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Pathobiologie der intestinalen Mukosa

Im Sonderforschungsbereich 621 "Pathobiologie der intestinalen Mukosa" sind Forschergruppen aus der Medizinischen Hochschule Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und des Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig beteiligt. Die intestinale Mukosa, die größte äußere Oberfläche des Makroorganismus, ist exponierte Grenzfläche des Organsystems Darm. Sie ist ein empfindlicher Seismograph für Störungen von außen (infektiös) und innen (immunologisch), wodurch ihre physiologischen Funktionen (Aufnahme und Ausscheidung) erheblich beeinträchtigt werden können.  

 

Im Sonderforschungsbereich werden Forschungsschwerpunkte auf folgende Aspekte gesetzt: 

  • Wirkung der polymikrobiellen Normalflora auf das Mukosa-assoziierte Immunsystem (innate/adaptive) für die Prägung der Immunantwort in Richtung auf Toleranz oder Immunität (lokal im Darm und systemisch)/Autoimmunität
  • Ökosystem der mikrobiellen Flora
  • Cross talk zwischen Mikroorganismen und Mukosa zur Unterdrückung jeglicher Entzündungsreaktionen der Mukosa 
  • Signalverarbeitung und Koordination bei mukosalen Transportvorgängen
  • Bedeutung von Immunsystem, Mikroorganismen und zellulärer Dysregulation für die Entstehung von Darmerkrankungen, insbesondere CED
  • Strategien zur Protektion der Mukosa und daraus abgeleitete neue therapeutische Ansätze

Sprecher

Prof. Dr. med. vet. Reinhold Förster

Institut für Immunologie

Medizinische Hochschule Hannover  

Projekte mit Beteiligung der TiHo

  • B7 – Projektleiter: Prof. Dr. Georg Herrler, Institut für Virologie
    Das Virus der übertragbaren Gastroenteritis der Schweine (TGEV) verursacht eine bei Ferkeln in der Regel tödlich verlaufende Darminfektion. Im Zentrum der geplanten Arbeiten des Teilprojekts B7 stehen die Adhärenz und die intrazelluläre Vermehrung dieses mit dem SARS-Virus eng verwandten Coronavirus. Wesentliche Ziele der kommenden Antragsperiode sind die Charakterisierung der Rolle von cholesterin-haltigen Mikrodomänen, die in der laufenden Antragsperiode in der Virushülle identifiziert werden konnten. Weiterhin sollen die Bindungspartner des für die Virusanheftung essentiellen Oberflächenproteins S auf Darmepithelzellen identifiziert werden und im Ferkelmodell der Einfluss von Mutationen im S-Protein auf die Pathogenität charakterisiert werden.
  • C8 – Projektleiter: Prof. Dr. Hassan Y. Naim, Institut für Physiologische Chemie
    Im SFB wird nicht nur an F508del CFTR (C7), sondern auch an mutanten intestinalen Hydrolasen (C8, Naim), die kongenitale Malabsorptionssyndrome auslösen, nach den Ursachen für den fehlerhaften Transport von Proteinen im polarisierten Darmepithel geforscht. Die Disaccharidasen Saccharase-Isomaltase und Laktase-Phlorizin-Hydrolase werden über separate Vesikelpopulationen zur Bürstensaummembran des Dünndarms transportiert. Die eine Gruppe von Proteinen gelangt in cholesterol- und sphingolipidreichen Membranmikrodomänen aktinvermittelt zur Plasmamembran, während die andere Gruppe über endosomale Kompartimente apikal sortiert wird. Teilprojekt C8 analysiert die Proteinkomponenten in den apikalen Transportwegen, untersucht die molekulare Pathologie der Kohlenhydrat-Malabsorption im Darm und charakterisiert in einem Tiermodell der Colitis Störungen des intestinalen Epithels in Lipidhomeostase und Membranmikrodomänen.

 

www.mh-hannover.de/sfb621.html  

 

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