


Plurivakuoläres Fettgewebe kommt bei
Vögeln, Nagetieren sowie bei neugeborenen und sehr jungen
Haussäugetieren in geringer Menge vor. Sein Vorkommen ist außerdem
regional begrenzt - so zum Beispiel auf den Raum zwischen den
Schulterblättern, aber auch auf den Aortenbogen
, die Schilddrüse
sowie den Bereich der Nieren.
Bei niedrigen Außentemperaturen ist dieses hochspezialisierte Fettgewebe in der Lage, Wärme zu produzieren, eine Aufgabe, die es auch bei winterschlafenden Tieren wahrnimmt.
Die b r a u n e F a r b e verdankt das plurivakuoläre Fettgewebe dem besonders hohen Zytochromgehalt der Mitochondrien, die sich im Zytoplasma in sehr großer Zahl zwischen den "Fetttröpfchen" ausbreiten. Sie sind die eigentlichen " Wärmeproduzenten".
Mit fortschreitendem Alter verliert das braune Fettgewebe seine spezifische Funktion und in der Folge auch sein charakteristisches Erscheinungsbild. Das betrifft zunächst nur einzelne, allmählich aber alle Zellen, die abschließend wie univakuoläre Fettzellen ausehen.
Die polygonalen Zellen des plurivakuolären Fettgewebes sind mit zirka 30 mm nur etwa ein Drittel so groß wie univakuoläre Fettzellen.
Das Z y t o p l a s m a
dominieren viele,
unterschiedlich große Fetttröpfchen. Sie besitzen keine Membran,
konfluieren nicht und bleiben auch bei extremer Mangelernährung erhalten.
Der runde Z e l l k e r n
liegt nahezu
zentral in der Zelle und enthält - diffus verteilt -
verhältnismäßig grobes Heterochromatin sowie ein Kernkörperchen.
Im wesentlichen gilt, was über die Interzellularsubstanz des unvakuolären Fettgewebe berichtet wurde.
Über eine Glykoproteidschicht sowie ein Kollagen-III-Fasergeflecht in unmittelbarer Umgebung der plurivakuolären Fettzellen liegen allerdings keine Angaben vor.
Lockeres Bindegewebe gliedert die dicht
gelagerten Fettzellen - wie beim univakuolären Fettgewebe - in gut
abgegrenzte Läppchen
und führt Nerven sowie sehr viele Kapillaren
bis an die einzelnen Zellen heran.
Auch aus den plurivkuolären Fettzellen wird das Fett im Verlauf einer Routine-Einbettung herausgelöst. Bei Anwendung der Gefrierschnitt-Technik bleibt es erhalten und kann - wie bei den univakuolären Fettzellen dargestellt - angefärbt werden.
Plurivakuoläre Fettzellen differenzieren sich ebenfalls aus Mesenchhymzellen - aber nur während der fetalen Entwicklung. Die dabei entstehende Lipoblasten werden als epithelartige Zellen beschrieben.