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Luftsacktympanie

Am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover läuft seit einigen Jahren ein Forschungsprojekt zur Aufklärung der Luftsacktympanie beim Pferd. Bisher konnten wir nachweisen, dass bei einigen Pferderassen eine genetische Komponente an der Entstehung der Luftsacktympanie beteiligt ist.Für die weitere Forschungsarbeit sind wir jedoch auf die aktive Mithilfe von Pferdebesitzern und -züchtern angewiesen. Daher bitten wir alle Besitzer oder behandelnden Tierärzte eines an Luftsacktympanie erkrankten Pferdes, sich bei uns zu melden.

 

Sie können dieses Projekt unterstützen, indem Sie uns Blutproben bzw. Haarproben und RNA-Proben von erkrankten Pferden und deren Verwandten (Eltern, Geschwister oder eigene Nachkommen) zur Verfügung stellen. Außerdem wären auch Vergleichsproben von gesunden Tieren hilfreich, die möglichst unverwandt zu erkrankten Tieren sein sollten.Alle wichtigen Informationen zur Probenentnahme und den benötigten Daten finden sie auf unseren Merkblättern für die Blutentnahme, zum Sammeln von Haarwurzelproben und Sammeln von RNA-Proben, die Sie auf dieser Seite herunterladen können.

 

Das Probenmaterial steht ausschließlich den mit dem Forschungsprojekt beauftragten Mitarbeitern des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung zur Verfügung. Eine Abgabe von Probenmaterial durch unser Institut an Dritte erfolgt nur, wenn ein Auftrag des Besitzers vorliegt. Alle Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und ausschließlich im Zusammenhang mit dieser Studie benutzt. Alle Angaben werden anonymisiert, so dass bei Veröffentlichung der Forschungsergebnisse kein Rückschluss auf die Identität des Tieres, des Besitzers und des Züchters möglich ist.

 

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Pferd wirklich an einer Luftsacktympanie leidet oder ob es sich um eine andere Erkrankung handelt, helfen Ihnen vielleicht folgende Informationen weiter:

Was ist eine Luftsacktympanie?

Die Luftsacktympanie des Pferdes ist dadurch gekennzeichnet, dass es zur übermäßigen Ansammlung von Luft in den Luftsäcken kommt. Die Luftsäcke des Pferdes sind Schleimhaut-Aussackungen der Ohrtrompete und sind somit Teil der oberen Atemwege. Im Falle einer Luftsacktympanie kann zwar Luft in den Luftsack einströmen, aber nicht mehr entweichen. Die eigentlichen Ursachen und der genaue Entstehungsmechanismus der Krankheit sind bisher noch nicht geklärt. 

Wie äußert sich die Erkrankung?

  • weiche, eindrückbare, nicht-schmerzhafte Schwellung im Ganaschenbereich, die ein- oder beidseitig vorhanden sein kann („dicke Backen„); die Schwellung kann im Verlauf der Erkrankung zunehmend größer werden
  • angestrengte Atmung und schnarchende Atemgeräusche, da die vergrößerten Luftsäcke den Rachenbereich und Kehlkopf einengen
  • Schluckprobleme aufgrund des eingeengten Rachenbereiches, evtl. auch Austritt von Milch oder anderen Futterbestandteilen aus den Nüstern
  • klarer bis eitrig gelber Nasenausfluss, Husten und Fieber, aufgrund einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber sekundären Atemwegsinfektionen
  • in schweren Fällen lebensbedrohliche Lungenentzündung, wenn Milch oder Futterbestandteile wegen der Schluckprobleme in die Luftröhre und Lunge gelangen     

Bei welchen Pferden kommt diese Erkrankung vor?

Die Luftsacktympanie ist eine relativ seltene Erkrankung. Sie tritt vor allem bei Fohlen und jungen Pferden bis zu einem Alter von 1 Jahr auf und Stuten sind etwa 2-4mal häufiger betroffen als Hengste. Bei den Rassen Arabisches Vollblut, Englisches Vollblut, Traber und Quarter Horse kommt die Erkrankung häufiger vor. Des Weiteren wurde Luftsacktympanie bei vielen anderen Rassen festgestellt wie z.B. beim Hannoveraner, Holsteiner, Trakehner, Oldenburger, Paint Horse, Appaloosa, American Saddle Horse und Friesen. 

Wie wird die Erkrankung festgestellt?

In der Regel kann der Tierarzt schon aufgrund der typischen klinischen Symptome die Verdachtsdiagnose Luftsacktympanie stellen. Eine Absicherung erfolgt durch eine endoskopische Untersuchung der oberen Atemwege. Dabei wird das Endoskop in den Luftsack vorgeschoben, wodurch die gestaute Luft abgelassen wird und die typische Schwellung im Ganaschenbereich verschwindet. Außerdem kann die Anfertigung von Röntgenaufnahmen sinnvoll sein. 

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Die Klinik für Pferde der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat eine minimalinvasive Operationstechnik entwickelt, bei der keine Vollnarkose benötigt wird. Die Operation ist die Behandlungsmethode der Wahl und bringt nach bisherigen Erkenntnissen sehr gute Ergebnisse.

 

Foto: Klinik für Pferde der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover


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Anschrift
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung
Bünteweg 17p
30559 Hannover
Geschäftszimmer
Institutsdirektor
Prof. Dr. Ottmar Distl
Tel.:+49 511 953-8875
Fax.:+49 511 953-8582
Labor für Molekulargenetik
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