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letale Blutgerinnungsstörung

Gentest für die letale Blutgerinnungsstörung (LEB) beim Dackel neu entwickelt

 

Blutgerinnungsstörungen sind bei verschiedenen Hunderassen bekannt, wovon einige für die betroffenen Tiere tödlich (letal) sind. Bei Dackeln wurde an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover eine letale Blutgerinnungsstörung entdeckt und molekulargenetisch über komplette Genomsequenzierungen an betroffenen Dackeln aufgeklärt. Für diese Form der Blutgerinnungsstörung war bisher keine kausale Mutation bei Hunden bekannt. Bei den betroffenen Dackeln fehlt ein wichtiger Gerinnungsfaktor und infolgedessen können geringste Verletzungen zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust führen. Diese Erkrankung kommt bei den verschiedenen Dackelrassen (Standard, Zwerg, Rauhaar, Kurzhaar) vor und ist nicht nur auf eine Dackelrasse beschränkt. Die dafür verantwortliche Mutation wird beim Dackel autosomal rezessiv vererbt und darin unterscheidet sich diese neu entdeckte Form der Blutgerinnungsstörung von den X-chromosomal vererbten Hämophilien.

Der Gentest kann ausschließlich am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover angefordert werden, da dieser dem Europäischen Patentschutz unterliegt. Der Gentest wurde an umfangreichen Stichproben validiert, um die Zuverlässigkeit der Ergebnisse garantieren zu können. Anlageträger, die selbst nicht erkranken, jedoch die Anlage an ihre Nachkommen mit einer Erwartung von 50% weitergeben, können sicher mit dem Gentest identifiziert werden. Bei Todesfällen von Welpen infolge von inneren Blutungen oder ungeklärten Blutverlusten liefert der Gentest eine zuverlässige Aussage für das Vorliegen der neu entdeckten letalen Blutgerinnungsstörung der Dackel.

Infolge des monogenen autosomal rezessiven Erbgangs besteht in der Dackelzucht das Risiko, dass die Mutation durch nicht betroffene Anlageträger an Nachkommen aus der Verpaarung zwischen Anlage­trägern weitergegeben wird und erkrankte Nachkommen entstehen können.

Um in Zukunft Anlageträger sicher erkennen zu können und Welpenverluste zu vermeiden, kann der Gentest für die letale Blutgerinnungsstörung beim Dackel exklusiv vom Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung angefordert werden.

 

Folgende Ergebnisse sind möglich:

N/N                   Anlagefrei für die letale Blutgerinnungsstörung (LEB)

N/LEB              Anlageträger für die letale Blutgerinnungsstörung (LEB)

Das Tier wird an LEB nicht erkranken, gibt die Erbanlage für LEB mit einer  Wahrscheinlichkeit von 50 % an seine Nachkommen weiter. Anlageträger dürfen deshalb miteinander nicht verpaart werden.

LEB/LEB          Merkmalsträger, das Tier wird an der letalen Blutgerinnungsstörung erkranken (LEB) und nur sehr geringe Überlebenschancen

 

Der Einsendebogen finden Sie hier: Einsendebogen für LEB

Anschrift
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung
Bünteweg 17p
30559 Hannover
Geschäftszimmer
Institutsdirektor
Prof. Dr. Ottmar Distl
Tel.:+49 511 953-8875
Fax.:+49 511 953-8582
Labor für Molekulargenetik
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