Sie sind hier:

PhIP-M1

Die bakterielle Umsetzung des heterocyclischen aromatischen Amins 2-Amino-1-methyl-6-phenylimidazo[4,5-b]pyridin (PhIP) als wichtiger Schritt in der PhIP-induzierten Darmepitheltoxizität


Bacterial metabolism of the heterocyclic aromatic amine 2-amino-1-methyl-6-phenylimidazo[4,5-b]pyridine (PhIP) as an important step in PhIP-induced intestinal epithelium toxicity

 

Prof. Dr. Gerd Hamscher (7784)
Dr. Petra Nicken (7602)

 

In Deutschland stellen Karzinome des Dickdarms und des Enddarms (so genannte kolorektale Karzinome) mit etwa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigsten Krebserkrankungen und die zweithäufigste Ursache für den Krebstod bei Frauen und Männern dar. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass eine positive Korrelation zwischen dem Verzehr von hoch erhitztem Fleisch und der Entstehung von kolorektalen Tumoren existiert. Dabei wird vermutet, dass das Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken, unter anderem mit der Aufnahme von in der Nahrung enthaltenen toxischen Stoffen wie heterozyklischen aromatischen Aminen (HCA) zusammenhängt. HCA sind Pyrolyseprodukte von Aminosäuren bzw. Proteinen, die beim Braten, Grillen oder Kochen von proteinhaltigen Lebensmitteln entstehen. In hoch erhitztem Fisch und Fleisch ist PhIP von größter Bedeutung.Erstmalig wurde 2006 von Vanhaecke et al. gezeigt, dass die humane Darmflora PhIP verstoffwechseln kann und dass dabei PhIP-M1 der quantitativ bei weitem wichtigste Metabolit ist. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass PhIP-M1 sowohl DNA-Schäden als auch Apoptose und den Zellzyklusarrest in Caco-2-Zellen induzieren kann. Nicken et al. (2010) haben gezeigt, dass PhIP nur in einem sehr geringen Maße im Dünndarm aufgenommen wird, und dass ein sehr hoher Prozentsatz des PhIP unmetabolisiert den Dickdarm erreicht. Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass PhIP, welches im Dünndarm nicht aufgenommen wird, im Dickdarm von der dort vorhandenen Darmflora zum PhIP-M1 umgesetzt wird. Das entstandene PhIP-M1 könnte wiederum toxisch auf die Darmmukosa wirken. Dieser Hypothese soll in diesem Forschungsprojekt nachgegangen werden.

Laufzeit:
Juni 2010 bis Mai 2011
Drittmittelgeber:
Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V.
Projektnummer 2010/10

Leitung des Instituts
Tel.:+49 511 856-7545
Fax.:+49 511 856-7409
Zentrales Sekretariat
Tel.:+49 511 856-7546
Fax.:+49 511 856-7409
Schnell- & Themenzugriffe
Diese Seite