
Von Epilepsie spricht man bei mehrmaligem Auftreten von Krampfanfällen. Da diese durch diverse Ursachen verursacht werden können, unterscheidet man zwischen symptomatischer und ideopathischer Epilepsie.
Krampfanfälle werden durch Stoffwechselstörungen (z.B. Unterzuckerung) oder anatomische Veränderungen des Gehirns (z.B. Hirntumor) ausgelöst.
Krampfanfälle werden durch Störungen in Gehirnfunktionen ausgelöst, Gewebeveränderungen sind nicht zu erkennen. Nur die ideopathische Epilepsie wird als Epilepsie im engeren Sinne verstanden.
Im Regelfall tritt ideopathische Epilepsie im Alter von 1 bis 3 Jahren zum ersten Mal in Erscheinung. Alle Rassen und auch Mischlinge können erkranken. Eine genetische Veranlagung wurde für Deutschen Schäferhund, Beagel, Retriever, Berner Sennenhund und Boxer nachgewiesen. Vermutet wird die Beteiligung mehrere Gene an der Vererbung.
Zur Aufklärung der erblichen Komponente der Epilepsie benötigen wir Proben betroffener Hunde mit Idiopathischer Epilepsie. Da die Diagnosestellung gesichert sein muss, benötigen wir zu jeder eingesandten Probe Kopien tierärztlicher Befunde.
Krampfanfällen kann die sogenannte Aura vorangehen, eine Zeit in der der Hund sich verändert verhält (z.B. Unruhe, Angst). Zum eigentlichen epileptischen Anfall kommt es durch ungerichtete elektrische Entladungen in Nervenzellen. Je nach Größe des betroffenen Hirnareals fallen die äußerlich sichtbaren Episoden anders aus:
Da bei der ideopathischen Epilepsie keine äußerlichen Veränderungen auftreten, kann diese Diagnose nur nach Ausschluss aller anderen möglichen Ursachen (= symptomatischer Epilepsie) gestellt werden.
Bei jedem Krampfanfall werden durch die abnorme elektrische Ladung Nervenzellen zerstört und abnorme Entladungsmuster gefestigt, dies begünstigt das Auftreten neuer Anfälle. Eine frühzeitige Therapie ist deshalb wichtig. Als Antiepileptika werden beim Hund vor allem Phenobarbital und Kaliumbromid eingesetzt. Durch individuelles Einstellen der Dosierung sollen Nebenwirkungen gering gehalten werden. Es kommt zu keiner Heilung, deshalb müssen die Medikamente normalerweise lebenslang gegeben werden. Nur ein Teil der Patienten wird anfallsfrei, teilweise ist die Häufigkeit und Schwere der Episoden gemildert, es gibt aber auch Therapieresistenz.
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