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Cerebelläre Abiotrophie (CA) beim Vollblut-Araber
Die Cerebelläre Abiotrophie (CA) ist eine Erbkrankheit, die zu einem Absterben von Nervenzellen im Kleinhirn führt.
Da das Kleinhirn alle Bewegungen, Gleichgewicht, Koordination und Feinmotorik steuert, fallen betroffene Pferde durch unterschiedlich starke Störungen im Ablauf der Bewegungen im Kopfbereich und der Gliedmaßen auf. Bei schweren Fällen sind schon erste Anzeichen einer CA kurz nach der Geburt zu sehen. Gewöhnlich sind jedoch bei von CA betroffenen Fohlen bei der Geburt und in den ersten Lebensmonaten keine Veränderungen festzustellen. In manchen Fällen verläuft die Erkrankung allerdings auch sehr protrahiert, dass erste Symptome erst beim Absetzen von der Mutter auftreten, oder beim Jungpferd, das mit dem Training beginnt.
Die häufigsten Symptome, die bei der CA in unterschiedlichen Schweregraden beobachtet werden, sind:
- Unkontrollierbare Bewegungen (Ataxie) oder Gleichgewichtsstörungen
- weit gespreizte Vorderbeine mit nah beieinander stehenden Fesselgelenken, unbeholfene Bewegungen
- ein Zittern des Kopfes (Intentionstremor)
- Hyperaktivität
- mangelnder Drohreflex
- Nickhaut zeigt verspätetes oder gar kein Zwinkern
- steife oder überhöhte Gangart aus der Schulter in die Vorhand
- grobes oder ruckartiges Kopfruckeln, wenn in Bewegung oder bei sehr jungen Tieren beim Versuch zu saugen
- Stehen auf abgeknickten Hufen oder Versuche so zu laufen, manchmal auch mit überkreuzten Beinen
- schlechte Tiefenwahrnehmung und allgemeine Unfähigkeit, Raum und Entfernung einzuschätzen (Laufen gegen die Wand und andere Pferde)
- Schwierigkeiten beim Aufstehen, Rückwärtsrichten, in engen Wendungen
Betroffene Pferde sind anfällig für Unfälle, neigen dazu in feststehende Objekte zu rennen, fallen beim Steigen seitwärts und schlagen sich oft den Kopf an, was irrtümlich zum Eindruck führen kann, dass eine schwere Kopfverletzung die Ataxie verursacht habe. Das betroffene Pferd verfügt über normale Intelligenz, klare Sicht, guten Appetit und zeigt keine Muskelatrophie (Muskelschwund).
Beim Pferd wird die CA monogen autosomal rezessiv vererbt. Während die spezifische CA-verursachende Mutation noch unbekannt ist, wurden genetische Marker identifiziert, die als indirekter Gentest für CA verwendet werden können. Züchter, die ihre Pferde vor der Anpaarung testen wollen, können den CA Test verwenden, um die Verpaarung zweier Träger zu vermeiden.
Ergebnisse des Tests werden wie folgt angezeigt:
- N/N: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anlagefrei. Das Pferd besitzt keine mit dem CA-Genombereich assoziierte Marker.
- N/CA: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Anlageträger (1 Kopie des CA-Allels). Das Pferd weist mit dem CA-Allel assoziierte Marker auf, wird als phänotypisch normal und als Träger des Krankheits-Allels betrachtet. Bei Anpaarungen mit anlagefreien Paarungspartnern treten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine CA-Merkmalsträger auf.
- CA/CA: Merkmalsträger (2 Kopien des CA-Allels). Das Pferd wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an CA erkranken bzw. ist bereits erkrankt.
Für den Gentest werden von uns vorzugsweise EDTA-Blut bzw. ansonsten Haarwurzeln des zu testenden Pferdes benötigt.
Den Einsendebogen zu den Proben können Sie auf dieser Seite herunterladen. Alle für die Blut- bzw. Haarwurzelentnahme und den Versand wichtigen Angaben sind auf dem Einsendebogen vermerkt.
Es gelten die folgenden Preise (€) pro zu untersuchendes Tier:
| Anzahl Proben | EDTA-Blutprobe | Haarprobe |
| < 20 | 38,- | 50,- |
| >=20 | 34,- | 45,- |
| >=40 | 30,- | 40,- |
Der Untersuchungsauftrag schließt eine wissenschaftliche Verwertung der Ergebnisse mit ein. Bei Verwendung der Daten für wissenschaftliche Zwecke werden alle Angaben anonymisiert, so dass keine Rückschlüsse auf die Identität des Pferdes, des Besitzers, Züchters und das Herkunftsland möglich sind.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ottmar Distl
Dr. Virginie Lampe