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Bildgebende Diagnostik

Erfassung und Charakterisierung der caninen Bandscheibendegeneration und Bandscheibenerkrankung in der bildgebenden Diagnostik

Die canine Bandscheibendegeneration ist prädisponierend für verschiedene Bandscheibenerkrankungen, wie dem Bandscheibenvorfall, der lumbosakralen Stenose und der cervicalen Spondylomeyelopathie. Mit 43,2% sind Bandscheibenerkrankungen somit der häufigste Vorstellungsgrund von Hunden in der neurologischen Sprechstunde. Zur Diagnostik der Bandscheibenerkrankung gehört eine bildgebende Untersuchung mittels Magnetresonanz- oder Computertomographie. Eine Optimierung dieser bildgebenden Methoden durch den Einsatz verschiedener Untersuchungsprotokolle, sowie die Ermöglichung einer klaren, vergleichbaren Diagnostik durch eine eindeutige Terminologie stehen im Fokus unserer wissenschaftlichen Arbeit. Trotz operativer und konservativer Behandlungsmöglichkeiten von Bandscheibenerkrankungen liegt die Mortalität der erkrankten Tiere bei 34%, mit rassespezifischen Mortalitätsraten von bis zu 67%. Die therapeutische Zukunft liegt daher in dem Erhalt der Funktionalität der degenerierten Bandscheibe z.B. durch Nukleus Pulposus Prothesen und dem Einsatz autologer, regenerativer Zellen. Dazu muss jedoch der Grad der degenerativen Bandscheibenveränderungen erfasst werden, bevor es zur Erkrankung der Bandscheibe mit klinischer Manifestation kommt. Während in der Humanmedizin die Klassifikation des Degenerationszustandes von Bandscheiben in der Magnetresonanztomographie üblich ist, wird der Degenerationszustand der caninen Bandscheibe während der bildgebenden Untersuchung in der Veterinärmedizin nicht beurteilt. Ziel der Forschungsarbeit ist daher die Etablierung von Klassifikationssystemen zur Beurteilung der caninen Bandscheibendegeneration in der Magnetresonanz- und Computertomographie.

 

Mitarbeiter:

Prof. Dr. I. Nolte; PD Dr. P. Wefstaedt, L. Harder

Laufzeit:

seit 2011, fortlaufend

Publikationen/Kongressbeiträge:
Lisa Harder, Davina Ludwig, Vladimir Galindo-Zamora, Ingo Nolte, Patrick Wefstaedt. „Klassifizierung von Bandscheibendegenerationen bei Hunden anhand der nativen und der farbkodierten Computertomographie.“ Tierärztliche Praxis K 41 (1) 21. Jahrestagung der FG "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik" der DVG (InnLab), München, 01.-02.02.2013; Stuttgart: Schattauer, 2013, S. A2,
ISSN 1434-1239

Lisa Harder, Davina Ludwig, Vladimir Galindo-Zamora, Ingo Nolte, Patrick Wefstaedt. „Anwendung der „Disc extension beyond the Interspace“-Nomenklatur bei caninen Bandscheibenvorfällen.“ Kleintierpraxis 58 (12) 59. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin, Berlin, 06.-10.11.2013; Hannover: Schaper, 2013, S. 661-662
ISSN 0023-2076

Lisa Harder, Davina Ludwig, Vladimir Galindo-Zamora, Ingo Nolte, Patrick Wefstaedt. „Anwendung der „Disc extension beyond the Interspace“-Nomenklatur bei caninen Bandscheibenvorfällen.“ Tierärztliche Praxis K 42 (1) 22. Jahrestagung der FG "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik" der DVG (InnLab), München, 31.01.-01.02.2014; Stuttgart: Schattauer, 2014, S. A1-A14.
ISSN 1434-1239

Funktionelle Magnetresonanztomographie und Hörforschung

Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) ist eine Technik, die die lokalisierte Darstellung neuraler Aktivität im ZNS ermöglicht. Hierzu nutzt die fMRT eine Änderung der Sauerstoffsättigung des Blutes in aktiven Gehirnarealen. Wir wenden diese Technik zur Überprüfung der Hörfunktion und Untersuchung des auditorischen Systems von Hunden an und vergleichen sie mit etablierten Untersuchungstechniken wie der Elektroaudiometrie. Zu diesem Zweck wurden in einer Studie zehn Beagle im Magnetresonanztomographen untersucht. Während dieser Untersuchungen wurden den Hunden verschiedene akustische Stimuli vorgespielt, um so eine Aktivierung entlang der Hörbahnen der Hunde auszulösen. Verschiedene funktionelle MRT-Sequenzen und Reizparadigmen wurden hierbei auf ihre Eignung zur Durchführung von fMRT-Messungen beim Hund untersucht. Zusätzlich zu diesen Messungen wurde eine elektroaudiometrische Untersuchung der Hörfunktion der Hunde durchgeführt. Mit dieser Methode gelang es einen für die Durchführung auditorischer fMRT-Messungen beim Hund geeigneten Versuchsaufbau zu finden.  Mit diesem ließ sich eine durch die akustische Stimulation ausgelöste Signaländerung verschiedener Strukturen der Hörbahn des Hundes (Colliculi caudales, Nuclei geniculati mediales, auditorischer Cortex) nachweisen.

