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Teilprojekt 5

Zelltransplantation und intrazerebrale Substanzapplikation bei traumatischen Rückenmarkserkrankungen und Epilepsien

Logo der Forschergruppe

(PD Dr. C. Radtke, PD Dr. M. Gernert, Prof. Dr. W. Löscher)

 

Fokale Therapiestrategien mittels Zelltransplantation oder intrazerebraler Substanzapplikation stellen sowohl bei traumatischen oder degenerativen Läsionen des Rückenmarks als auch bei pharmakoresistenten Epilepsien eine potentielle Behandlungsstrategie dar. Derzeitig gibt es keine standardisierten interventionellen Therapien bei Rückenmarkläsionen, so dass es dringend notwendig ist, neue effektive therapeutische Ansätze zu entwickeln. Ein Ansatz ist die fokale Applikation von neurotrophen Faktoren, um den neuronalen Verlust zu reduzieren und die axonale Regeneration zu stimulieren. Ein weiter Ansatz beinhaltet die Zelltransplantation, um verlorengegangene Zellen zu ersetzen, zu reparieren und zu protektieren. In der ersten Förderperiode wurden olfactory ensheathing cells (OECs) und Schwann-Zellen aus dem Hund auf die Fähigkeit untersucht, aktiv Myelin zu bilden und die axonale Regeneration zu fördern. Die Untersuchungen erfolgten zunächst im definierten akuten Läsionsmodell an der Ratte. Im nachfolgenden soll nun nach demonstrierter Effektivität in der akuten Phase konsekutiv die Effizienz in der klinisch weitaus relevanteren 1.) subakuten und 2.) chronischen Läsion eruiert werden. Hinsichtlich des Einsatzes von fokaler Substanzapplikation und
Zelltransplantation bei Epilepsien ergaben Untersuchungen an geeigneten Rattenmodellen neue Erkenntnisse über vielversprechende therapeutische Zielregionen und über notwendige Zelleigenschaften. Basierend darauf soll nun die antikonvulsive Effektivität der chronischen Applikation einer GABAergen Substanz (Vigabatrin) mit der Transplantation GABA-produzierender Zellen in die vielversprechendste Zielregion des Gehirns (subthalamischer Nukleus) verglichen werden. Zudem sollen Faktoren identifiziert werden, die eine Unverträglichkeit nach Zelltransplantation verursachen.
Humane Zelllinien, Vorläuferzellen von transgenen humanisierten Schweinen, sowie Co-Transplantationen von Gliazellen und Nervenzellen sollen in die Untersuchungen einbezogen werden. Diese Untersuchungen erfolgen in Hinsicht darauf, eine Strategie für eine zellbasierte Therapie beim Hund zu entwickeln und diese langfristig für die Klinik zu etablieren.

Sprecher:
stellv. Sprecher
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