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Hüftgelenkdysplasie (HD)

Die Hüftgelenkdysplasie (HD) ist eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenkes, die in vielen Hunderassen auftritt.

Entstehung

Die HD bildet sich erst während des Wachstums des Tieres aus. Bezüglich der Entstehung gibt es unterschiedliche Ansätze. Während einige Autoren davon ausgehen, dass vorrangig eine Fehlentwicklung der Hüftgelenkpfanne und eventuell auch des Oberschenkelkopfes für die Ausbildung der HD verantwortlich ist, sehen andere Autoren vor allem das Vorliegen eines lockeren Gelenkes (Subluxation, Luxation) als ursächliches Kriterium an. Eine häufige Folge der durch diese Dysplasie hervorgerufenen Funktionsstörung des Hüftgelenkes sind Osteoarthrosen.

Diagnose

In der Diagnostik muss unterschieden werden zwischen der HD als klinisch manifester Erkrankung, die mit Schmerzen und Lahmheit einhergeht, und der Einstufung der Röntgenbefunde als Grundlage für die züchterische Selektion. Denn eine klinische Symptomatik tritt laut verschiedener Studien längst nicht bei allen Tieren mit Veränderungen des Hüftgelenkes auf und gibt ebenfalls keinen Aufschluss über die Schwere der Deformation. Somit ist eine sichere Diagnose nur röntgenologisch zu stellen.

Genetik und Umwelt

Bei der Entstehung der HD spielen genetische Faktoren die wesentliche Rolle, was durch zahlreiche Studien belegt werden konnte. Es ist aber ebenso nachgewiesen, dass Umweltfaktoren wie Fütterung, Haltung und Bewegung bei aus genetischer Sicht empfänglichen Tieren einen Einfluss auf die Ausprägung der HD haben. Entscheidend ist allerdings die genetische Veranlagung, ohne diese die Erkrankung nicht auftreten kann.

Aktueller Stand der molekulargenetischen Forschung

Bei der HD handelt es sich um ein polygen vererbtes Merkmal, d. h. es sind mehrere Gene ursächlich an der Ausbildung der Dysplasie maßgeblich beteiligt. Aufgrund der Fortschritte in der molekulargenetischen Forschung in den letzten Jahren ist man heute in der Lage, auch solch komplexe Geschehen aufzuklären. Problematisch bei der Aufklärung der HD allerdings sind die bereits erwähnten modulierenden Umwelteinflüsse, die die Aussagekraft des röntgenologischen Befundes in Bezug auf den sogenannten genotypischen HD-Zuchtwert, also die genetisch manifestierte Empfänglichkeit für HD, erheblich abschwächen.

In umfangreichen Untersuchungen beim Deutschen Schäferhund konnten nun Marker für HD identifiziert werden, die zur Selektion gegen HD verwendet werden können. Weitere Informationen zu diesem Markertest für HD beim Deutschen Schäferhund finden Sie hier.

 

In anderen Hunderassen wird zurzeit überprüft, inwiefern sich die Ergebnisse beim Deutschen Schäferhund in Bezug auf HD übertragen lassen.

 

Um weitere Fortschritte in der molekulargenetischen Aufklärung dieser - für das Tier mit vielen Einschränkungen und für den Besitzer häufig mit hohen Kosten verbundenen - Erkrankung erreichen zu können, benötigen wir Blutproben von im Rahmen der offiziellen HD-Röntgenuntersuchung befundeten Hunden der verschiedenen Rassen. Dabei spielt es für uns keine Rolle, welchen Befund Ihr Tier hat. Jede Probe bringt uns einen Schritt weiter.


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Anschrift
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung
Bünteweg 17p
30559 Hannover
Geschäftszimmer
Institutsdirektor
Prof. Dr. Ottmar Distl
Tel.:+49 511 953-8875
Fax.:+49 511 953-8582
Labor für Molekulargenetik
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