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Allgemeine Information

Am Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN) der Tierärztlichen Hochschule Hannover werden seit 1975 Fragestellungen aus dem Bereich der Tier- und Umwelthygiene, des Tierverhaltens und des Tierschutzes bearbeitet. Seit dem 01.08.2013 steht das Institut unter der Leitung von Frau Prof. Nicole Kemper.

 

Die aktuellen Forschungsprojekte des ITTN sind darauf ausgerichtet, die Interaktionen von Tieren mit ihrer Umwelt zu untersuchen, zu beschreiben und zu kombinieren, um auf dieser Grundlage Ansätze zur Förderung von Wohlbefinden, Gesundheit und Leistung zu entwickeln. Wichtig sind hierfür detaillierte Kenntnisse der biologischen, physikalischen und chemischen Prinzipien und Bedingungen der Haltung von Nutztieren (z. B. Lüftung, Luftqualität, Erregereintrag und -ausbreitung, Haltung, Management und Pflege) sowie des Tierverhaltens.

 

Gemäß der Definition der International Society of Animal Hygiene (ISAH) verfolgt die wissenschaftliche Disziplin der Tierhygiene das Ziel, präventiv durch Optimierung der Haltungsbedingungen vorbeugenden Gesundheitsschutz und gutes Wohlbefinden der Tiere zu realisieren und mögliche negative Effekte auf Tier, Mensch und Umwelt zu vermeiden. Insbesondere gilt es, die Verbreitung von Erregern, vor allem von Zoonose- und lebensmittelhygienisch relevanten Erregern, in und aus Tierhaltungen zu reduzieren. Dazu sind genaue Kenntnisse der Tier-Umwelt-Interaktionen, der Verbreitung potentiell pathogener Erreger und möglicher Rückstände von großer Bedeutung. Die moderne Tierhygieneforschung verbindet dabei die klassische Analyse hygienischer Aspekte in der Tierhaltung mit modernen Methoden der Molekularbiologie.

 

Im Bereich des Tierschutzes ist es vorrangiges Ziel, den wissenschaftlichen, ethisch motivierten und gesetzlichen Tierschutz zu fördern und somit zur Verbesserung und Entwicklung von artgemäßen und verhaltensgerechten Haltungsformen für Lebensmittel liefernde Tiere beizutragen. Auf diese Weise werden Grundlagen für einen schonenden und tiergerechten Umgang mit Nutztieren aufgestellt. In engem Zusammenhang hiermit steht die Nutztierethologie als weiterer Arbeitsbereich des ITTN. Die Beurteilung der Tiergerechtheit von Haltungssystemen basiert im Wesentlichen auf der Analyse des Verhaltens der Tiere in ihrer jeweiligen Umwelt (nähere Informationen auch bei der International Society of Applied Ethology, ISAE). Im Forschungsbereich Nutztierethologie werden daher aktuelle Fragestellungen zu den Auswirkungen von Haltungseinrichtungen auf das Tierverhalten erforscht und somit wichtige Grundlagen für eine Haltungsoptimierung im Sinne einer Erhöhung des Wohlbefindens der Tiere geliefert. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung tiergerechter Haltungssysteme und die Überführung dieser in die landwirtschaftliche Praxis.

 

 

Übergreifend werden aus der Kombination der verschiedenen Ansätze aus den Bereichen Tierhaltung, Tierhygiene und Tierschutz Konzepte entwickelt, die Tier, Mensch und Umwelt vor möglichen Gefahren durch die Tierhaltung schützen, und so die Entwicklung einer zukunftsorientierten, nachhaltigen und gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung ("sustainable livestock farming") vorantreiben.

 

In der Lehre wird das gesamte Feld der veterinärmedizinischen Lehr- und Prüfungsfächer Tierhaltung und Tierhygiene einschließlich Umwelthygiene sowie Tierschutz und Ethologie abdeckt. Weitere Lehraktivitäten betreffen die Ausbildung von Veterinärreferendaren für den Staatsdienst, veterinärmedizinischen Assistenten, Geflügelwirten und Tierpflegern. In der Fort- und Weiterbildung wird jährlich im Herbst, zusammen mit der Akademie für Tierärztliche Fortbildung (ATF), eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung zu aktuellen Problemen des Tierschutzes organisiert und durchgeführt.

 

Das Institut ist anerkannte Weiterbildungsstätte für die Ausbildung von Fachtierärzten in den Bereichen Tierhygiene, Mikrobiologie und Tierschutzkunde.

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