
Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe Klinische Virologie
Klassische Schweinepest
Das Institut für Virologie ist Sitz des Referenzlabors der Europäischen Kommission für die Klassische Schweinepest (KSP). Neben den in der „COUNCIL DIRECTIVE 2001/89/EC" vom 23.10.2001 festgelegten Aufgaben beschäftigt sich das Referenzzentren mit folgenden Forschungsarbeiten:
Teilnahme am internationalen Promotionsstudiengang des hannoverschen Zentrums für Infektionsbiologie mit dem Projekt: Epitopkartierung von Glykoproteinen des Virus der Klassischen Schweinepest.
Die Arbeitsgruppe ist als Partner an folgenden EU Forschungsprogrammen beteiligt:
Im Rahmen dieses Vorhabens soll ein oral applizierbarer Lebendimpfstoff mit Markereigenschaften gegen KSP entwickelt werden. Parallel dazu wird ein dazugehöriger diagnostischer Test zur Unterscheidung geimpfter und natürlich infizierter Tiere entwickelt.
Bovine Virusdiarrhoe
Das Institut für Virologie ist seit vielen Jahren auf den Gebieten der Erforschung der Pathogenese und Bekämpfung der Bovinen Virusdiarrhoe/Mucosal Diesease tätig. Zur Zeit konzentrieren sich die Arbeiten auf folgende Gebiete:
EU-FP5 PROGRAMME. Thematic Network on BVDV-Control.
Im Rahmen dieses Vorhabens arbeiten europäische Wissenschaftler auf dem Gebiet der Bekämpfung der bovinen Virusdiarrhoe zusammen. Ziel des Vorhabens ist es
Zur Abrundung des epidemiologischen Bildes wird im Institut eine Web-basierte Datenbank mit ausgewählten Sequenzen von BVD Virusisolaten erstellt. Die Datenbank erlaubt eine Einschätzung der zur Zeit kursierenden Typen von Feldvirus.
DFG-Graduiertenkolleg 745 „Mukosale Erreger-Wirt-Interaktionen
Es werden die Mechanismen des Eintritts des BVD-Virus in die Wirtszellen untersucht. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei auf Virusrezeptoren bzw. zelluläre Strukturen, die den Zelleintritt ermöglichen.
Porcines Respiratorisches und Reproduktives Syndrom (PRRS)
Charakterisierung aktueller PRRS-Feldstämme aus verschiedenen Regionen Deutschlands
Das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) ist eine in der deutschen Schweinepopulation endemisch verbreitete Virusinfektion, die zu erheblichen Reproduktionsstörungen und Atemwegserkrankungen führen kann. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Kontrolle des PRRS wird derzeit eine Bestandsimmunität angesehen, die am zuverlässigsten durch die Impfung zu erreichen ist. Voraussetzung für die Wirksamkeit der Impfstoffe ist, dass sie gegen die zirkulierenden Feldstämme eine Immunität induzieren. Hierfür ist Information über diese Feldvirusstämme unabdingbar.
Die Untersuchung wird mit dem Ziel durchgeführt, in Deutschland aktuelle PRRSV-Feldisolate zu gewinnen und hinsichtlich ihrer Epidemiologie, klinischen Symptomatik und Sequenz zu charakterisieren.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Frau PD Dr. Elisabeth Große Beilage, Außenstelle für Epidemiologie (Bakum), durchgeführt.
Hundestaupe (Canine Distemper)
Teilnahme am internationalen Promotionsstudiengang des hannoverschen Zentrums für Infektionsbiologie mit dem Projekt: Interaktion des Hundestaupevirus mit polarisierten Epithelzellen
Epithelzellen des oberen Atmungstraktes des Hundes spielen eine wichtige Rolle beim Eintritt sowie Austritt des Hundestaupevirus (canine distemper virus, CDV). Diese Zellen weisen einen polarisierten Aufbau auf, wobei ein apikaler, zum Lumen der Luftwege gerichteter, und ein basolateraler Teil unterschieden werden können, die anatomisch und funktionell getrennt sind. Unsere Untersuchungen umfassen den Ort des Eintritts in und Austrittes aus (apikal versus basolateral) den Zielzellen, wobei wir eine Hundezelllinie verwenden (MDCK-Zellen), die in vitro einen polarisierten Aufbau zeigt. Weiterhin wird die Verteilung und der Transport von bestimmten viralen Proteinen, denen eine wichtige Rolle beim Freisetzungsvorgang zukommt, in den Zellen untersucht (protein sorting). Ein weiterer Aspekt, der uns interessiert, ist die Frage, ob bestimmte Mikrodomainen der Zellmembran, die sogenannten lipid rafts, in die Vorgänge des Eindringens in die Zelle beziehungsweise der Freisetzung daraus involviert sind.
Insgesamt sollen diese Untersuchungen zu einem besseren Verständnis der Pathogenese dieser Erkrankung beitragen, wobei auch vergleichende Aspekte mit dem Masernvirus des Menschen, einem eng verwandten Erreger, von Interesse sind.