Eine in der Humanmedizin etablierte Technik bei der Auswertung von Daten aus funktionellen MRT-Studien ist die Normalisierung. Bei der Normalisierung werden die Daten verschiedener Probanden auf ein Modell-Gehirn übertragen, so dass diese Daten gemeinsam ausgewertet werden können. Durch diese Technik lassen sich auch kleine Aktivierungen nachweisen, so dass eine genauere Differenzierung der Funktionen einzelner Gehirnareale möglich ist. Zudem lassen sich die Ergebnisse verschiedener Studien nach Übertragung der Studiendaten auf ein Modell-Gehirn besser vergleichen. Um eine solche Normalisierung auch bei fMRT-Studien am Gehirn des Hundes zu ermöglichen, wurde aus den anatomischen MRT-Daten der zehn Beagle ein dreidimensionales MRT-Modell des Gehirns des Beagles entwickelt. Anhand dieses Modells erfolgt nun eine Gruppenanalyse der vorliegenden funktionellen Daten. Hierbei wird auch untersucht, ob der Einsatz verschiedener akustischer Stimuli (Weißes Rauschen, Kammfilterrauschen mit verschiedenen Frequenz-Peaks) zu einer Aktivierung verschiedener Regionen im Gehirn des Beagles führt. Anhand dieser Untersuchung sollen die Bereiche im Gehirn des Hundes identifiziert werden, die für die frequenzspezifische Wahrnehmung zuständig sind.

Auf diesem Wege hoffen wir neue Informationen zur funktionellen Neuroanatomie und den Erkrankungen des Hörapparates des Hundes zu erhalten.

Mitarbeiter:

Prof. Dr. I. Nolte; PD Dr. P. Wefstaedt, Dr. J.-P. Bach

Kooperationspartner:

Allgemeine Radiologie und Medizinische Physik, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Prof. Dr. H. Seifert, Dr. M. Lüpke
Medizinische Physik der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, Dr. S. Uppenkamp

Laufzeit:

seit 2011, fortlaufend

 


Publikationen/Kongressbeiträge:
Jan-Peter Bach, Matthias Lüpke, Peter Dziallas, Patrick Wefstaedt, Stefan Uppenkamp, Hermann Seifert, Ingo Nolte. „Funktionelle Magnetresonanztomographie der Hörbahnen des Hundes.“ Tierärztliche Praxis K 41 (1) 21. Jahrestagung der FG "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik" der DVG (InnLab), München, 01.-02.02.2013; Stuttgart: Schattauer, 2013, S. A2, V02
ISSN 1434-1239

Jan-Peter Bach, Matthias Lüpke, Peter Dziallas, Patrick Wefstaedt, Stefan Uppenkamp, Hermann Seifert, Ingo Nolte. „Functional magnetic resonance imaging of the ascending stages of the auditory system in dogs,” BMC Veterinary Research 2013, 9:210

Jan-Peter Bach, Matthias Lüpke, Peter Dziallas, Patrick Wefstaedt, Stefan Uppenkamp, Hermann Seifert, Ingo Nolte. „Funktionelle Magnetresonanztomografie der Hörbahnen des Hundes.“ Kleintierpraxis 58 (12) 59. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin, Berlin, 06.-10.11.2013; Hannover: Schaper, 2013, S. 661-662
ISSN 0023-2076

Jan-Peter Bach, Matthias Lüpke, Patrick Wefstaedt. "Taubheit bei Hunden und Katzen: Ursachen, Diagnostik und Therapie." Tierärztliche Praxis Kleintiere 6.2013 (2013).

Jan-Peter Bach „Funktionelle Magnetresonanztomographie der aufsteigenden Hörbahnen des Hundes.“ Diss. Bibliothek der Tierärztlichen Hochschule Hannover, 2013.

 

 

 

Bach, J-P: Taubheit und Hörprüfung bei Hunden Unser Rassehund, 2015

 

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