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AG Pfarrer

Arbeitsgruppe Anatomie: Prof. Dr. Christiane Pfarrer

Leitung

 Mitarbeiter/innen

  • Dr. med. vet. Elisabeth Engelke
  • Dr. med. vet. Rüdiger Koch
  • Dr. rer. nat. Nina Hambruch
  • Dr. med. vet. Jan-Dirk Häger
  • TÄ Rebecca Fröhlich
  • TÄ Sarah Fuchs
  • TÄ Lisa Lenz
  • TÄ Hanna Lütkehus
  • TÄ Eva Wehrmeister
  • Ines Blume, VMTA
  • Doris Walter, Laborantin

Forschung

Blutgefäße

Die Plazenta, als zwischen Mutter und Kind vermittelndes Organ, ist essentiell für eine erfolgreiche Gravidität. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, dass die Plazenta in kurzer Zeit zur vollen Ausbildung wächst, dann aber wieder abgestoßen bzw. abgebaut wird. So lassen sich Wachstumsvorgänge, insbesondere der Blutgefäße in einem überschaubaren Zeitrahmen studieren.



Der Grad der Invasivität des Trophoblasten und der korrekte Ablauf dieser Invasion ist von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit der Plazenta ihre Funktion zu erfüllen, nämlich den Embryo bzw. Fetus zu ernähren und mit Sauerstoff zu versorgen sowie die Stoffwechselabbauprodukte abzutransportieren. Weiterhin hat sich gezeigt, dass das Invasionsverhalten des Trophoblasten, wie bei Tumorzellen, von den zellbiologischen Charakteristika, wie speziellen Oberflächenrezeptoren abhängig ist, die wiederum von Wachstumsfaktoren beeinflusst werden.

Schematische Darstellung der synepitheliochorialen Rinderplazenta

Die hierbei ablaufenden Zell-Zell Interaktionen und deren Regulation lassen sich in der epitheliochorialen Plazenta des Rindes besonders gut untersuchen, da eine Population invasiver Trophoblastriesenzellen eine kurze und damit überschaubare Migration in Richtung des maternalen Epithels macht, um dort mit einzelnen maternalen Epithelzellen zu Hybridzellen zu fusionieren. Auf diese Weise werden hormonelle Substanzen an das maternale Kompartiment übergeben.

Nach der Erhebung von In-vivo-Daten wurden in meiner Arbeitsgruppe im Rahmen DFG geförderter Projekte aus der maternalen und fetalen Plazenta Zelllinien als Komponenten eines vitro-Modells entwickelt, in dem die Wirkung einzelner Faktoren auf die Zell-Zell-Interaktionen und die feto-maternale Kommunikation im Rinderplazentom untersucht werden.

Publikationen In-vitro-Modell


Zeiler M, Leiser R, Johnson GA, Tinneberg H-R,
Pfarrer C (2007) Development of an in vitro model for bovine placentation: a comparison of the i
n vivo and in vitro expression of integrins and components of extracellular matrix in bovine placental cells. Cells Tissues Organs 186, 229-242.

Bridger PS, Goebel S, Klisch K, Leiser R, Tinneberg H-R, Pfarrer C (2007) Validation of primary epitheloid cell cultures isolated from bovine placental caruncles and cotyledons. Theriogenology 68, 592-603.

Bridger PS, Menge C, Leiser R, Tinneberg H-R, Pfarrer CD (2007) Bovine Caruncular Epithelial Cell line (BCEC-1) isolated from the placenta forms a functional epithelial barrier in a polarised cell culture model. Placenta 28, 1110-1117.

Bridger PS, Haupt S, Leiser R, Johnson GA, Burghardt RC, Tinneberg H-R, Pfarrer C (2008)
Integrin activation in bovine placentomes and in caruncular epithelial cells isolated from pregnant cows. Biol Reprod 79, 274-282.

Hambruch N, Haeger J-D, Dilly M, Pfarrer C (2009) EGF stimulates proliferation in the bovine placental trophoblast cell line F3 via Ras and MAPK. Placenta Nov 13 [Epub ahead of print].

Im Hinblick auf die Reproduktion des Rindes könnten sich beispielsweise wichtige Hinweise auf die Pathogenese und somit auch die Therapie der Nachgeburtsverhaltung ergeben. Das Modell lässt aber auch vergleichende Rückschlüsse auf andere Plazentationstypen sowie invasive Prozesse erwarten. Hier ist die Präeklampsie, der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck zu erwähnen, bei dem die mangelnde Invasionstiefe des Trophoblasten die erste sichtbare Veränderung darstellt.

Das Zellkulturmodell soll aber auch in Studien zur Analyse von bislang unbekannten vertikalen Infektionswegen, wie beispielsweise des bovinen Virusdiarrhoe Virus (BVDV), verwendet werden wie auch für Transportuntersuchungen um die diaplazentare Passage von Pharmaka zu simulieren und zu modulieren.

Forschungsprojekte im Einzelnen

Herzstück für die Analysen: DFG finanziertes Live Cell-Imaging System mit Fluoreszenzmikroskop

Methoden

Es stehen alle modernen morphologischen Methoden, wie Routine- und Spezialfärbungen, Immunhistochemie und -fluoreszenz zur Verfügung. Elektronenmikroskopie wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie der TiHo durchgeführt.

Weiterhin wurden Laboratorien für Molekular- und Zellbiologie etabliert. In diesen werden alle gängigen Verfahren, wie RT-PCR, Immunoblot, Elisa angewendet. Ein modernes Zellkulturlabor ist für die Durchführung der In-vitro-Versuche vorhanden.

Für Analysen und die Dokumentation steht unter anderem ein Live Cell Imaging System bereit, mit welchem zuvor ausgewählte Zellen bis zu mehreren Tagen beobachtet werden können. In frei wählbaren Zeitintervallen können Aufnahmen gemacht werden, die im Anschluss zu Videosequenzen zusammengefügt werden.

Das Repertoire wird zukünftig durch ein aufrechtes Lasermikrodissektionssystem erweitert, welches nicht nur das Ausschneiden von toten Zellen für Analysen, sondern auch für die Dissektion von lebenden Zellen für die Weiterkultur verwendet werden kann.

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