Sie sind hier:

Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe Klinische Virologie:

Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Krankheiten, die durch Infektionen mit Pesti- und Morbilliviren hervorgerufen werden, insbesondere mit der BVD, der Klassischen Schweinepest (KSP) und der Hunde- sowie Seehundstaupe. Sie wurde 1995 von Professor Volker Moennig als Nachfolger von Professor Liess übernommen. Die Forschungsarbeiten befassen sich schwerpunktmäßig mit der Pathogenese einerseits und Diagnose und Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten andererseits. Im letzteren Bereich ist das Institut als Referenzlabor der Europäischen Union für die KSP und bei der Beratung von Länder- und Bundesministerien zur Bekämpfung von KSP und BVD tätig. Die Pathogeneseforschung der Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die Aufklärung pathogenetischer Mechanismen bei der Mucosal Disease des Rindes, einer immer tödlich verlaufenden Form der BVD, die in persistierend virämischen Rindern durch ein Zusammenspiel von nicht-zytopathogenem und zytopathogenem BVD-Virus entsteht. Dieser hämorrhagischen Krankheit liegt ein in der Medizin beispielloser pathogenetischer Mechanismus zu Grunde. Im Rahmen dieser Forschungen beteiligt sich die Arbeitsgruppe an Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Darüber hinaus wird an der Entwicklung neuartiger Impfstoffe gegen diese Krankheiten gearbeitet, da die zur Zeit verfügbaren Vakzinen verschiedene Nachteile aufweisen. Dabei kommt der genetischen Immunisierung (DNA-Vakzinen) besondere Bedeutung zu. Die Analyse der genetischen Information der Pesti- und Morbilliviren erlaubt zudem ein besseres Verständnis der Evolution der Erreger. Bei einem Ausbruch der KSP können so Aussagen zur möglichen Einschleppungsursache gemacht werden („molekulare Epidemiologie“). Im akkreditierten Dienstleistungslabor der Abteilung Klinische Virologie werden eine Reihe diagnostischer Untersuchungen für Tierärzte und Kliniken angeboten.

Arbeitsgruppe Molekulare Virologie:

Im Jahre 1997 wurde die Professur für Molekulare Virologie mit Professor Georg Herrler besetzt. Diese Arbeitsgruppe untersucht schwerpunktmäßig die Interaktion von Viren mit polarisierten Epithelzellen, die als Bestandteile der Schleimhäute eine erste Infektionsbarriere für eindringende Viren darstellen. Vorrangig bearbeitet wird die Bindung von Viren an zelluläre Rezeptoren und die Fusion der Virusmembran mit der Zellmembran. Aber auch die Ausschleusung der Viren von der apikalen bzw. basolateralen Plasmamembran wird analysiert. Die Rolle der viralen Membranproteine bei diesen Vorgängen wird untersucht durch gezielte Mutationsanalyse am isolierten Gen bzw. im Kontext rekombinanter Viren. Diese Arbeiten sollen zum Verständnis der Pathogenese respiratorischer und intestinaler Virusinfektionen beitragen und zur Entwicklung einer immunprophylaktischen Strategie führen. Modellviren sind das respiratorische Synzytialvirus, Coronaviren und Influenzaviren. Gefördert wird diese Forschung durch Drittmittel von der Europäischen Union und vor allem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen von Sonderforschungsbereichen (Immunreaktionen der Lunge bei Infektion und Allergie, Pathobiologie der Darmmukosa) und eines Graduiertenkollegs (Mukosale Erreger-Wirt-Interaktionen).

Heisenberg-Professur für Molekulare Virologie

Im Sommer 2008 wurde Professor Paul Becher auf die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Heisenberg-Professur für Molekulare Virologie berufen. Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der biologischen Bedeutung und den Mechanismen der genetischen Variabilität von RNA-Viren, die Erreger zahlreicher wichtiger Krankheiten wie beispielsweise AIDS, Hepatitis C, SARS,Influenza sowie der durch Pestiviren bedingten Tierseuchen Klassische Schweinepest (KSP) und Bovine Virusdiarrhöe (BVD)/Mucosal Disease umfassen. Ein Schwerpunkt sind Arbeiten zu den molekularen Grundlagen der RNA-Rekombination, die die Identifizierung und Charakterisierung von daran beteiligten RNA-Signalen sowie von zellulären und viralen Faktoren einschließen. Weiterhin werden die Mechanismen der Genomreparatur sowie die molekularen Grundlagen von Änderungen der Zytopathogenität und Virulenz untersucht. Als Modell für diese Untersuchungen dienen das BVD-Virus und das Virus der KSP. Im Zusammenhang mit dem Virus der klassischen Schweinepest befasst sich die Arbeitsgruppe auch mit der molekularen Epidemiologie, der Virusattenuierung und Impfstoffentwicklung sowie der Entwicklung neuer Methoden zum Erregernachweis und unterstützt das EU-Referenzlabor für KSP. Darüberhinaus werden in Kooperation mit anderen Einrichtungen vergleichende, systematische Studien zur genetischen und antigenetischen Verwandtschaft von Pestiviren durchgeführt.

Anschrift
Geschäftszeiten
Schnell- & Themenzugriffe
Diese Seite