endometriumhyperplasie und in der Folge zu neoplastischen Transformationen.

Auch die zyklischen Veränderungen des caninen Endometriums sind von Proliferation und Apoptose geprägt. Diese Zusammenhänge wurden ebenfalls am Eileiter des Hundes dargestellt. In der aktuellen Studie werden das Vorkommen und die Bedeutung von proliferativen und apoptotischen Prozessen am gesunden caninen Endometrium untersucht. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Apoptose-regulierenden Proteine Bcl-2 und Bax gelegt. Ferner werden das Ausmaß und die Bedeutung proliferativer und apoptotischer Prozesse im hyperplastischen, glandulär-zystisch veränderten Endometrium des Hundes ermittelt. Hierzu sind bisher keine Daten zu finden.

Kooperation mit dem Institut für Pathologie und dem Endokrinologischen Labor (Rinderklinik).

 

Untersuchungen zur diagnostischen Verifizierung der Lutealinsuffizienz beim Hund

Bei der Lutealinsuffizienz (Synonym: Hypoluteoidismus) handelt es sich um eine Ovarfunktionsstörung, die von unzureichender Progesteronsynthese und –sekretion der Corpora lutea gekennzeichnet ist. Da Progesteron das wichtigste Hormon für die Etablierung und Erhaltung einer Trächtigkeit ist, kommt es im Falle einer Lutealinsuffizienz zum Fruchttod und Verlust der bestehenden Gravidität. Dieser kann in allen Stadien der Trächtigkeit eintreten. Über die Inzidenz der Lutealinsuffizienz beim Hund liegen bisher keine gesicherten Erkenntnisse vor. Ursache hierfür ist die in Verdachtsfällen im Rahmen der tierärztlichen Betreuung von graviden Hündinnen vielfach eingeleitete Substitutionstherapie mit Progesteron, welche einer klaren Diagnosestellung entgegensteht. Auf diese Weise bleibt die Chance einer gezielten Selektion von Zuchthündinnen mit ungestörter Ovarfunktion ungenutzt. Vielmehr besteht ein nicht kalkulierbares Risiko der unkontrollierten Verbreitung dieser Ovarfunktionsstörung innerhalb der Zuchthundepopulation. Das Ziel der Studie besteht demzufolge darin, durch diagnostische Verifizierung der Lutealinsuffizienz Informationen zur Inzidenz dieser Ovarfunktionsstörung beim Hund zu erhalten. Durch Untersuchung indikatorischer anamnestischer, endokrinologischer und immunologischer Parameter werden zudem mögliche ursächliche Zusammenhänge beleuchtet. Die gewonnenen Informationen dienen der generellen Einschätzung der diesbezüglichen Situation in einer zufällig ausgewählten Population von Zuchthündinnen und eröffnen die Möglichkeit der gezielten Selektion von Tieren mit physiologischer und defizienter Gelbkörperfunktion und den damit einhergehenden Fruchtbarkeitsstörungen.

Kooperation mit dem Endokrinologischen Labor (Rinderklinik), Universität Utrecht, Institut für Biochemie FU Berlin

 

 

Benigne Prostatahyperplasie des Hundes

Untersuchung zur Bedeutung von Prolaktin und Insulin-Like-Growth Factor-1 für die Entwicklung und Ausprägung der Benignen Prostatahyperplasie des Hundes

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH), eine Kombination aus Hypertrophie (Zunahme der Zellgröße) und Hyperplasie (Zunahme der Zellzahl) des sekretorischen Drüsenepithels und der stromalen Bestandteile, stellt beim Hund eine weit verbreitete Veränderung der akzessorischen Drüse dar. Die Hyperplasie kann bereits im Alter von 2 1/2 Jahren einsetzen; ab einem Alter von 4 Jahren steigt die Tendenz zur Zystenbildung. Als Ursache der BPH wird eine Veränderung des Testosteron- und Östrogenstoffwechsels sowie eine verstärkte enzymatische Reduktion von Testosteron zu 5α-Dihydrotestosteron (5α-DHT) im Prostatagewebe beschrieben, welche als Hauptauslöser der Hyperplasie angesehen wird.

Rüden der Rasse Rhodesian Ridgeback zeigten im Vergleich mit Rüden anderer Rassen aus jeweils derselben Alters- und Gewichtsklasse ein signifikant größeres Prostatavolumen, eine signifikant höhere Blutplasmakonzentrationen der Caninen Prostataspezifischen Argininesterase (CPSE) sowie eine signifikant höhere durchschnittliche Prolaktinkonzentration im Blutserum (Wolf et al. 2012).

Da bei männlichen Ratten unter dem Einfluss konstant oder transient erhöhter Prolaktinblutspiegel eine Zunahme des Prostatagewichts sowie der Drüsenalveolen und der Höhe der Epithelzellen zu verzeichnen war, wird vermutet, dass Prolaktin schon in geringgradig erhöhten Konzentrationen zur Entwicklung eines krankhaften Wachstums der Prostata beitragen kann. Zudem führte die Verabreichung des Prolaktinhemmers Bromocriptin zu einer Reduktion der Hyperprolaktinämie und damit einhergehend zur Milderung einer Östradiol-induzierten Inflammation der Prostata.

Der Insulin-Like-Growth Factor-1 (IGF-1) agiert als Botenstoff und als Wachstumsfaktor in Geweben. Ihm wird beim Menschen Bedeutung in Bezug auf die BPH zugesprochen, da gezeigt werden konnte, dass die Expression des IGF-1 Rezeptors in hyperplastischen Drüsenzellen höher ist als in normalen Zellen. Da IGF-1 primär durch autokrine und parakrine Mechanismen wirkt, sind periphere Blutkonzentrationen nicht als aussagekräftiger Parameter anzusehen. Dagegen kann das vom Drüsenepithel gebildete Sekret den metabolischen Status der Prostata widerspiegeln. Beim Hund wurde IGF-1 bisher nicht im Kontext mit der BPH untersucht.

Kooperation mit dem Endokrinologischen Labor (Rinderklinik), Universität Utrecht

 

 

Kryokonservierung von Hundesperma – Optimierung durch Zentrifugation und Resuspension bei vergleichender Verwendung von Eidotter-haltigen und Eidotter-freien Spermaverdünnern

Die Kryokonservierung von Hundesperma hat in den letzten 10 Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Im Rahmen der Computer-gestützten Spermaanalyse beeinträchtigt eine Vielzahl unterschiedlicher Programme mit jeweils individuellen Settings die Vergleichbarkeit der erzielten Ergebnisse. Auch Zentrifugationsprotokolle zur Separierung von Spermien und Seminalplasma weisen variable Kriterien auf. Ziele einer aktuellen Studie sind 1. die Spermienzahl pro Paillette durch Zentrifugation und Resuspension auf ein definiertes Maß einzustellen und die Auswirkungen dieser Manipulationen auf die Spermien zu prüfen; 2. die Verbesserung der computer-gestützten Analyse der Spermienmotilität und der durchflusszytometrischen Untersuchung der Plasmamembran- und Akrosomintegrität sowie des Mitochondrienmembranpotenzials durch vergleichende Anwendung des etablierten Tris-Eidotter-Mediums und eines Eidotterpartikel-freien Low-Density-Lipoprotein (LDL) Verdünners.

Kooperation mit dem Endokrinologischen Labor (Rinderklinik), Universität Utrecht

 

Anschrift
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Reproduktionsmedizinische Einheit der Kliniken
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30559 Hannover
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