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Kardiologische Untersuchung

Phonocardiographie (Aufzeichnung der Herztöne)

Hierbei werden die Herztöne mit einem speziellen Mikrophon von der Brustwand abgeleitet, verstärkt und digital aufgezeichnet. Die Untersuchung erfolgt genau so wie bei einem normalen Abhören, wie Sie es bisher kennen. Parallel dazu wird ein EKG aufgezeichnet, um die verschiedenen Herztöne den genauen Herzphasen zuordnen zu können.

Diese Untersuchung dient dazu, die verschiedenen Herztöne sowie etwaige zusätzliche Geräusche darzustellen und zu analysieren. Üblicherweise werden nur die ersten beiden Herztöne gehört. Bei bestimmten Situationen und Erkrankungen können auch der dritte und/oder vierte Herzton gehört und entsprechend mit der Phonocardiographie graphisch dargestellt werden.

 

1. Herzton (S1): entsteht durch Vibrationen, die mit der Herzmuskelspannung assoziiert sind und zeitgleich mit dem Schluss der atrioventrikulären Klappen (Mitral- und Trikuspidalklappe) auftreten.

 

2. Herzton (S2): dieser Herzton entsteht durch Vibrationen, die mit dem Schluss der Semilunarklappen (Aorten- und Pulmonalklappe) assoziiert sind.

 

3. Herzton (S3): dieser Herzton wird auch als ventrikulärer Galopp-Ton bezeichnet und ist für gewöhnlich nicht zu hören. Er entsteht bei niedrigfrequenten Vibrationen am Ende der frühen diastolischen  Füllung des Herzens. Gehört werden kann dieser Ton, wenn zum Beispiel eine Dilatation (Erweiterung) der linken Herzkammer vorliegt.

 

4. Herzton (S4): dieser Herzton wird auch als atrialer Galopp-Ton bezeichnet und ist ebenfalls normalerweise nicht zu hören. Er entsteht durch Blut- und Gewebsoszillationen zum Zeitpunkt der Kontraktion der Vorhöfe. Er kann beispielsweise bei einer Hypertrophie (Verdickung) der linken Herzkammer auftreten.

 

Elektrokardiographie (EKG, Langzeit-EKG)

Bei der Elektrokardiographie werden die elektrischen Herzströme gemessen, die der jeweiligen Aktivität des Herzmuskels vorangehen. Hierzu werden Ihrem Tier, während es ruhig auf der Seite liegt, kleine Klemmen an den Vorder- und Hinterbeinen angelegt. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und wird von fast allen Patienten sehr gut toleriert.

Anhand dieser Untersuchung kann z.B. festgestellt werden, ob bei Ihrem Tier Herzrhythmusstörungen, Störungen der elektrischen Erregungsbildung oder -leitung, oder Hinweise auf Herzvergrößerungen vorliegen.

 

Beim Langzeit-EKG oder auch Holter-EKG genannt, werden Ihrem Tier Elektroden auf die Brustwand aufgeklebt und ein kleiner portabler „Apparat“, kleiner als ein Mobil-Telefon, mit einem Verband auf dem Rücken befestigt. Damit kann sich Ihr Tier frei bewegen und ein normaler Tagesablauf ist damit gewährleistet. Das Gerät zeichnet über einen Zeitraum von über 24 Stunden oder auch länger jede einzelne Herzaktion auf, die dann in Verbindung mit einem Aktivitätsprotokoll, das von Ihnen geführt wird, ausgewertet wird. In diesem Protokoll notieren Sie z.B., wann Sie mit Ihrem Hund spazieren waren, wann er sich besonders gefreut hat, gefüttert wurde, getobt hat etc.

Zum Einsatz kommt diese Langzeituntersuchung z. B. bei Patienten, die Verdacht auf Rhythmusstörungen oder Ohnmachtsanfälle (so genannte Synkopen) haben.

Blutdruckmessung

Nicht nur in der Humanmedizin, auch in der Tiermedizin ist die Messung des Blutdruckes bei verschiedenen Erkrankungen von Bedeutung. Im Gegensatz zur Humanmedizin ist beim Tier eine Hypertension (erhöhter Blutdruck) allerdings meist mit anderen zugrunde liegenden Erkrankungen verbunden. So  kann es z.B. zu erhöhten Blutdruckwerten in Verbindung mit Veränderungen der Nieren, endokrinologischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Morbus Cushing oder Schilddrüsenüberfunktionen (v.a. bei Katzen) kommen. Da eine Erhöhung des Blutdrucks auch eine vermehrte „Pumpkraft“ des Herzens fordern kann, kann es beispielsweise auch zu Folgeveränderungen am Herzmuskel selbst kommen (Verdickung).

 

In der Kleintierklinik wird überwiegend  die oszillometrische Methode zur Blutdruckmessung angewandt.

Hierbei wird den Patienten im Wachzustand eine Manschette um die Vordergliedmaße oder um den Schwanzansatz angelegt. Ein Gerät pumpt die Manschette auf, lässt dann kontinuierlich den Druck aus der Manschette ab und die Schwingungen, die vom Blutgefäß verursacht werden, werden aufgezeichnet. Diese Methode wird im Allgemeinen von den Patienten sehr gut toleriert.

Die Vorteile dieser Methode bestehen darin, dass nicht nur der systolische, sondern auch der diastolische und mittlere Blutdruck ermittelt wird.

Echokardiographie (Herzultraschall)

Der Herzultraschall stellt einen wesentlichen Bestandteil der Herzuntersuchung dar und erlaubt die anatomische und funktionelle Beurteilung des Herzens. So können mittels dieser nichtinvasiven Methode u.a. sowohl die Pumpfunktion des Herzen, als auch die verschiedenen Herzklappen dargestellt und beurteilt werden. Eine Ultraschallsonde sendet Ultraschallwellen aus und empfängt die zurückgesandten Schallwellen wieder, wodurch eine Echtzeit-Untersuchung der Herzaktionen möglich ist.

Die Patienten liegen dazu in rechter und linker Seitenlage auf einem speziellen Tisch mit einer kleinen Aussparung, sodass das Herz durch die Brustwand von unten angeschallt werden kann. Dies ist für die Patienten am angenehmsten und liefert zudem die beste Bildqualität.

Im Rahmen der Ultraschalluntersuchungen gibt es noch verschiedene Spezialuntersuchungen, wie die Farb- oder Spektraldoppleruntersuchungen, die zur genauen Beurteilung des Herzens durchgeführt werden:

  • Farbdoppler:

Anhand dieser Methode können z.B. Klappenundichtigkeiten oder Verengungen dargestellt werden.

  • Spektraldoppler (PW- und CW-Doppler):

Diese Methoden finden Anwendung in der Bestimmung von Blutflussgeschwindigkeiten.

  • Gewebedoppler:

Hierbei handelt es sich um ein recht neues Verfahren, das nur mit speziellen Geräten durchgeführt werden kann. Diese Untersuchung lässt Rückschlüsse über die Beschaffenheit des Herzmuskels zu.

  • 4D Echokardiographie:

Bei der 4D Echokardiographie werden spezielle Volumenscans ohne Zeitverzögerung aufgezeichnet. Hierzu sind spezielle Schallköpfe erforderlich, bei denen die Kristalle eine zweidimensionale Anordnung haben. Die dreidimensionale Darstellung des Herzens in verschiedenen Ebenen und von Blutflüssen wird dadurch möglich.

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