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FAQ

Was bedeutet Open Choice bzw. Hybridzeitschrift?

Hybride Finanzierungsmodelle sind ein stark umstrittenes Open-Access-Geschäftsmodell von meist kommerziellen Verlagen, da sie Publikationsgebühren für die optionale Freistellung von Artikeln in Substriptionszeitschriften verlangen. Innerhalb dieser Zeitschriften werden also sowohl Open-Access-Artikel als auch zugangs- beschränkte Artikel publiziert. Da die Verlage auf diese Weise Einnahmen aus den Abonnements und zusätzlich Einnahmen für die Open-Access-Artikel erhalten, bedeutet dieses hybride Geschäftsmodell für Bibliotheken keinerlei finanzielle Entlastung. Kritisiert wird vor allem auch die Tatsache, dass auf diese Weise noch ein weiteres Mal aus öffentlichen Mitteln für die wissenschaftliche Publikation bezahlt wird. Dieser mehrfache Zugriff von Verlagen auf öffentliche Mittel wird in der Diskussion oft als double dipping bezeichnet.

Der Verlag Springer führte im Jahr 2004 als einer der ersten Verlage das hybride Finanzierungsmodell für Open-Access-Publikationen unter dem Namen Springer OpenChoice ein, so dass sich dieser Begriff ebenfalls für hybride Geschäftsmodelle gehalten hat.

Was sind Article Processing Charges (APCs)?

APCs sind Publikationsgebühren, die häufig von Autoren bzw. Autorinnen bei einer Primärveröffentlichung an einen Open-Access-Verlag gezahlt werden müssen, um einen Beitrag in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlichen zu können.

Was ist ein Embargo?

Ein Embargo ist ein vom Zeitschriftenverlag vertraglich vereinbarter Zeitraum, nach denen der Autor bzw. eine Autorin seinen Beitrag frühestens zweitveröffentlichen darf. In der Regel beträgt ein Embargo eine Zeitspanne zwischen sechs und zwölf Monate nach dem Datum der Erstveröffentlichung.

Was ist der Unterschied zwischen Preprint und Postprint eines Artikels?

Pre- und Postprint bezeichnet verschiedene Versionen eines Artikels.

Preprint steht für die ursprünglich eingereichte Fassung eines Artikels; sozusagen die Rohfassung des Beitrags, welcher beim Verlag eingereicht wurde.

Ein Postprint ist dagegen die vom Verlag akzeptierte Manuskriptversion. Es ist die Fassung des Artikels, in die alle Änderungen aus dem Begutachtungsverfahren eingeflossen sind.

Beide Versionen sind im Layout, der Seitenzählung und der Satzstruktur jedoch nicht mit der publizierten Verlagsversion identisch.

Was ist der Unterschied zwischen einfachen und ausschließlichen Nutzungsrechten?

Ein einfaches Nutzungsrecht erlaubt dem Rechteinhaber, das Werk zu nutzen. Der Urheber des Werks kann wiederholt einfache Rechte an verschiedene Vertragsparteien übertragen.

Beim ausschließlichen Nutzungsrecht überträgt der Urheber die Nutzungsrechte exklusiv an eine andere Vertragspartei. Für weitere Nutzungen (z.B. Zweitveröffentlichung)

muss der Urheber das Nutzungsrecht wieder von dieser Vertragspartei einholen.

Was ist der rechtliche Unterschied zwischen Closed Access und Open Access?

Traditionelle (Closed Access) Verlage fordern in der Regel die ausschließlichen Nutzungsrechte an dem eingereichten Zeitschriftenartikel. Der Verlag besitzt somit anschließend das alleinige Recht, den Beitrag auf die ihm erlaubte Weise zu nutzen (zu vervielfältigen, verbreiten, öffentlich zugänglich zu machen).

Open-Access-Verlage verlangen bei der Erstveröffentlichung eines Beitrags nur ein einfaches Nutzungsrecht. Der Autor bzw. die Autorin kann also die Verwertungsrechte selbst weiter ausüben und darf beliebig vielen Dritten Nutzungsrechte an dem Artikel einräumen. Der Beitrag wird durch den Open-Access-Verlag zumeist unter einer Open-Content-Lizenz (z.B. CC-Lizenz) veröffentlicht. 

Was bedeutet Creative Commons (CC)?

Creative Commons (engl.: schöpferisches Gemeingut) ist eine gemeinnützige Organisation, die verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mit denen ein Autor bzw. Autorin auf einfache Weise Nutzungsrechte an seinen Werken einräumen kann. Diese sogenannten CC-Lizenzen sind nicht auf einen einzelnen Werktyp zugeschnitten, sondern für verschiedene Werke nutzbar und weisen untereinander große Unterschiede auf.

Bei Zweitveröffentlichungen können in der Regel keine CC-Lizenzen vergeben werden, da der Autor bzw. die Autorin nur einfache Nutzungsrechte zu seiner/ihrer Online-Publikation erhält. Somit kann das Werk nicht mehr als freier Inhalt lizenziert werden.

Wie kann ich Open-Access-Artikel finden?

In Google Scholar sind Open-Access-Artikel in der Regel gelistet. Da sie im Netz frei zugänglich sind, können Sie von Suchmaschinen indexiert werden.

 

BASE (Bielefeld Academic Search Engine) ist eine Suchmaschine für elektronische, wissenschaftliche Dokumente. Der Index von BASE umfasst über 100 Millionen Dokumente aus über 4.000 Quellen. Sie können mit Hilfe eine Open Access-Filters gut nach frei zugänglichen Volltext-Artikeln suchen.

 

Das Directory of Open Access Journals ist ein umfassendes Verzeichnis von wissenschaftlichen Open-Access-Zeitschriften. Sie können darin auch gezielt nach Artikeln aus den gelisteten Open-Access-Zeitschriften suchen.

 

oaDOI ist eine Plattform, die automatisch nach legalen Open-Access-Versionen von Artikeln sucht, nachdem Sie die DOI eines Bezahl-Artikels in die Eingabemaske eingeben haben.

 

Unpaywall ist ein hilfreiches Add-on für den Chrome- oder Firefox-Browser, welches bei Literaturrecherchen im Internet mithilfe der DOI nachprüft, ob eine Open-Access-Variante des Bezahl-Artikels vorhanden ist.

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