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Geschichte des Instituts

Die Virologie ist eine verhältnismäßig junge Wissenschaft, die für die Ursachenforschung menschlicher und tierischer Erkrankungen mit der Entdeckung des Maul- und Klauenseuchevirus durch Löffler und Frosch im Jahre 1898 in Greifswald ihren Anfang nahm.

An der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) wurden in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts im Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen die ersten „virologischen“ Arbeiten an der Schweinepest durchgeführt, von der seit 1903 die virale Genese bekannt war. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Forschungsarbeiten an virusbedingten Tierkrankheiten durch die großen Fortschritte in der Gewebe- und Zellkulturtechnik stark stimuliert, und Mitte der 50er Jahre wurde ein „Virushaus“ mit Laborräumen und Stallungen für Großtiere neben dem Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen gebaut, in das 1958 eine kleine virologische Arbeitsgruppe einzog.

Die Infektion des Rindes mit dem bovinen Herpesvirus 1, der Lippengrind der Schafe und Arbeiten an der bovinen Virusdiarrhoe (BVD) standen damals im Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses. Es bestand über viele Jahre eine enge Zusammenarbeit mit einer virologisch sehr aktiven Arbeitsgruppe am staatlichen Medizinaluntersuchungsamt in Hannover.
Die Intensivierung der Forschung auf dem Gebiet der Virologie veranlasste die TiHo, einen Lehrstuhl und Institut für Virologie einzurichten. Entsprechend den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zum Ausbau der wissenschaftlichen Hochschulen von 1960 wurde das Lehr- und Forschungsgebiet Virologie ab 1. Juli 1964 unter der Leitung von Professor Manfred Mussgay aus dem Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen ausgegliedert und als selbständiges Institut für Virologie geführt. Räumlich war das junge und expandierende Institut im schon erwähnten „Virushaus“ und anderen verstreut gelegenen Räumen auf dem Hochschulgelände untergebracht. Dieser provisorische Zustand wurde 1974 unter der Leitung von Professor Bernd Liess, der 1968 als Nachfolger Mussgays berufen worden war, mit dem Umzug in das „1. Dreierinstitut“ auf dem Gelände des Westfalenhofes beendet. Zwei Jahre später konnte das Institut auch die in unmittelbarer Nachbarschaft als selbständiger Baukörper errichtete Virusisolierabteilung mit Tierställen und Laborräumen in Betrieb nehmen. Sie war damals nach einem neuen konstruktiven Konzept erbaut worden, das die gleichzeitige Durchführung von Infektionsversuchen an großen Versuchstieren mit verschiedenen Virusarten ohne Gefahr einer Verschleppung zwischen zwölf isolierten Tierräumen gestattet. Einer Freisetzung von Infektionserregern in die Umwelt wird durch den Einsatz von Hochleistungsluftfiltern vorgebeugt. Das Gebäude ist gemäß den biologischen Sicherheitsstufen L3/S2 ausgelegt, und es ermöglicht die Arbeit an gefährlichen Tierkrankheitserregern.

Mit der Besetzung der zweiten Stelle eines Universitätsprofessors im Jahre 1977 mit Professor Oskar Kaaden wurden im Institut zwei sich ergänzende Arbeitsgruppen gebildet, die bis heute fortbestehen: Klinische und molekulare Virologie. Die personelle Grundausstattung des Instituts besteht außer den zwei Universitätsprofessoren noch aus vier wissenschaftlichen sowie technischen Mitarbeitern und Tierpflegern.

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